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| Back In The Ring, MTM Music/SPV, 2006 |
| Leon Goewie |
Vocals |
| Barend Courbois |
Bass |
| Hans in't Zandt |
Drums |
| Peter "Slash" Bourbon |
Guitars |
| Gäste: |
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| Michael Voss |
Additional Guitars, Keyboard & Background Vocals |
| Michael Eurich |
Drums (Rip It Off) |
| Wolf Hoffman |
Lead Guitar (Mind Over Matter) |
| Arjen Lucassen |
Lead Guitar (Captain Moonlight) |
| Matt Sinner, Andrew Elt, Jan Koster |
Backing Vocals |
| Produziert von: Michael Voss |
Länge: 49 Min 09 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Back In The Ring | 7. Had Enuff |
| 2. No Mercy | 8. Now And Then |
| 3. Mind Over Matter | 9. Cowboy Style |
| 4. Captain Moonlight | 10. Rip It Off |
| 5. Holy Water | 11. Eveline |
| 6. Bad Attitude | |
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Großes Pech. Die Holländer haben nie nix erfunden. Ich meine diese Holländer hier, die anderen haben zwar außer schnittfestem Wasser in Tomatenhaut auch nicht viel erfunden, aber VENGEANCE müssen immer sehr unter ihrem Status als Nichtserfinder gelitten haben. So sehr, dass der frühere Gitarrist Arjen Lucassen sogar das progressive Erfinderprojekt AYREON gründete. Die Schweiz, auch so ein Kleinstaat, hatte wenigstens das Rennen um die zweitbesten AC/DC gewonnen, Niedersachsen gilt nach wie vor als Zwergstaat mit der besten Ilse Werner Kopie und Österreich hat..., hmmm, bestimmt auch irgendwas vorzuweisen. Nur VENGEANCE und Holland gingen ständig leer aus. Dabei war die Band um Lucassen und Sänger Leon Goewie in der Sympathiewertung immer ganz weit vorne, aber außer Schulterklopfen und ein paar Achtungserfolgen in Resteuropa war da nicht viel.
Ernst jetzt. Das Problem bei VENGEANCE war wohl in der Tat, dass sie nicht wirklich als Trendsetter reüssieren konnten. Alles was sie machten gab es schon vorher, auch wenn ihre drei wichtigsten Platten ("We Have Ways To Make You Rock", "Take It Or Leave It" und "Arabia") von 1986 bis '89 aus dem sonstigen Eighties-Schlamassel weit herausragten. Dann kam was kommen musste: interne Streitigkeiten brachten Besetzungswechsel, der Zeitgeist setzte altbackene Hardrocker generell auf die "Geht-ja-gar-nicht-Liste" und letztendlich kam es zur zwangsläufigen Auflösung. "Back From Flight 19" war 1997 ein hübscher Versuch, wurde aber weitgehend ignoriert und eigentlich hatte man VENGEANCE damit endgültig vergessen. Dass die Band 2006 wieder da ist, wurde sicher irgendwo gemeldet, ich hab's übersehen und bin dafür jetzt um so geplätteter.
Axel Schulz wird demnächst auch wieder in den Ring zurückkehren - leider wird er wie immer schrecklich eins übergebraten bekommen. Da würde er mal besser die neue CD von VENGEANCE kaufen, die tut nicht so weh und hat einen ebensolchen Bums wie sein Comebackgegner (falls er nicht Regina Halmich zum Tanze bittet). "Back In The Ring" haut aber sowas von direkt aufs Kinn, dass man schon von den ersten beiden Nummern, Back In The Ring und No Mercy, kräftig angeknockt ist. Die Holländer sind nicht nur zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, aufgrund der absolut unmittelbaren Produktion und den von Firlefanz befreiten Arrangements geht "Back In The Ring" noch einen weiteren Schritt vorwärts in die Vergangenheit. Superschwergewichtshardrock ist beinahe untertrieben. Bollerbass (Barend Courbois kennt man eventuell von BISS oder Steve Fister, bei dem auch Drummer Hans in't Zandt zockt), maximal dreckige Gitarre und Leon Goewies überragendes Gekreische ziehen einem das Suspensorium über die Waden und sorgen nicht nur untenrum für eine beängstigend offene Deckung.
Zu unser aller Glück wird in Runde drei und vier sukzessive etwas Druck herausgenommen, das Anfangstempo würde keiner überstehen, wir sind ja nicht mehr die allerjüngsten. Von Verschnaufpause kann man allerdings über die gesamte Spielzeit nicht reden und spätestens mit Holy Water gibt's wieder Volldampf auf die Backen.
"Slash" Bourbon überzeugt mit haufenweise Links-Rechts Kombinationen, simpel vorbereitet und effektiv vollstreckt, zeitweise unterstützt von Produzent Michael Voss (BISS, DEMON DRIVE, CASANOVA, Gary Barden u.s.w.), Wolf Hoffman (ACCEPT) oder Arjen Lucassen an den zweiten Gitarren.
"Back In The Ring" ist ein glanzvolles Album geworden, jedoch nie auf Hochglanz poliert oder zu sehr auf die vermeintlichen Vorbilder schielend. Natürlich erkennt man sie alle wieder, die Riffs und Tricks, Finten und Körpertreffer, das ist ja bei einer so alten Sportart gar nicht zu vermeiden. Aber wer so mit den Pfunden und Melodien wuchert, hat einen bedeutenden Kampf gewonnen. Und für den witzigen Heavy-Boogie Cowboy Style gibt's noch eine Extrawertung.
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