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Five Guns West

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Point Music
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Five Guns West
Five Guns West, Bad Land Records / Point Music, 2001
Carsten Häußer Vocals
Chris Mohr Guitar
Jonny Szonell Guitar
Franz Meier-Dini Bass
Rick Shulz Drums
Produziert von: Chris Mohr & Wasteland Länge: 47 Min 05 Sek Medium: CD
1. Christine (4:36)7. Cadillac Jack (3:55)
2. Five Guns West (4:20)8. Phoenix Rising (4:21)
3. Bartime Shuffle (3:30)9. Bloodhound (3:48)
4. Lonely At Night (4:26)10. Rock'n'Roll Will Save
The World (4:31)
5. Welcome Riders (5:00)11. Space Monkey (4:12)
6. Rhythm'n'Business (4:27)

Es gibt Menschen, die werfen mir vor, meine Reviews wären zu lang, zu ausschweifend, zu unkonkret, zu unpräzise, zu unfundiert, zu einseitig, zu albern.
Kurz: Einfach schlecht und der Schreiberling Fred ist ein Knaller.

Das ist natürlich völliger Blödsinn. Es gibt kaum jemanden, der so eindeutig auf den Punkt kommt, wie ich. Fragt mal all die von mir beglückten Frauen!

Nachfolgend lest Ihr eine Abhandlung über den Münchner Osten unter Bezugnahme auf den speziellen Charakter dieser Region im Bereich Musikhistorische Entwicklung in den letzten 150 Jahren.
Das Originalmanuskript (800 Seiten) kann gegen Rückporto beim Verfasser angefordert werden.

Dr. Feelgood, T. Rex, AC/DC, Molly Hatchet, Lynyrd Skynyrd, Nazareth, Who, Kansas, Boston, Pretty Maids, Status Quo, Alice Cooper, Rose Tattoo, Chuck Berry, Jimi Hendrix, Johnny (Winter?), Bad Company. Und das ganze moderiert von Wolfman Jack.
Diese Namen tauchen im Text von Rock'n'Roll Will Save The World auf.
Erstens wäre mir dieser Mr. Rock'n'Roll als Retter viel lieber als irgendwelche Politiker und 2. sagen diese Namen ziemlich viel (aber nicht alles) über die Münchner Band WASTELAND.

Die Band kommt aus dem Münchner Osten, existiert seit 10 Jahren, hat bisher 3 CD's veröffentlicht, hat mir schon diverse Abende bei Konzerten Spaß gemacht, besteht aus 5 erfahrenen Musikern, hat 1998 in den USA gespielt (und nicht mal unerfolgreich) und hat jetzt mit "Five Guns West" ein tolles Album am Start.

Selten macht es mir eine CD so einfach, darüber zu schreiben. Einlegen, Lautstärke hochdrehen und abrocken. So muss das sein und das klappt bei "Five Guns West" ohne Eingewöhnungszeit und ohne Durchhänger.

Die erste Veröffentlichung des bandeigenen Labels Bad Land Records trägt die Nummer 666001. Hähä. Teuflisch...
Allerdings ist das der einzige "satanische" Hinweis auf der Platte. Sieht man mal vom Bild des Sängers im Cover ab. Mit der Brille sieht er Ozzy Osbourne "verteufelt" ähnlich. Nur am debilen Gesichtsausdruck muss noch gearbeitet werden. Da ist Ozzy besser.
Ansonsten wird höchstens höllisch gerockt. Und zwar in ganz erfrischender Art und Weise. Keine sinnlosen Gewaltattacken, kein hirnloses Geschrei, keine Gitarrenorgien nahe der Schmerzgrenze. Einfach nur good old Rock'n'Roll, wie wir Biker ihn mögen (gut, ich hab im Moment kein Rad, wurde mir geklaut, aber trotzdem fühl' ich mich als Biker...).

Der Münchner Osten ist eine staubige Gegend. Das hört man an Carsten Häußers Stimme. Sehr angenehm so ein Organ. Dazu wirbeln die Gitarrenamps noch genug Staub auf, um den Sonnenuntergang zu verdunkeln. Bass (stark angelehnt an Cliff Williams' Power) und Drums (no tricks, just kicks) machen Druck ohne jeden Nervfaktor.

Christine ist ein tadelloser Rocker mit feinem Chorgesang. Feiner Opener. Aber dann kommt's. Five Guns West ist die erste Überraschung. Das klingt doch verdammt nach den ANGELS. Die Mischung aus Riffing, offenen Akkorden, Slide, Gesang. Verblüffend & cool.
Der Bartime Shuffle geht mehr in die Hatchet-Southern-Ecke. Oder doch AC/DC? Egal. Shuffle ist Shuffle.

Bei Welcome Riders roller ich beschwingt mit meinem Stuhl durchs Büro und frage mich, ob Rose Tattoo noch jemals so eine Nummer hinkriegen. Werden sie nicht! Weil sie nicht so hübsche Southern-Licks spielen können.

In Rhythm'n'Business ist ein nettes Status Quo-whatever you want-Riff versteckt. Dabei ist die Nummer um Tonnen heftiger als alles von Quo.
Bei Cadillac Jack hatte ich eigentlich auf ein Cover von Cub Koda gehofft. Aber ein Wasteland-Original tut's auch. Simpler AC/DC-Rocker. Aber was ist schon simpel? Gewisse Frickler würden sich die Finger brechen.

Zweite Überraschung: Phoenix Rising. Der Anfang geht total nach Needle In The Groove von den Mama's Boys. Wo die allerdings schnell verflachen, bleibt Phoenix Rising spannend.
Bloodhounds erweckt wieder Angels-Assoziationen. Ein schneller, furioser Rocker.

Dritte Überraschung: Space Monkey. Eine ganz geschickte Verbindung aus Wasteland-typischem Sound und leicht psychedelischen Hard Rock Klängen mit gepflegtem Metallica-Einfluss (ohne deren Geschreddere), dazu eine Joe Perry-Gitarre.

"Five Guns West" ist eine geile Platte. Sauber produziert, super gespielt, astreine Songs. Ganz klar ein Fall für meine Top 10 des Jahres.

Das war doch kurz und bündig. Gell Mädels?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 14.10.2001

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