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Turning Leaf

Finally

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Finally
Finally, Sweden Rock Records, 2003
Pär Wennerström Vocals
Magnus Holmberg Hammond, Keyboard
Mats Olsson Bass
Patrik Lindberg Guitar
Ola Jönnberg Drums, Percussion
Produziert von: P-O Nilsson, Karl Granberg & Turning Leaf Länge: 44 Min 15 Sek Medium: CD
1. Slow Train7. Busted
2. Liar Liar8. Living On Those Lies
3. Ain't No Sunshine9. Some Sins
4. Resurrection10. Losing Time
5. No Love Around11. Going Down
6. Give Me Up

5 Schweden, die bei Sweden Rock Records ihre erste CD veröffentlichen. Klar, da erwartet man nicht unbedingt die große Innovationswelle. Eigentlich gibt es nur 2 Möglichkeiten: Melodic Rock oder klassischen Hard Rock.
Und prompt kommt gradezu beängstigender Retrosound von der Scheibe.

Ich geb es zu, die CD lag jetzt einige Monate bei mir herum und ich wusste nicht, wie ich sie fair beurteilen sollte. Einerseits sind alle 11 Songs vollständig geklaut und andererseits ist das Ergebnis trotzdem hochklassig.
Wat nu, fragt sich der potentielle Kunde.

Um es einfach zu sagen, TURNING LEAF sind nicht das Böhnchen eigenständig oder gar mit dem Talent zu modernen Sounds gesegnet. Dafür haben sie ihre Ration 70er-Classic Rock per Elch-Trinkhorn in größtmöglichen Mengen zu sich genommen.
Mag der eine oder andere vielleicht BAD COMPANY, FREE, WHITESNAKE, URIAH HEEP (ok, das Intro von Losing Time IST Heep) oder LED ZEPPELIN heraushören, ich denke bei "Finally" immer nur an eine einzige Band: DEEP PURPLE.

Purple waren bekanntlich gerade auf Tour und alle Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, waren von den alten Herren enttäuscht (speziell Gillan's weißer Schlafanzug kam toll an). Mir haben sie gefallen, aber auch ich musste die Erinnerung an alte Zeiten weitgehend ausblenden und mich am fröhlichen Zusammenspiel der Oldies erfreuen.
All den Enttäuschten kann ab sofort geholfen werden. Kauf Euch einfach diese Schweden und alles wird wieder gut.

"Finally" deckt die gesamte Purple-Kreativ-Periode zwischen 1970 ("In Rock") und 1984 ("Perfect Strangers") ab. Seitdem zitieren sie sich weitgehend selbst und deswegen endet auch der schwedische Adaptionsoverkill Mitte der 80er. Gut so. Schlecht so.
Wer es bis jetzt noch nicht kapiert hat: Nichts, aber auch gar nichts auf dieser Platte ist neu oder ungehört. Aber es ist durchwegs gut.

Herausragend dabei ist die wunderbare Hammond von Magnus Holmberg. Selten hört man so tiefe, warme Sounds. Sänger Pär Wennerström hat auch ein Vorbild. Ratet mal wen...
Naturgemäß fehlen die extrovertierten Gitarreneskapaden eines Ritchie Blackmore, aber die fehlen auf allen Platten, die er nicht selbst eingespielt hat (mal abgesehen von seinem Mittelalter-Trallala). Kein Grund zur Beunruhigung also, es gibt genug feine Riffs und Soli zu hören. Glover und Paice zocken ihren Part ebenfalls gewohnt souverän und druckvoll herunter. In der schwedischen Übersetzung haben sie allerdings ungewohnte Namen (s.o. in der Besetzungsliste).

Leicht ist schwer was und nach gut 3 Monaten Überlegung sind die Würfel gefallen: Daumen hoch für diese innovationsfreie Zone!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2003

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