|
|
| Volume 3: Red White And Blue!, Eigenvertrieb, 2008 |
| Mick Stover |
Guitar, Bass |
| Gäste: |
|
| Erich Schneider, "Dirty" Dave Osti & Alan "BB" Mirikitani |
Vocals, Guitar |
| David Corrigan |
Vocals |
| Bubba Wadsmoore, Carl "Jan" Haasis, Gratz Arias & Philip Sayce |
Guitar |
| Teddy ZigZag |
Keyboards |
| Gerald Johnson |
Bass |
| David Raven, Steve Giba, Mark Danzeisen & Joe Travers |
Drums |
| Produziert von: Mick Stover |
Länge: 49 Min 10 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Harley Davidson® Red White And Blue* | 7. Never Say Never (Edge Of A Heartbreak) |
| 2. Slippin' Away | 8. Long Way To Run |
| 3. Stone Cold Rhythm Shake | 9. Long Gone |
| 4. Million-Mile Road | 10. Spanish Fly (Be My Little Lover) |
| 5. You Must Survive | 11. Hard On You (Instrumental) |
| 6. If You Don't Believe Me, Leave Me | 12. Superstition (Throb Mix) |
| * Harley Davidson is a registered Trademark of Harley Davidson | |
 |
Was für ein Niedergang! Auf der ersten CD musizierten noch vier Musiker in der Band und vier Gäste halfen ihnen. Bei Volume zwei waren's noch drei Bandmusiker und 14 Helfer, und bei "Red White And Blue!" ist nur noch einer, der die Fahne des GENTLEMEN'S BLUES CLUB hochhält, und der braucht dreizehn Gäste zur Hilfe. Das einzige Bandmitglied hieß früher Michael Stover und kommt heute mit dem Vornamen Mick aus.
In den neunziger Jahren tourte Mick Stover mit dem international bekannten Bluesmusiker BB Chung King (alias Alan Mirikitani) inklusive einer Tour mit Gilby Clarke und dem "King of the Blues", B.B. King. Während seiner langen und erfreulichen Karriere lernte Mick unzählige sehr gute Rock & Blues Musiker kennen, trat mit ihnen auf und schrieb jede Menge Stücke mit ihnen. Als er gebeten wurde eine Platte zu besingen, bat Mick seine alten Kumpels, mit ihm zu spielen, zu singen und die Songs für den GENTLEMEN'S BLUES CLUB fertig zu machen. Mick fragte Teddy ZigZag (GUNS N' ROSES, Alice Cooper), Philip Sayce (Melissa Etheridge, Jeff Healey), David Raven (Iggy Pop, Ricky Martin), "Dirty Dave" Osti und Frank Simes (Don Henley und andere).
Na ja, so entstand zuerst "Shotgun Wedding", dann "Longhorn Honeymoon" und schließlich "Red White And Blue!" mit der Harley von drauf.
Es war irgendwann in den späten sechziger Jahren. Ich und meine Freunde hatten lange Haare (noch nicht so lang wie später, aber immerhin). In Düsseldorf wurde "Hair" angekündigt, das erste amerikanische Musical. Natürlich mussten wir hin. Die letzten Kröten wurden zusammengekratzt und ab ging's nach Düsseldorf. Dort saßen wir in der ersten Reihe (uns ist später noch eine Darstellerin auf den Schoss gefallen, aber das nur nebenbei). Etwas, woran ich mich ziemlich gut zu erinnern meine, ist, dass dort irgendwann der Song Crazy For The Red, White And Blue zu hören war. Daran erinnerte ich mich, als ich diese CD hörte.
Gut, immerhin gilt "Hair" als Meilenstein der Popkultur in den späten 1960ern, aber rein musikalisch hat mir GENTLEMEN'S BLUES CLUB immer besser gefallen. Nur dass einer auf ner Harley fährt, die die amerikanische Flagge am Tank hat und darüber ein Liedchen macht, das kommt mir schon echt komisch vor. Und hätte nicht Dave Ostis Stimme mir die Nummer versüßt, ich weiß gar nicht, was ich dazu gesagt hätte.
Die Nummer ist vorbei, ich habe sie überlebt, und weiter geht's.
Stone Cold Rhythm Shake, die Nummer drei im Bunde, gefällt mir erstmals so richtig. Kein Wunder, ist doch auch Alan Mirikitani, Mastermind der BUDDAHEADS an Gesang und Gitarre zu hören. Das ist allerfeinster Bluesrock!
Die CD ist wie immer gut ausgewogen und reicht von allerfeinstem melodiösem Softblues wie Million-Mile Road und Never Say Never zu flottem Powerblues wie You Must Survive und besonders Long Gone. Aber auch wer auf fingerflinke Riffs und saubere Gitarrenläufe steht, bekommt hier eine volle Breitseite ab. Insgesamt aber kein Hau-Ruck-Rock, sondern ein solide groovendes Feuerwerk, bei dem die Fender noch singt (und nicht schreit). Die Scheibe hat außer Harley Davidson® Red White And Blue keinen Aussetzer und ist guten Gewissens zu empfehlen [Anmerkung aus München: wobei der Song musikalisch absolut kein Aussetzer ist; man kommt nur ob des Inhalts ins Grübeln].
Von den genannten Titeln brillieren vor allem Never Say Never (ein Drei-Gitarren-Softblues!), das Dreimann-Schmetterwerk Long Gone und das Instrumental Hard On You, bei dem die Protagonisten Alan Mirikitani, Mick Stover, Teddy ZigZag und Mark Danzeisen die Instrumente fliegen lassen. Mit Joe Travers statt Mark Danzeisen an den Drums und Philip Sayce an der Gitarre geben die Jungs um Alan Mirikitani zum Abschluss noch die Morris-Nummer Superstition.
Auch wenn ich den dritten Rundling des GENTLEMEN'S BLUES CLUB nicht ganz so toll finde wie die beiden vorigen, reckt sich der GBC unter all den vielen, oft banalen Scheiben des Genres Bluesrock gen Himmel wie eine Felsnadel, die so mancher drittklassigen Blues Band dieser Tage (ich spreche hier nicht nur von Herrn Moore...) wie ein Dorn ins Auge stechen muss. Wer Spaß an Bands mit feinfühlig interpretiertem, echten Blues Rock mag, kann beim GENTLEMEN'S BLUES CLUB blind zugreifen!
[Und noch eine Anmerkung aus München: Ich finde "Red White And Blue!" viel geiler als "Longhorn Honeymoon" - das Ding rockt. So ist das nunmal, er sagt hü, ich sag hott, trotzdem ist es geiler Rock...]
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|