| Sweet N Sour, Mute Records, 2002 |
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| Jon Spencer |
Vocals, Guitar |
| Judah Bauer |
Guitar |
| Russel Simins |
Drums |
| Steve Jordan |
Maracas & Tambourine |
| Produziert von: Steve Jordan |
Länge: 11 Min 14 Sek |
Medium: CD-Single |
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| 1. Sweet N Sour | 3. Alex |
| 2. Maureen | |
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Oh weh. Eine Single
Schon früher, als die Dinger noch schwarz waren, in der Mitte ein großes Loch hatten und 6 Mark kosteten, mochte ich sie nicht. Alle 4 Minuten zum Plattenspieler laufen, die Rückseite meistens eh Mist, grundsätzlich wurden sie bei der nächsten Party entweder geklaut oder zerkratzt (wahlweise mit Kerzenwachs verziert) und nach 1980 kam sowieso nie eine dieser Zwergplatten in die Hitparaden (weil meine Musik seit damals irgendwie out ist).
Nur gab es auch damals leider schon einige Spezialisten, die grundsätzlich zu jeder LP-Veröffentlichung eine oder zwei Singles machten, die je einen Song enthielt, der nicht auf dem Album vertreten war. Ärgerlich war das. Sehr ärgerlich. STATUS QUO waren beispielsweise solche Helden.
Ca. 7 Jahre später gab es diese Songs dann auf einem Best Of-Album und heutzutage, im CD-Zeitalter, wird der ganze Krempel auf x Compilations verbraten.
Fragt sich also der Hörer/Käufer, was das soll. Entweder ist es pure Geschäftemacherei, was angesichts der heutigen Verkaufszahlen im Rock & Roll eher unwahrscheinlich ist, oder es sollen ein paar Songs verbraten werden, die als Outtake auf dem aktuellen Album nie einen Platz bekommen hätten oder man hat ein paar Liveaufnahmen übrig, die auch irgendwie unters Volk kommen sollen. Und bitte, welches Radio spielt im Jahr 2002 solche Musik?
Beste Voraussetzung also für die aktuelle Single (schon die zweite Auskopplung aus dem Album "Plastic Fang", das übrigens ein Spielzeit von grade mal 47 Minuten hat) der JON SPENCER BLUES EXPLOSION.
Und um dem das Krönchen aufzusetzen, gibt es die Singles auch noch als 7" auf Vinyl und die hat noch mal einen differierenden Song drauf. Aaaargh!
Soweit also die Plattenfirmenschelte. Ich sag es Euch gleich: Oft kriegt Ihr bei uns nicht die Gelegenheit, 11 Minuten Musik kostenlos zu bewerben. Denn nichts anderes als Werbung ist das jetzt Folgende.
Und warum tun wir es?
Weil die 3 Songs affengeil sind!
Was die Plattenfirma kann, kann ich auch. Deswegen hier das Zitat aus meinem eigenen Review zu "Plastic Fang":
"Sweet N Sour ist purer Bleifußboogie." Ätsch, mehr gibt's nicht!
Die beiden anderen Songs haben es aber auch in sich.
Maureen kreist um ein düsteres Fundament, sägt und reißt an den Speakern, wird von den Maracas aufgelockert und mündet irgendwie doch in einem eingängigen Chorus, bevor in der Mitte ein pures Rock & Roll-Interlude kommt. Dann wieder diese seltsame "wavige" Stimmung, nahe an Lou Reed, nur härter. Starker Song!
Tja, dann noch Alex. Hier gibt Spencer mal wieder den Heavy-Elvis (nicht wegen dem Gewicht!). Der Mann hat den Rock & Roll im Stimmband.
Was die Nummer aber zum Highlight macht, ist die Gitarre. Dieses kleine Lick macht es aus. Das ist der Trick, wie man einen Song von gut zu großartig macht. Das ist wie die Falle für die Maus. Nur 2, 3 Töne/Käsestücke und der Hörer/Mäuserich fällt darauf herein und schnapp macht's. Ich meine nicht die Technik! Es gibt sicherlich Millionen besserer Gitarristen. Aber warum sind manche Chuck-Riffs unsterblich? Nicht weil er so gut spielt ...
Ja Käufer, so ist das. Entscheiden muss jeder selbst, ob er zum örtlichen Dealer geht und die Scheibe abgreift. Dem Spencer-Fan bleibt eh kaum was anderes übrig, den anderen kann ich es nur empfehlen (musikalisch gesehen!) und was ich den Plattenfirmen rate sag ich nicht, aber mit ein bisschen Phantasie ist das auch einfach.
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.06.2002
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