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Venice

Welcome To The Rest Of Your Life

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Welcome To The Rest Of Your Life
Welcome To The Rest Of Your Life, 105music/Sony Music, 2003
Mark Lennon Lead Vocals, Tambourine
Michael Lennon Electric Guitar, Acoustic Guitar, Percussion, Piano, Keyboards, Bass
Pat Lennon Acoustic Guitar, Lead Vocals
Kipp Lennon Lead Vocals
Chris Horvath Keyboards
Alexis Sklarevski, Mark Harris Bass
Matt Laug Drums, Percussion
Terry Manning Timpani, Wurlitzer, Melodeon
Jamie Wollam Drums, Percussion
Pete Valenzuela, Mike Brotzen, Joey Cathcart Handclaps
Jawiara Adams Trumpet
Dion Turnquest Saxophone
Scott Crago Drum Programming, Percussion
Produziert von: Terry Manning Länge: 71 Min 33 Sek Medium: CD
1. Think Again (3:59)10. One Word (5:39)
2. Not Down Anymore (3:44)11. Tides (4:29)
3. Sweet Aloha (5:12)12. Unbreakable Heart (3:12)
4. Precious Stone (5:12)13. Father Time (3:01)
5. I'm Not Myself (4:57)14. Baby's Calling (7:19)
6. Sun Inside (4:44)15. Welcome To The Rest Of Your Life (4:11)
7. Blue Paint (4:24)Bonus Track:
8. Most Of Us (3:33)16. The Family Tree
9. Language Of The Heart (4:37)

Dass die Siebziger eine unvergessene Epoche (nicht nur) in der Musikszene darstellen, ist unbestritten. Reminiszenzen werden daher auch heutzutage immer noch von diversesten Bands mit in ihre Songs eingebracht. So auch beim neuen Album von VENICE.
Venice?
Ist das nicht irgendein Strand bei unseren Freunden in den USA? Das war eigentlich der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam. Noch dünn erinnere ich mich an eine Senderreihe, in der der bajuwarische Schauspieler Wolfgang Fierek mit einer Harley durch Amerika tuckerte und diesem Ort ein paar Minütchen widmete, wobei er genüsslich einigen Strandschönheiten hinterher zwinkerte.

Der Beipackzettel der zuständigen Plattenfirma bestätigt meine Vermutungen.
Die vier Jungs mit dem musikalisch vorbelasteten Namen Lennon (sind nicht mit dem verstorbenen Beatle verwandt) sind allesamt in Los Angeles geboren, und man höre und staune, schon seit 1977 auf dem Musiksektor tätig.
Seit 1980 spielten sie in der heute gültigen Formation und brachten inklusive des jetzt vorgestellten "Welcome To The Rest Of Your Life" vier Alben heraus.
Dabei wird die Band von prominenten Größen wie David Crosby, Jackson Browne oder Bruce in höchsten Tönen gelobt.

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden haben sich die Kalifornier mittlerweile eine überaus große Fangemeinde erspielt und die Top Ten sowie Goldstatus erreicht. In Deutschland ist der offizielle Erscheinungstermin der 5. Mai.

Kommen wir zum musikalischen Teil und meiner persönlichen Sicht:
Die CD startet unglaublich stark. Der Opener Think Again, getragen von einem wunderschön lockeren Rhythmus und netten Gitarrenparts, erinnert an einen rockigen Mix aus Smokie und BBMak.
Zum ersten Mal so richtiges Westcoast-Feeling dann bei Song zwei; Ähnlichkeiten zu Poco oder den Eagles sind unverkennbar, gewürzt vielleicht noch mit einem Schuss Crowded House, was den Gesang betrifft.
Sweet Aloha könnte von Paul Simon sein und enthält wieder schöne Breaks von rhythmischen und melodischen Elementen. Überhaupt scheinen die vier einen Faible für Simon & Garfunkel-Lieder zu besitzen, Musiker, die nicht gerade Begeisterungsstürme in mir auslösen.
So arten die Stücke 6, 9, 13 und 16 oftmals in ein recht langweiliges und altbackenes Geheule, wie es die beiden Barden so gern damals praktizierten, aus. Die weibliche Leserschaft möge mir meine Äußerungen diesbezüglich verzeihen...

Anders Precious Stone, da kommen Sehnsüchte an alte Firefall-Scheiben in mir hoch, die in meinem Arbeitszimmer verstauben und mal wieder rausgesucht werden könnten. Tolles Lied!

In das Repertoire von Michael Learns To Rock könnte I'm Not Myself und Blue Paint passen.
Recht nervig wird es dann beim psychedelisch angehauchten Rockstück Most Of Us, das zudem mit schrecklichen Bläsereinsätzen daherkommt.
Ja, ein Album, vollgestopft mit recht vielen Songs (hier 16), birgt meiner Meinung nach immer die Gefahr in sich, dass Licht und Schatten sich die Klinke in die Hand reichen, was auf dieser CD auch der Fall ist.

Weitere Stücke, die Spaß machen: One Word könnte von der Richie Furay Band stammen, Unbreakable Heart glänzt durch netten Harmoniegesang und schöne Gitarrenslides.
Gegen Ende gibt es wieder Durchhänger, besonders der Bonustrack.

Wie bereits erwähnt, Ups and Downs prägen dieses Gesamtwerk, mir hätten zehn kompakte Songs gereicht.
Produziert wurde von Terry Manning, der keine geringeren Namen wie ZZ Top, Lenny Kravitz, Shakira oder Led Zeppelin schon betreut hat.
Die große Euphorie hat mich nicht ergriffen, in großen Teilen ganz nett, aber eher unspektakulär. Das schrille, farbige Cover gefällt mir recht gut. Ob das Werk den Kultstatus so mancher Scheibe der Eagles erreichen wird, bleibt abzuwarten.
Empfehlen würde ich sie ausgehungerten Westcoastfans, Anhängern gepflegten Brit-Rockpops und Freunden besinnlicherer Töne a là Simon & Garfunkel.

Mein Fazit: Ein paar leichte, angenehme Brisen machen noch lange keinen Sommer, wahrscheinlich auch nicht am Venice Beach...

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 16.04.2003

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