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| The Great Divide, Lost Highway Records, 2002 |
| Willie Nelson |
Vocals, Acoustic Guitar |
| Kenny Aronoff, John Robinson |
Drums |
| Lee Sklar, Neil Stubenhaus |
Bass |
| Heitor Pereira, Reggie Young |
Electric Guitar |
| Matt Rollings, Greg Phillinganes |
Keyboards |
| Greg Leisz, Dan Dugmore |
Pedal Steel, Dobro |
| Micky Raphael |
Harmonica |
| Rob Thomas |
Vocals |
| Bruce Fowler, David Higgins, Glen Harrett |
Horns |
| Allison Kraus, Gabe Witcher, Brad Dutz |
Percussion |
| Matt Serletic, Michael Black, John W. Ryles, Lisa Silver, Harry Stinson, Dennis Wilson, The Waters Sisters, Curtis Young, Louis Nunley |
Background Vocals |
| Produziert von: Matt Serletic |
Länge: 53 Min 56 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Maria (Shut Up And Kiss Me) | 7. Just Dropped In (To See What My Condition Was In) |
| 2. Mendocino County Line (mit Ann Lee Womack) | 8. This Face |
| 3. Last Stand In Open Country (mit Kid Rock) | 9. Don't Fade Away (mit Brian McKnight) |
| 4. Won't Catch Me Cryin' | 10. Time After Time |
| 5. Be There For You (mit Sheryl Crow) | 11. Recollection Phoenix |
| 6. The Great Divide | 12. You Remain (mit Bonnie Raitt) |
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Tja, eigentlich waren die Countrybarden à la Johnny Cash, Merle Haggard, Waylon Jennings und wie sie alle heißen, wenn ich ehrlich bin, nie so mein Ding.
Gut, irgendwie hat man ihre Konstanz in diesem Geschäft ehrfürchtig, aber distanziert bewundert, immerhin gelten sie heute noch als oft angeführte Vorbilder für viele Musiker, die ich gerne höre. Mehr aber eigentlich auch nicht. Ihre Songs waren mir immer zu staubig, zu trocken, es fehlte der gewisse Pep.
Und plötzlich landet in meinem Player der gute alte Willie Nelson, mit seiner neuen Scheibe "The Great Divide"; er ist eine der unbestrittenen Größen der Szene, als Schauspieler, Leiter vieler Projekte wie z.B. Farm Aid und natürlich als Musiker auf unzähligen Alben, schon zu einer Zeit, wo ich noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gerannt bin.
Auffällig ist direkt die schöne Digipackaufmachung, wo man viel zu blättern, lesen und anzugucken hat. Und zu meiner eigenen Überraschung scheint der kauzige Altstar eine musikalische Frischzellenkur hinter sich zu haben.
Er präsentiert jedenfalls eine New-Country-Pop-Rock-Platte auf Höhe der Zeit, nicht zuletzt auch ein Resultat der Idee, viele Künstler einzubinden, die momentan up to date sind, sowie mit Matt Serletic einen der angesagten Produzenten zu engagieren. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich Willies schon immer währender Hang zu Duetten. Wir erinnern uns beispielsweise noch mit Schaudern an seinen Song To All The Girls I've Loved Before mit der notgeilen Schmalzlocke, oder im Volksmund auch als Latin-Lover bezeichneten Julio Iglesias in grauer Vorzeit.
Aber keine Angst, auf dieser CD hat er viel Fingerspitzengefühl mit der Auswahl der Interpreten bewiesen: Country-Music-Awards-Titelträgerin Lee Ann Womack, Sheryl Crow, Bonnie Raitt, Brian McKnight oder Kid Rock.
Mit Letztgenanntem liefert er auch den Höhepunkt des Albums. Last Stand In Open Country, eine Art Country-Metal-Ballade vom Feinsten, wo der gute Pamela Anderson-Bekannte immer wieder dreckig zwischen den Leadgesang von Willie röhrt, ähnlich wie Gregg Allman beim Dickey Betts-Klassiker Seven Turns.
Schön auch das melodische Midtempoauftaktstück Maria (Shut Up And Kiss Me), das irgendwie gut gelaunt daherplätschert oder auch die nett gemachte Coverversion des Cyndie Lauper-Megahits Time After Time.
Überhaupt zeigt sich der bald 69-jährige passionierte Golfspieler in einer ausgelassenen und relaxten Stimmung, der man in ebenso entspannter Weise gerne Folge leistet. Das Werk lohnt sich auf jeden Fall für Leute, die es lieber etwas ruhiger und melodisch haben.
Apropos Golf. Eine amüsante Vorstellung, den stoppelbärtigen Willie mit seinen baumelnden rot geflochtenen Zöpfen unter dem Käppi, in bunt karierten Knickerbockern in einem Flight zum sicheren Schlag aufs Green ausholen zu sehen, während die statusgeplagten Herr Rechtsanwalt und Frau Doktor ihren Ball verzweifelt im Gebüsch suchen...
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