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| Volume 1: Shotgun Wedding, Eigenvertrieb, 2005 |
| Michael Stover |
Bass, Vocals |
| Dave Osti |
Vocals, Guitars |
| Philip Sayce |
Vocals, Guitars |
| David Raven |
Drums & Percussion |
| Gäste: |
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| Lee Spath |
Drums |
| Teddy ZigZag |
B3, Strings, Keyboards |
| Alan Mirikitani |
Guitars, Vocals, Blues Harp |
| Mike Huckler |
Vocals (Whipping Post) |
| Produziert von: Michael Stover |
Länge: 39 Min 42 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Dust Broom | 6. Lyndell Shuffle |
| 2. Shotgun Wedding | 7. Whipping Post |
| 3. Like The Thorn Protects The Rose | 8. The Gift Of Life |
| 4. The Bastard | 9. White Room |
| 5. Living At The Aztec Hotel | 10. Miser Blues |
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Hoppla, da schwingt aber jemand das ganz feine Seziermesserchen und zwingt den bösen Kritiker flugs auf die Knie. Wenn der sich nämlich geistig schon mal auf ein Schlachtfest einstellt, weil THE GENTLEMEN'S BLUES CLUB sich an Whipping Post von den geliebten ALLMAN BROTHERS "vergehen". Auf Sakrileg steht Worthaue und schon ist der Verriss fertig.
Halt! Was da den Boxen entweicht ist ja Whipping Post und keine Whipping Post-Verballhornung. Menschmeier, das durfte man nicht erwarten. Also gleich nochmal und nochmal angehört, es wird doch wohl wenigstens ein klitzekleiner Fauxpas zu entdecken sein, aber nix, dieses Whipping Post bleibt in dieser Form die zweitbeste Version ever.
Gut, dann packen wir das Hackebeil wieder ein und widmen uns dem zweiten Coversong auf diesem Album, White Room von den seligen CREAM. Die Nummer ist so abgenudelt, dass man sie ohne schlechtes Gewissen als Gammelfleisch bezeichnen kann.
Und wieder: Verdammich nochmal, diese Band ist großartig! White Room mit einem monströsen zweistimmigen Gitarrensolo, dass einem ganz anders wird vor Begeisterung.
Jetzt greifen wir erstmal zu einem Tässchen Bier und beschäftigen uns näher mit diesem ehrenwerten Blues Club.
Die Band wird vollmundig als All-Star Kapelle angekündigt. Nun ja, die Herren sind zwar eher in der zweiten Reihe beheimatet, aber auch von dort lassen sich wunderschöne Flanken schlagen. Der bekannteste Name ist wohl der des Studioengineers Alan Mirikitani, besser bekannt als B.B. Chung King von den BUDDAHEADS. Der tritt auf dem Album öfter mal als Gitarrist und Sänger in Erscheinung und fügt sich bestens ins Geschehen ein. Die anderen? Michael Stover, Philip Sayce, Dave Osti, Teddy ZigZag, Mike Huckler, David Raven. Allesamt begehrte Musiker, aber vermutlich nur dem ganz inneren Kreis der Fangemeinde bekannt. Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle ein längerer Ausflug auf die diversen Homepages der Herrschaften empfohlen (Augen links, da sind die Links!).
Bandname, Rudelbildung von Cracks und Edelaufmachung eines Produkts lassen in vielen Fällen auf glattgebügelte Profimucke ohne Soul und Tiefgang schließen, THE GENTLEMEN'S BLUES CLUB haben das genaue Gegenteil geschafft. Mit gleich 4 überragenden Sängern und Gitarristen plus bei Bedarf eingesetzten Keyboards von Teddy ZigZag hat die Band ein kompaktes, wunderschönes Rockalbum eingespielt, das vor Groove und Ideen schier tropft.
Indikator für ein gelungenes Experiment sind für den Rocker die Balladen einer Platte. Acoustic-Songs wie Like The Thorn Protects The Rose oder The Bastard (was für eine traumhafte Gitarre) hat man in diesem Glanz seit längerem nicht mehr gehört. Aber auch im reduzierten Trioformat und mit einem trocken rockenden Titel können die Gentlemen völlig überzeugen: Living At The Aztec Hotel besticht durch seine Dichte und eine federnd-pumpende Gitarre die ihresgleichen sucht. Gleich danach treten die Herren Osti, Sayce und Mirikitani im eigentlich simplen Lyndell Shuffle an und werfen sich die Soli wie Zirkusjongleure zu.
Auf beinahe jeder anderen CD wäre Whipping Post das absolute Highlight, speziell in so einer begnadeten Version, auf "Shotgun Wedding" ist es 'nur' eins von zehn, aber was für eins. Mike Huckler singt sensationell, Osti und Mirikitani lassen dazu die Gitarren wie lautlos gleitende Segelflugzeuge in die Stratosphäre fliegen und über allem die Hammond von ZigZag. So, und nur so, kann man Jahrzehnte danach noch neue Fans für diese Art Musik finden. Für White Room gilt selbiges, diesmal sind es die Herren Osti und Sayce, die brillieren. Hätten WISHBONE ASH, THIN LIZZY oder LYNYRD SKYNYRD den Song jemals gespielt, sie hätten sich verdammt anstrengen müssen, um diese Intensität und Gitarrenmacht zu erreichen.
Beim Titelsong sind es wieder drei Gitarren und eine beinahe verschwenderische Harmoniefülle, die auf eine mindestens doppelt so lange Spielzeit wie die tatsächlichen vier Minuten hoffen lassen. Das gilt für die gesamte CD, man wünscht sich die Band live und in unbegrenzter Länge.
Kurz und gut, im Meer der reichlich überflüssigen Bluesrock-Veröffentlichungen ist der GENTLEMEN'S BLUES CLUB eine lang ersehnte und kaum zu erhoffende Bereicherung. Groß!
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