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The Jay B. Elston Band:

The Jay B. Elston Band

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The Jay B. Elston Band
The Jay B. Elston Band, Eigenvertrieb, 2000
Jay B. Elston Lead Vocals, Lead Guitars, Dobro, Slide Guitar, Pedal Steel, Harmonica
Rory Faciane Drums, Percussion
Scott Womack Bass, Vocals
Gäste:
Clarence 'Gatemouth' Brown Lead Guitar (Wake-N-Bake)
Brint Anderson Lead Guitar (Never Too Much Of You und Louisiana's Callin' Me)
Smokey Greenwell Harmonica (Voodoo Woman, Cruel Operator und Can't Win For Losin')
Glen Sears Congas, Percussion
Produziert von: Dave Reynolds & The Jay B. Elston Band Länge: 64 Min 54 Sek Medium: CD
1. The Rambler (3:06)10. Wake-N-Bake (4:30)
2. Cruel Operator (4:23)11. Louisiana's Callin' Me (5:04)
3. Voodoo Woman (3:20)12. Honey Island Swamp (1:22)
4. Motor Run (3:02)13. Turning Blue (3:27)
5. Come On In And Boogie (4:50)14. Get Freaky (5:18)
6. Ruby's Roadhouse (3:32)15. Never Too Much Of You (3:57)
7. Chase These Blues Away (4:00)16. Big City Blues (3:38)
8. Devil Deep Inside (2:57)17. Mountain Top (4:21)
9. Can't Win For Losin' (4:16)

Ich höre ihn schon aufheulen. Unseren Drachenjäger und unentwegten Sucher nach neuer Musik Martin (wobei "neu" für alles ab dem Jahr 1274 und keltischen Ursprung gilt). Nein, für Freunde der Innovation und schräger Töne ist die JAY B. ELSTON BAND überhaupt nichts. Finger weg!
Exemplarisch warnt Jay B. solche Leute mit dem Song Come on in and Boogie. Alles klar soweit, oder? Die Schalmei bleibt im Eck stehen und dafür gibt es kernigen Blues und Rock aus Louisiana.

Rein kopftechnisch verschlägt es mir angesichts des Covers ("In memory of: ...all our fallen friends") und der Homepage ("God bless America") erst mal ein bisschen die Laune. Warum nur müssen die alle so stur "patriotisch" sein? Das passt doch gar nicht zu solchen langhaarigen Bombenlegern.
Natürlich tritt die Band auch beim "25 Anniversary Lynyrd Skynyrd Plane Crash"-Festival, im Oktober 2002, zusammen mit Travis Tritt, der Artimus Pyle Band, Charlie Daniels, 38 Special etc. auf. Aber egal, uns kann das letztendlich Banane sein, wir sind schließlich zuerst mal mit der "Stoppt Stoiber"-Kampagne beschäftigt.

Die Musik ist wichtiger und die ist gut. 64 Minuten lang stapft man knietief in den Sümpfen von Louisiana umher und man bekommt einen Mix aus Blues, leicht funky Stuff, Southern Rock und Boogie ausgesprochen kompetent und angenehm ums Ohr gehauen. Das hebt die Laune wieder entscheidend. Jay B. ist ein sehr guter Gitarrist, der flexibel zwischen den Welten von Duane Allman, Dickey Betts, Allen Collins, Dave Hlubek, Michael Katon, Rick Derringer, Pat Travers, Hughie Thomasson, Johnny Winter etc. umherwandert, eine scharfe Slide spielt, ordentlich "rifft" und auch seine Solo-Lektion perfekt gelernt hat. Über 30 Jahre als Musiker prägen... Das hört man vor allem an seiner Stimme. Geile Röhre!

Über den Durchschnitt der üblichen Blues- und Rock-Trios wird die Band letztendlich durch die Rhythmusabteilung gehievt. Bassist Scott Womack erinnert mich mehr als einmal an Jon Paris, als dieser mit Johnny Winter 1979 den Rockpalast angezündet hat.
Zum Drummer Rory Faciane muss man ein paar Takte verlieren. Ein Power-Schlagzeuger erster Güte, weit weg vom üblichen Bluesrock-4/4-Getrete. Der Mann hat im Percussion Institute of Technology (P.I.T.) in Los Angeles sein Handwerk gelernt und klingt, im Gegensatz zu vielen solchen Technikern, ausnehmend groovy. Es swingt und rollt und rockt und selbst die kleinen artistischen Einlagen stören den Fluss der Musik nicht. Sehr beeindruckend.

Auf der CD gibt es 17 Songs, eine ganze Menge also und das ist eigentlich das einzige kleine Manko: 3, 4 Songs weniger hätten es auch getan, dafür hätte ich mir eine längere Version des wunderschön leichtfüßig dahintrabenden Never Too Much Of You gewünscht. Solche Southern-Schmankerl hört man gern 8 statt 4 Minuten. Gleiches gilt für den Slide Guitar-Groover Big City Blues. Die unaufdringliche (!) Pedal Steel macht hier einen wirklich guten Eindruck.

Mit Mountain Top ist Jay ein absolutes Highlight gelungen. Leichte Ähnlichkeiten zu Rock & Roll Hoochie Coo sind nicht zu leugnen, aber das geht ja bekanntlich auch gewaltig ab.
Weitere Lieblingssongs des Schreibers: Cruel Operator, ein stampfender Blues mit Harp. Der Rhythm & Blueser Wake-N-Bake, bei dem die Blueslegende Clarence "Gatemouth" Brown Gitarre spielt, fragil und - wie es sich für einen beinahe 80jährigen gehört - messerscharf. Der Standard-Rocker Voodoo Woman (alleine schon wegen dem Titel), der lockere Boogie Motor Run, natürlich das erwähnte Come On In And Boogie und selbstredend Ruby's Roadhouse, ein Boogie mit Molly Hatchet-Flair.
Ebenfalls sehr schön sind Can't Win For Loosin' und Louisiana's Calling Me (mit zweiter Gitarre und das ist gut so). Southern Rock pur.

Kein Song fällt wirklich ab. Das eine oder andere Klischee wird natürlich recht ausgiebig bedient, aber was kann man schon an einem gesunden Wertkonservatismus bemängeln? Stände auf der Homepage jetzt noch "GOD BLESS THE WORLD AND ROCK & ROLL", dann würden meine Werte auch stimmen. Musikalisch gesehen bin ich eh konservativ.
Diese CD gibt es in Europa nur bei Bärchen Records!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2002

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