|
|
| Live From Manny's Car Wash, Blue Lizard Music/UlfTone Music, 1999/2001 |
| Todd Wolfe |
Guitar & Vocals |
| Eric Massimino |
Bass |
| Mike Lattrell |
Keyboards |
| Yves Gerard |
Drums & Backing Vocals |
| Paul Unsworth |
Drums (Track 1,2,5 & 7) |
| Produziert von: Todd Wolfe |
Länge: 58 Min 02 Sek |
Medium: CD |
|
 |  |
| 1. I Can't Quit You Baby [Willie Dixon] | 6. You Gonna' Wreck My Life [Chester Burnett] |
| 2. Evil[Willie Dixon] | 7. Four Walls[Todd Wolfe] |
| 3. Stop Messin' Round [Green/Adams] | 8. Homework [O. Rush/D. Clark/A. Perkins] |
| 4. On The Run [T. Wolfe/R.S. Bryan/M. Lawrence/E. Massimino/S. Weintraub] | 9. Eyesight To The Blind [B.B. King] |
| 5. Same Thing [Willie Dixon] | |
 |
Keine Stadt hat mich jemals geistig und körperlich so in Anspruch genommen wie New York. Tagsüber klappert man die üblichen Touristenattraktionen und x Plattenläden ab, am späten Nachmittag, beim Relax-Bud, plant man mit Hilfe des Event-Guides die Nachtroute und dann stürzt man sich ab 20 Uhr von einem Club in den nächsten, braucht zwischendurch ein Yellow-Cab, um zeitig den nächsten Club zu erreichen, und gegen halb 6 am frühen Morgen taumelt man dann ins Bett. Aber spätestens um 10 sollte man seinen Morgenspaziergang durch den Central Park erledigt haben, denn es gibt ja noch so viel zu sehen.
Irgendwann kommt man auf seinen Streifzügen durch Manhattan am CBGB vorbei, ganz in der Nähe das morbide Chelsea Hotel (remember Dylan Thomas, Andy Warhol, Sid & Nancy), nimmt einen undefinierbaren Snack in Chinatown zu sich, trinkt einen Espresso in Klein-Italien und wird früher oder später von einem Blueshauch erfasst. Triste Ecke, irgendwo in Hafennähe, seltsame Gestalten schon tagsüber. Und trotzdem, du hast irgendwie das Gefühl, dass hier etwas ganz besonderes in der Nähe ist.
Plötzlich sieht man das Schild "Manny's Car Wash". Tatsächlich ist eine Autowaschanlage daneben und zwischen goldkettenbehängten B-Boys und dröhnenden R&B-Ghettoblastern sieht man die alten, vergilbten und zerrissenen Plakate. Johnny Winter, THE BUS BOYS, Warren Haynes, THE RADIATORS, Richie Havens oder Stephen Stills steht da drauf. Gänsehaut...
Der Bluesrocker Todd Wolfe kommt aus New York. Ende 1998 hat er in Manny's Car Wash zwei Tage lang seine Live-CD aufgenommen. Bisher gab es die CD nur in den USA, UlfTone hat sie glücklicherweise jetzt in Deutschland ins Programm genommen.
Entgegen seiner aktuellen CD "Wolfe" ist diese CD nicht wirklich "modern". 8 Coverversionen von gestandenen Bluesnummern und eine Eigenkomposition.
Nur: Todd Wolfe's Blues Project klingt mitnichten nach gemächlichem Delta Blues. Das ist Big City-Rock. Hart, laut, leidenschaftlich, kompromisslos. Wie New York.
Die Aufnahmen sind authentisch. Man hört das leise, beruhigende Brummen der Amps, zwischen den Songs klappernde Bierflaschen und wenn man genau hinschaut, dann raucht es aus den Boxen.
Dreimal wird Willie Dixon zitiert. Willie passt mit seiner rastlosen Art gut zu Todd. Da wird nicht geköchelt, es wird gegrillt. Treibender Blues, harte Gitarren, "verzweifelter" Gesang, das Piano klingt wie das Zuschnappen eines Alligatormauls.
Die Songs sind bis zu 11 Minuten lang. Das heißt, es ist genug Zeit für Soli und Improvisationen. In You Gonna' Wreck My Life fließt ein wenig Spoonfull ein, andere Versatzstücke tauchen auf, dann wird wieder straight gerockt, ein wilder Shuffle (Four Walls) leitet das funkig/groovige Homework ein, On The Run versetzt dich mit seiner unendlichen Power in Angst, dass die letzte U-Bahn soeben abgefahren ist und B.B. King würde sich über die Version von Eyesight To The Blind freuen. Rory hätte es vielleicht ähnlich gespielt.
Das ist erstklassiger Bluesrock. Wegen solchen Musikern ist Blues und seine Mutationen unsterblich.
Leider habe ich Todd während meiner Tage in NYC nicht gesehen. Aber man muss sich eigentlich nur die Schnelligkeit dieser Stadt, gepaart mit dem Feeling des Blues vorstellen. Das ist Todd Wolfe und seine Band.
Irgendwann landet dein Flieger wieder im gemütlichen Deutschland, oder die CD ist aus, dann hast du genug Zeit, um über das Erlebte/Gesehene/Gehörte nachzudenken. Du warst schließlich "on the run"...
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|