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Put The Hammer Down

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Put The Hammer Down
Put The Hammer Down, Lakeside Lounge Records, 2006
Eric "Roscoe" Ambel Vocals, Guitar, Piano, Drums, Percussion
Dan Baird Vocals, Guitars
Keith Christopher Vocals, Bass
Terry Anderson Vocals, Drums, Percussion, Guitar, Piano
Gast:
Bob Packwood Hammond Organ
Produziert von: Eric "Roscoe" Ambel Länge: 48 Min 38 Sek Medium: CD
1. Where's Your Boyfriend At8. Everything/Anything
2. All Dressed Up9. Gettin' Drunk
3. Never Give An Inch10. Between You And Me
4. Right As Rain11. Fittin' To Do
5. Love Train12. Roam
6. Hurtin' Thing13. Over The Top
7. Would It Kill You

Leser, was erwartest Du? Eine ausführliche Biographie der YAYHOOS und ihrer Mitglieder? Leser, was bist Du? Ein Rock'n'Roller oder ein schlaffer Bildungsbürger, der sich seine Informationen nachtragen lässt? Schon mal was von Google und Home of Rock gehört? Es gibt keine deutschsprachige Internetressource, die mehr über die Herren Eric "Roscoe" Ambel, Terry Anderson, Dan Baird und Keith Christopher bereit hält als eben das Home of Rock. Google wird es bestätigen. Also such Dir die fehlenden Infos gefälligst selbst zusammen, der Reviewer ist müde, so müde von den jahrelangen Predigten und Lobpreisungen, die irgendwie allesamt unnütz und für die Katz sind. Und irgendwie müde sind die YAYHOOS auch.

"Fear Not The Obvious" war vor fünf Jahren ein Hammer. Die miserabel besuchte Tour im gleichen Jahr bot schwitzenden Rock & Roll vom Planeten Exzess und dann war zugunsten der Soloaktivitäten der Herrschaften erstmal Pause. Seit Jahren wurde eine zweite CD kolportiert, aber so richtig zu Potte kam man nicht. Jetzt ist sie da, erschienen auf Ambels Label Lakeside Lounge Records. Und zum ersten Mal in all den Jahren gläubiger Dan-Baird-Gefolgschaft ist der Reviewer ein klein wenig enttäuscht. Obwohl, Enttäuschung ist nicht das richtige Wort, eher Verblüffung über die Besinnlichkeit und Betulichkeit der Boogie-geprüften Haudegen.
"Put The Hammer Down" heißt sie und (wie Freund Detlef beim gestrigen Bier sagt) angesichts dieses Titels erwartet man heftigeren Stoff.
Der Quasi-Titeltrack und Opener Where's Your Boyfriend At ist natürlich herrlich heftig. Keith Christopher torkelt mit einem völlig "verhauten" Bass-Intro in einen wundervollen Rocker, Dan und die anderen krähen dazu reichlich vergnügungssüchtig. All Dressed Up geht als geil schiebender STONES-Klon auch noch bedenkenlos durch. Beide Nummern sind übrigens von Terry Anderson geschrieben. Aber wenn Baird dann Never Give An Inch propagiert - was er zweifellos wirklich noch nie getan hat, der Mann ist so echt wie einer nur sein kann - fehlt plötzlich etwas. Die Guitar-Battle? Wo ist Roscoe Ambel und wo ist der Punch zum Knockdown aller Zweifler?
Ambel taucht im folgenden Right As Rain in einer eigentlich beeindruckenden Gitarrenwand, aber im Hintergrund auf. Hmmm. Love Train von den gloriosen O'JAYS, dem gewaltigen Philly-Sound Gesangstrio der Siebziger, hat Feuer. Aber zu wenig! Außerdem ist es eine olle Kamelle, die Nummer war schon vor Jahren auf einer Compilation von Bloodshot Records vertreten.
Wenn Baird Would It Kill You skandiert, hat man beinahe die Power seiner eigenen Platten im Genick. Aber eben nur beinahe. Da ist zu viel Roots und zu wenig Roll im Spiel. Die "Vorstellungsnummer" Everything/Anything ist halt Gaudi und Terry Andersons Gettin' Drunk hat dann wieder diesen STONES-Basement-Touch. Kommt cool, ist ebenfalls Gaudi pur, bleibt aber letztlich ohne explosiven Höhepunkt.

Der Reviewer mäkelt schon die ganze Zeit unterschwellig an Eric Ambel herum. So sehr er ihn eigentlich mag, für diese CD der YAYHOOS hat er nicht seine größten Leistungen vollbracht und nach dem faden Between You And Me nervt die fehlende zweite Gitarre (eines Ken McMahan beispielsweise) völlig. Übrig bleibt braver Rock. Genau wie bei Roam, einem Song der vor Urzeiten phantastischen Chaos-Popband B-52's, den die YAYHOOS rezitieren, aber eben nicht mehr. Der Wille zum finalen Rock & Roll Shoot-Out, in welcher Form auch immer das stattfinden könnte, fehlt.
Versöhnlich stimmt zum Schluss die schöne Ballade Over The Top, die Keith zusammen mit dem Briten Tony Colton geschrieben hat. Der war mal Bassist bei HEADS HANDS & FEET und produziert bis heute tolle Platten, von YES bis Gallaghers "Big Guns"-Retrospektive.

Leser, jetzt hast Du doch wieder einen Haufen Information kostenlos bekommen. Die Wissenslücken zu den Herren Ambel, Anderson, Baird und Christopher suchst du dir bitte via Google selbst. Du wirst dann eh wieder aufs Home of Rock stoßen.
Einstweilen bleibt, dass sich der Reviewer von "Put The Hammer Down" ein klein wenig mehr versprochen hat. Er kann sich aber auch täuschen. Bis zum offiziellen Veröffentlichungstermin am 20. Juni 2006 ist ja noch etwas Zeit. Genug für ein paar Dutzend weitere Anhör-Sessions.

Der Reviewer, (Impressum, Artikelliste), 02.05.2006

P.S.: Der 20.06. ist inzwischen lange verstrichen. Die Scheibe ist immer noch gut, aber eben nicht gewaltig.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.07.2006

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