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Runner

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Cover Runner
Cover Runner
Runner, Island, 1979, The Manor Studios Oxford, August 1978
Steve Gould Lead Vocal, Guitar
Mickie Feat Bass, Vocal, Fretless Bass
Dave Dowle Drums
Allan Merril Guitar, Keyboards, Vocal
Additional Musicians
Ray Cooper Percussion
John Cole Slide Guitar & Feet
Iann Lynn Assorted Keyboards
William C. Lyall String and Brass Arrangements & Synthesiser
Produzent: James Guthrie Länge: 40 Min 56 Sek Medium: LP
1. Fooling Myself (2:59)6. Sooner Than Later (3:23)
2. Run For Your Life (4:11)7. Rock'n'Roll Soldiers (3:41)
3. Broken Hearted Me (3:43)8. Gone Too Long (5:48)
4. Truly From Within (3:23)9. Living Is Loving You (3:08)
5. Dynamite (4:24)10. Restless Wind (4:15)

Nach dem Auseinandergehen von "Rare Bird" hat Steve Gould mit "Runner" eine Formation begründet, die - mit ein bisschen mehr Tempo - ziemlich nahtlos an "Born again", Rare Birds letztem Album, angeknüpft hat. Wir finden all das, was auf dieser LP schon begeistert hat, nur, wie gesagt, mit mehr Power.

Es reiht sich ein Ohrwurm an den anderen, aber, wie es so vielen Bands der End-Siebziger gegangen ist, es war Supermusik zur falschen Zeit. Vielleicht ist diese Review ein noch fehlendes Mosaiksteinchen, um "Runner" neu in Erinnerung zu bringen.

Zehn Lieder, kein Ausfall, Melodien, eine schöner als die andere, tolle kompositorische Einfälle, Schnelles und diese wunderschönen Balladen, wo ich vor lauter Feuerzeugen keinen Bildschirm mehr sehe, alles ist da.

Die erste Seite beginnt mit "Fooling Myself", einem schnellen Lied, das schon all das zuvor Gesagte enthält. Eine leicht verzerrte Gitarre beginnt mit der innovativen [:o)] Akkordfolge I - IV und V - I, perfektem, mehrstimmigen Gesang, bringt ein melodiöses Solo mit genau den Schnörkeln, die da sein müssen. Genial einfach.
"Run for Your Life" beginnt verhalten, steigert sich dann zu einem Refrain, bei dem man einfach mitsingen muss. Gitarre, Fender Rhodes und Orgel sind exakt in der "Born again"-Mischung. Ein Kanon, untermalt vom herzenswarmen Rhodes klingt aus.
In ähnlichem Tempo geht es bei "Broken hearted me" weiter, allerdings verzinkt, mit vielen Synkopen und Breaks. Eine dunkle, warme Slide spielt während der Strophen und dem Refrain, das Solo (ohne Slide) ist kurz und prägnant.
Zeit, die Feuerzeuge raus zu holen, ist es bei "Truly from within". Es ist das erste Lied, auf dem eine Akustik zu hören ist, sie begleitet die leicht rauchige Stimme Steve Goulds, die bald mehrstimmig unterstützt wird. Der Titel sagt's, eine Liebeslied.
"Dynamite" beschließt die erste Seite, ein "britischer" Blues mit Slide und Bläsern, genau richtig arrangiert.

Mit "Sooner than later" wird im Boggie-Tempo Seite Zwei eröffnet. Für einen Discohit sind zu viele (dramaturgische) Pausen da.
In verhaltenem Tempo geht es bei "Rock'n' Roll Soldiers" weiter. Immer wieder kommt das wunderschöne Rhodes in der Begleitung zur Geltung, ein zweistimmiges Gitarrensolo leitet dann schon zum Ende über.
Im Stil ähnlich wie "Dynamite" ist Nummer Drei "Gone to long". Mit zwei Tastensolisten ist es nicht schwer, einen Klangteppich auszubreiten und ein souliges Lied zu entwickeln. Es ist das einzige Lied, in dem der Synthesiser auch ein Solo darbieten darf.
Der Ohrwurm Nummer Eins ist "Living is loving You"; relativ schnell mit dem Rhodes als Führung und der Gitarre, die die Akzente setzt. In der zweiten Strophe kommt die Orgel hinzu, deren Klangbreite eine schöne Steigerung bringt. Viel zu schnell ist es vorbei. Aber es gibt ja die Fernbedienung für die CD-R.
Die obligatorische Ballade "Restless Wind", mit Flügel, Akustik und Strings beendet ein Album, das, total unterbewertet, nie bekannt geworden ist.

"Runner" gehört zum Besten, was der britische Melodic-Rock produziert hat. In Hülle und Fülle wird Musikalität der Spitzenklasse geboten und das Volk kaufte "New Wave" und "Neue deutsche Welle". Da blieb nur der Strick oder eine Schafsfarm in Cornwall.

Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 06.03.2001

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