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| Acid Blues Experience, Provogue Records, 2005 |
| Stoney Curtis |
Guitar & Lead Vocals |
| Charles Glover II |
Drums, Background Vocals |
| Colby Smith |
Bass |
| Gäste: |
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| Jesse Bradman |
Background Vocals |
| Michael Lardie |
Keyboards |
| Mike Varney |
Guitar (World Without You), Background Vocals |
| Produziert von: Mike Varney |
Länge: 68 Min 49 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Last Train To Chicago | 7. Colors |
| 2. Evil Woman | 8. Free |
| 3. Bullets | 9. Soul Love |
| 4. Mulholland Shuffle | 10. Like A Man |
| 5. Crashin' Down Like Thunder | 11. Baby Needs Lovin' |
| 6. (Take Off) Around The World | 12. World Without You |
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Plumps, da sind sie wieder alle reingefallen, die Promozettel-Abschreiber. Der sensationell neue Bluesrockhammer STONEY CURTIS BAND ist ja gar nicht so neu. Vier der zwölf Nummern auf "Acid Blues Experience" waren schon auf der selbstproduzierten und -vertriebenen CD "Stoney Curtis Band" von 1999, weitere vier hat die Band bereits auf der 2002er Live-CD "Alive And Unleashed" frisch und fröhlich gespielt. Bleiben noch ganze vier Songs tatsächlich neueren Datums. Gut, auch die alten Stücke sind neu eingespielt und Mike Varney hat eine typische Varney-Produktion daraus gemacht - das ist aber auch schon alles.
In gewissen Kreisen reicht es offenbar bereits, wenn sich ein einigermaßen junger Gitarrenheld eine Strat umhängt und dann mal so richtig nach dem Motto "komme was da wolle, ich spiel euch alle platt" loslegt.
Jetzt darf man dem guten Curtis Feliszak aus Chicago nicht übel nehmen, dass er seinen Namen in Stoney Curtis geändert hat, grade in den Staaten haben wohl die meisten Menschen mit seinem Geburtsnamen ein erhebliches Problem, und man darf ihm natürlich auch nicht böse sein, dass er völlig auf die Gitarrenhelden der Sechziger und Siebziger steht, schließlich sind das die Leute, die uns alle auf den rechten Weg brachten. Und schon gar nicht braucht man blöd über dieses Album reden. Aber man sollte die Kelle im Suppentopf lassen und nicht sämtliche in Ehren ergraute Großmeister des bluesrockigen Gitarrenvirtuosentums (so sie denn noch leben) plötzlich zu S.-Kaspern degradieren, bloß weil mal wieder einer kommt, der den Blues noch schneller spielt und den Rock noch exzessiver lüpft als weiland Johnny Ray Hendrix Robin West Clapton (dessen kellnernde Mutter Janis bekanntlich eine Liaison mit dem blinden Sänger Junior Muddy Beam Walker einging). Nein, meine Herren, so geht das nicht.
Doch nun zum positiven Teil. "Acid Blues Experience" ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine ganz hervorragende Scheibe geworden. Zu den Ausnahmen gehören bezeichnenderweise die bisher unveröffentlichten Blueslangweiler World Without You und Crashin' Down Like Thunder. Ersteres eine lauwarme Ballade und Crashin'... bemüht einfach zu viele zu oft gelatschte Pfade. Das mag als Rausschmeißer im Club gut kommen, auf Tonträger animiert es zum Griff zu den ungleich seelenvolleren Vorbildern.
Wo wir von den neueren Stücken reden, Free ist ein extrem starkes Funky-Blues-Teil mit hypnotisierender Basslinie und modernisiertem Hendrix-/Trower-Funkenflug und Like A Man eine hübsche Ballade, die nach so viel Gitarrenoverkill wie Oropax bei einem Death Metal Konzert wirkt.
Signifikant ist, dass die Mehrzahl der mitreißenden Songs, und es sind nicht wenige, etliche Jahre auf dem Buckel hat. Beweist sich einmal mehr, dass Bluesrock nur in der gut abgehangenen und liveerprobten Variante wirklich berauschend ist? Nimmt man den an und für sich tausendmal gehörten Shuffle Baby Needs Lovin', wird klar, dass auch die ollste Stevie Ray Vaughan-Kamelle noch funktioniert, wenn sie im Studio so abgefeuert wird wie ansonsten auf der Bühne. Großartig!
Am besten ist die STONEY CURTIS BAND immer dann, wenn sie Lawinen lostritt und Stoney himself vom puren Saitenhexer zum Riffmaster mutiert. So marschieren Brocken wie Last Train To Chicago, Bullets (neu!) oder Around The World (wieder mit faszinierendem Bass) direkt vom Kleinhirn des Hobbynotenzählers in die Magengrube des Rockers und bewirken erhöhten Hunger auf ein Konzert der Band. Die kommen laut Plattenfirma ab Dezember 2005 und wir sind sehr gespannt. Ehrlich!
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