HoR Logo kl CD-Review:

Logo The Tangent

Not As Good As The Book

Logo Home-of-Rock
Startseite > Alle Bands von A-Z > The Tangent > Not As Good As The Book

Link Homepage:
Offizielle The Tangent Homepage
Link Kaufen:
Just For Kicks Music
Link Plattenfirma:
InsideOut Music
Link Vertrieb:
SPV
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Not As Good As The Book
Not As Good As The Book, InsideOut Music/SPV, 2008
Andy Tillison Vocals, Organs, Synthies, Pianos, Guitars
Guy Manning Acoustics, Vocals
Jonas Reingold Bass
Jaime Salazar Drums
Jakko M. Jakszyk Guitars, Vocals
Theo Travis Flutes, Saxophone
Gast:
Julie King Vocals
Länge: 94 Min 43 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. A Crisis In Mid Life5. Not As Good As The Book
2. Lost In London Twenty Five Years Later6. A Sole Of Two Souls
3. The Ethernet7. Bat Out Of Basildon
4. Celebrity Purée
CD 2:
1. Four Egos One War2. The Full Gamut

Wer im Jahr 2006 eine Scheibe wie "A Place In The Queue" vorgelegt hat, könnte sich jetzt selbst ein Bein stellen. Denn eben auf diesem Album hörten wir den an die 70er-Jahre orientierten "Über-Prog-Rock", der zudem mit vielerlei Einflüsse aus dem Canterbury und auch aus dem Jazz garniert war. Die Musik war so gut, dass man der flachen und nüchternen Stimme von Mastermind Andy Tillison keine zu große Beachtung schenken musste. Ja, auch Tillison hat vom Weggang eines Roine Stolt (FLOWER KINGS) profitiert, genauso wie die Jungs von KAIPA nach dem Ausstieg des Oberflokis wieder das Lachen erlernt haben. Da spielt es auch keine Rolle, dass Schlagzeuger Jaime Salazar ein Ex-Floki ist, denn der hat offensichtlich ganz einfach nur einen Hang zur guten Musik.
THE TANGENT, das bedeutet feinster Retro-Prog. Das hat der geneigte Prog-Fan schon vor dem Einlegen der Scheibe so für sich beschlossen. Warum? Das sehen eben fast alle so, die sich mit der Materie beschäftigen. Auch ich! Tillison behauptet ja, dass seine Kompositionen allesamt auf recht einfachen Strukturen basieren. Wenn man sich dann allerdings die Ergebnisse zu Gemüte führt, stößt man in der Regel auf ein Gefüge, welches beim besten Willen nicht einfach zu erfassen ist.
"Not As Good As The Book" ist ein Konzeptalbum. Eine Zukunftsgeschichte mit Blick in die Vergangenheit, in der sich alles um den Prog der 70er-Jahre dreht. Da muss der Bezug zur eigenen musikalischen Vergangenheit vorhanden sein. Man beachte Lost In London Twenty Five Years Later, denn auf dem Vorgänger fanden wie die schlicht betitelte Nummer Lost In London.

Eine Doppel-CD, wovon jede mit einer eigenen Überschrift versehen wurde. CD 1 mit 7 Songs von kurzer bis mittlerer Spiellänge, worauf das 10-minütige The Ethernet die Speerspitze bildet, und der Überschrift "A Crisis in Mid-Life". CD 2 mit zwei echten Longtracks von jeweils über 20 Minuten verzwirbelter Musik, die sich "Throwing Metal At The Sky" schimpft. Und die gesamte Instrumentalisierung ist, wie zu erwarten war, umfangreich. Bewährte Pianos, Orgeln, Moogs, Flöten, Saxophon und ein Guy Manning, der es sich nicht nehmen ließ, die akustischen Beigaben zu liefern.
Respektvoll muss man feststellen, dass es auf "Not As Good As The Book" nur so vor lauter Abwechslung hagelt. Der SAGA-Fan würde beim Eröffnungssong A Crisis In Mid Life unmittelbar mit dem Fuß wippen und im weiteren Verlauf mehr als eingängige Harmonien erwarten. Was hier ungewöhnlich mainstreamig beginnt verändert zur Mitte hin seine Stimmung, wird stellenweise funky und bekommt die typische TANGENT-Atmosphäre. In Lost In London Twenty Five Years Later hören wir, verursacht durch die umfangreichen Flötentöne, ganz moderne JETHRO TULL, The Ethernet kommt geradezu dramatisch und überzeugend beim Hörer an.
Die Band kann es sich in Bat Out Of Basildon sogar leisten, fast geschlagene 6 Minuten mit einem einzigen Riff auszukommen, dieses lediglich mit ein paar althergebrachten Beats zu vervollständigen und das Herausragende dabei ist und bleibt die Tatsache, dass das Stück nicht langweilig wird. Verschweigen wollen wir auch nicht die jazzigen Darbietungen, die insbesondere im vorderen Bereich der Tracklist wahrzunehmen sind.

Nach dem Einlegen von CD Numero 2 meldet sich Julie King zu Wort, verabreicht uns sanft anmutende Gesangsharmonien und lädt uns zusammen mit der Band zu einem progressiven Feuerwerk ein. Dabei verarbeiten THE TANGENT Unmengen an Ideen, vermischen klassischen Prog mit einfachem klassischen Rock und bleiben somit für jedermann zugänglich und hörenswert. Ein echter Mehrteiler!
Etwas schwergängiger ist dagegen The Full Gamut. Wesentlich atmosphärischer zeigt die Band mehr Windungen und kommt etwas verquerer daher. Ein Auf und Nieder mit zahlreichen geilen Taktwechseln lässt den Song ebenfalls zum Genuss werden.

Ich war nach "A Place In The Queue" eigentlich zu der Überzeugung gekommen, dass es das war. Nicht zu steigern. Aber sie haben es tatsächlich geschafft, auch wenn mir kein einziger neuer Track so gut wie GPS Culture gefällt. Das ist dann aber in der Tat wirklich nur noch persönliche Geschmacksache. Fakt ist: THE TANGENT gehören spätestens jetzt in die oberste Prog-Liga. Sie sind mit das Beste, das das Genre zu bieten hat! Und der Oberfan wird sich vermutlich die besondere Edition mit einem 100-seitigen Comic-Booklet zulegen.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Artikelliste), 04.06.2008

Startseite > Alle Bands von A-Z > The Tangent > Not As Good As The Book

 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt