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Roger McGuinn

Thunderbyrd

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Thunderbyrd
Thunderbyrd, Repertoire Records, 2005 (1977)
Roger McGuinn Vocals, Guitars
Rick Vito Guitars, Dobro, Vocals
Greg Thomas Drums
Marty Grebb Keyboards
Charlie Harrison Bass, Vocals
Tom Scott Saxophone
Produziert von: Don DeVito Länge: 37 Min 07 Sek Medium: CD
1. All Night Long6. Why Baby Why
2. It's Gone7. I'm Not Lonely Anymore
3. Dixie Highway8. Golden Loom
4. American Girl9. Russian Hill
5. We Can Do It All Over Again

Wie schrieb einst zu Recht der amerikanische 'Rolling Stone': "Music would be a very different place if it hadn't been for Roger McGuinn".
McGuinns Meriten im musikhistorischen Sinne sind wahrlich unbestritten. Wieviele jüngere Combos beriefen bzw. berufen sich immer noch auf die BYRDS, dem melodieverliebten amerikanischen Gegenentwurf zu den britischen BEATLES? Etliche, unzählige...
Rogers Geschichte der 60-er erneut aufzurollen dürfen wir uns wohl sparen, denn diejenigen, die sich überhaupt für diese frisch von Meister Eroc remasterte Version aus McGuinns 70-er Plattenlaufbahn interessieren werden, sind eh die gut informierten Insider.
Repertoire Records aus Hamburg nehmen sich erfreulicherweise schon seit einigen Jahren der unschätzbar wertvollen Arbeit an, Perlen der Vergangenheit für die Nachwelt aufzupolieren, um damit den wahnwitzigen Sammler, den unverbesserlichen Freak oder auch den interessierten Jungspund bei Laune zu halten und das musikalische Erbe der Urväter zu bewahren.
So auch bei Roger McGuinns "Thunderbyrd", dessen CBS-Erstveröffentlichung aus dem Jahre 1977 datiert. Remaster-Spezialist Eroc verabreichte dem Gesamtwerk eine seiner wohlbekannten Frischzellenkuren, entfernte die Schlieren und Streifen auf den verstaubenden Fenstern und öffnet somit einen klaren Blick auf das Treiben der Herrschaften McGuinn, Rick Vito, Greg Thomas und Charlie Harrison plus Gastmusiker wie Saxofonist Tom Scott und Marty Grebb (Keyboards).

Ohne das 77-er Original zu kennen, darf man konstatieren, dass der Sound dieser remasterten CD, verglichen mit anderen Siebziger-Produktionen, eben prägnanter, transparenter, aber auch ein wenig zu höhenbetont aus den Boxen schallt.
Keine Ahnung, ob Eroc auch an den Hallanteilen der Platte manipuliert hat oder ob die Originalproduktion auch schon so weiträumig klang. Der Rezensent mag allerdings die trockenere und direktere Variante lieber. Geschmacksache. Diskussion beendet.

Die musikalische Leistung der THUNDERBYRD-Gesellen stellt allemal ein durchaus hörenswertes Opus in den Vordergrund. Neben vier Eigenkompositionen greift McGuinn, wie üblich, auf Fremdautoren zurück und kleidet Titel von Peter Frampton (All night long), Tom Petty (American girl), Bob Dylan (Golden loom) und George Jones (Why baby why) in sein Byrds-ianisches Klangkonzept.
Pettys American girl trifft dabei nicht ganz so zielgenau auf den ursprünglichen Rockpunkt, weil Tom Scotts Sax-Solo etwas zu 'sophisticated' anmutet und der Rhythmusgruppe der nötige Biss fehlt, obwohl Rick Vito am Ende ein versöhnliches und beachtliches kleines Gitarrensolo beisteuert.
Die BYRDS-Country-Anwandlungen aus der "Sweetheart of the rodeo"-Ära werden bei I'm not lonely anymore in Gram Parsons Geiste erneut bemüht und die freundlich sonnigen Background-Chöre beim Westcoast-Pop We can do it all over again erinnern eher an EAGLES oder FIREFALL.

Das ist natürlich nicht schlecht, sondern beizeiten auch recht unterhaltsam. Aber die Gewissheit, dass Roger McGuinn 1977 schon seinen Zenit überschritten hatte, scheint einfach immer wieder durch. Für Sammler und Fans bleibt dieses Album allerdings immer noch eine feine Empfehlung.

Frank Ipach (Craving Hands), (Impressum, Artikelliste), 03.07.2005

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