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Wellwater Conspiracy

Daybed

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Daybed
Daybed, Megaforce Records, 2003
Matt Cameron Vocals, Guitar, Drums
John McBain Guitar, Bass, Keyboards
Glenn Slater Keyboards
Produziert von: Adam Kasper, Jack Endino & Kevin Suggs Länge: 41 Min 22 Sek Medium: CD
1. Wimple witch7. Something in the air
2. Galaxy 2658. Sullen glacier
3. Night sky9. Crow revolt
4. Dragonwyck10. My darker bongo
5. Sea miner11. Dresden overture
6. Rebirth

Zurück in die Zukunft heißt es für Matt Cameron (ex-SOUNDGARDEN, PEARL JAM) und John McBain (ex-MONSTER MAGNET) zusammen mit Glenn Slater bei WELLWATER CONSPIRACY, die ihr mittlerweile viertes Album vorlegen. Dabei verbinden sie das Beste aus Post Grunge, Psychedelia und Garagenrock, zu einem durchdachten, ausgereiften und in sich stimmigen Retro Rock Album, es kommen einem unweigerlich Bands wie THE BYRDS, THE DOORS oder LOVE in den Sinn.

Wimple witch ist ein euphorisch-energischer Opener, gefolgt von Galaxy 265 das bereits in die 60er-Jahre führt und diese mit der Moderne verschmilzt.
In Night sky harmonieren die 70er-Jahre mit Spät-Grunge, gekrönt von einem Seattle-durchtränkten Gitarrensolo von McBain, während Dragonwyck mit clever verschlepptem Rhythmus blumigste Psychedelia darstellt.

Sea miner ist ein gut gereifter Alternative-Rocker im SOUNDGARDEN-Stil von der Qualität eines mehrjährig gelagerten Bordeaus.
Überraschend dann das Instrumental Rebirth, das zunächst nach TANGERINE DREAM klingt, dann mit rockigen Gitarren und Samples unterlegt wird und einen idealen Soundtrack für einen harten, urbanen Thriller abgeben würde. Dann wird es so richtig retrospektiv: das Cover des 1969er-Hits von Thunderclap Newman Something in the air schwebt als Reminiszenz an die Zeiten von Love & Peace durch die Luft.
Sullen glacier ist ein gewaltiges, schweres Instrumentalstück mit deutlichen Metalanleihen. Das nachfolgende Crow revolt beschwört den Geist der frühen 90er-Jahre herauf, wird dann jedoch psychedelisch abgefedert, wohingegen My darker bongo perkussiv aufgebaut und von 60er-Jahre Keyboards durchzogen wie die Kollaboration einer Merseybeat-Band mit einer experimentellen 70er-Jahre-Gruppe klingt.

Das düster-unheimliche Prog-Rock-Epos Dresden Overture beschließt ein rundum gelungenes, schlüssiges Album, in dem es WELLWATER CONSPIRACY gelingt, aus den dargestellten vielseitigen Einflüssen und den jeweiligen eigenen musikalischen Wurzeln ein kompaktes, eigenständiges Ganzes zu schaffen.
Die Band hat längst mehr einen eigenständigen Status Quo erreicht, der nicht nur mehr Aufmerksamkeit verdient, sondern auch die Klassifizierung als Nebenprojekt verbietet.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 14.09.2003

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