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| Zauberstrassen, Motor Music/Universal, 2004 |
| Wolf Maahn | Gesang, Gitarre, Keyboards, Dotar, Percussions, Programming, Drums |
| Gäste: | |
| Volker Vaessen | Bass |
| Loco Neumann | Gitarre |
| Christoph Kähler | Schlagzeug |
| Oliver Jäger | Piano, Hammond Organ |
| Angelika Maahn, Salme Noah | Backing Vocals |
| Martin Wallis | Programming |
| Produziert von: Wolf Maahn |
Länge: 60 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Eins für die Träumer | 7. Kathedralen von Zahlen |
| 2. Mach es deins | 8. Schlüssel, der zum Himmel passt |
| 3. Süsser Alarm | 9. Zauberblick |
| 4. Schatzjäger | 10. Treibsand |
| 5. Grüsse vom Mond | 11. Richtig |
| 6. Karima | |
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Der Wolf ist zahm und ruhiger geworden. Er hat seinen Biss verloren. Das ist eigentlich jetzt nicht wirklich weiter
verwunderlich, denn die Zeiten, in denen Wolf Maahn die Rolle des deutschen Vorzeigerockers besetzte, in der er durchaus
als die europäische Antwort auf Bruce Springsteen verstanden werden konnte, sind schon lange vorbei.
Wann erschien "Kleine Helden"? 1986? Seitdem hat Wolf Maahn seinen musikalischen Schwerpunkt mehr und mehr in Richtung
Pop und Soul verlagert, ließ aber immerhin noch sporadisch seine Rock 'n' Roll-Qualitäten aufblitzen.
Songs wie Für den dicken Mann, Der Himmel über Dresden oder Sie ist wieder da versprühten durchaus
noch den Geist des rockenden Maahn, wie man ihn von "Irgendwo in Deutschland" her kennt, und an dem er sich messen
lassen muss, ob ihm das nun passt oder nicht.
Nun begibt sich Wolf Maahn auf die "Zauberstrassen" - ignoriert dabei geflissentlich jegliche gültige
Rechtschreibkonvention - und legt damit ein für ihn urtypisches Album vor. Überraschungsmomente - Fehlanzeige, wenn man
den hypnotischen und sehr modern arrangierten Opener Eins für die Schwärmer mit seinen Trance-Einflüssen außer
Acht lässt. Einfach Wolf Maahn, wie man ihn aus seiner jüngeren Vergangenheit kennt, allerdings weiter vom Rock 'n' Roll
entfernt, als je zuvor, das Album "Soul Maahn" einmal ausgenommen.
Das ist okay, das ist nett und gefällig, bisweilen musikalisch und lyrisch zwar reichlich banal und oberflächlich,
dürfte den Großteil seiner Gefolgschaft trotzdem vollauf zufrieden stellen. Natürlich stellt Wolf Maahn auch anno 2004
noch 99 Prozent der deutschsprachigen Kollegen, angefangen bei Grömemeyer bis hin zu Westernhagen locker in den
Schatten, doch für den rockenden Maahn gibt es derzeit einfach keinen Ersatz.
Hier ist in der deutschsprachigen Rockszene ein Vakuum entstanden und kein ernsthafter Nachfolger ist in Sicht, der es
ausfüllen könnte. MENDE sind genau so wie LOTTO KING KARL nur von regionaler Bedeutung, wobei erstere aufgrund anderer
Projekte nur halbherzig agieren und letzterem zu penetrant der Schalk im Nacken sitzt.
Natürlich muss man akzeptieren, dass Wolf Maahn sich weiter entwickelt und stilistisch umorientiert hat, das seine Musik
und seine Texte heute weitaus gemäßigter und harmloser sind als noch vor zwanzig Jahren.
In der freien Wildbahn wäre jedoch, wenn der alte Leitwolf schwächelt, ein hungriger, rebellischer Jungwolf aufgetaucht
und hätte die Führung des Rudels übernommen. "Zauberstrassen" macht vor allem deutlich, dass dies auch für die
deutschsprachige Rock(!)szene heute notwendiger denn je zuvor wäre. Es sei denn Wolf Maahn kriegt doch noch mal die
Kurve... woran ich aber derzeit nicht so recht glauben mag.
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