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| The Big Pretend, Eigenvertrieb, 2008 |
| Morty Coyle |
Vocals |
| Jordan Summers |
Keyboards |
| Jay Gore |
Guitar |
| Mott Smith |
Bass |
| Noah Shain |
Drums & Percussion |
| Gäste: |
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| Jordan Zevon |
Backing Vocals |
| Mariachi Los Toros |
Music on The Big Pretend & The Big Pretend Reprise |
| Josh Kramon & Charlie Paulson |
Additional Guitars (Santa Ana) |
| Matt Lilley |
Saxophone (Land Of Canyons, Beverly Park & The Man |
| Eric Jorgensen |
Trombone (Land Of Canyons) |
| Steve Stassi |
Trumpet (Land Of Canyons & The Man) |
| Zander Schloss |
Bouzouki (Beverly Park) |
| Keith Maples |
Gypsy Guitar (Beverly Park) |
| Produziert von: Noah Shain, Jordan Summers & Jordan Zevon |
Länge: 49 Min 26 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Big Pretend | 8. Beverly Park |
| 2. Life In The Passing Lane | 9. The Opposite Of Suicide |
| 3. Santa Ana | 10. City Of Angles |
| 4. The Picture (That Took Me) | 11. Riddles And Rain |
| 5. Nobody Somewhere | 12. The Man |
| 6. Land Of Canyons | 13. The Big Pretend Reprise |
| 7. Strange Orbits | |
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Kaum zu glauben, wie viel in 50 Minuten Musik drin sein kann. Die Anschlussfrage ist klar: Ist es etwa zu viel, was die Kalifornier ALL DAY SUCKER auf ihrem zweiten Album wollen?
Westcoast-Power-Pop ist das Anliegen des freundlichen Fünfers. So manche Einflüsse sind älter als die beiden Songwriter Jordan Summers (Keyboards) und Morty Coyle (Vocals), das schöne Papp-Cover ruft ebenfalls "Ich bin retro" (wenn nur die Schrift nicht so schrecklich winzig wäre), sogar der Bandname ist bei Stevie Wonder entliehen, nur die Musik auf "Big Pretend" verwirrt auch nach dem zigsten Durchlauf immer noch und mag sich dem eigentlich simplen Credo der Popmusik nicht unterordnen. ALL DAY SUCKER machen es dem Hörer nicht einfach.
Intro und Outro werden von einem Mariachi-Orchester zu smoothigen Jazzklängen bestritten, ungewöhnlich zwar, aber geschmackvoll und zum Stilmix der CD passend. Als nächstes rockt es straight vorwärts, der Synthesizer scheint direkt aus Won't Get Fooled Again von THE WHO entsprungen zu sein, der Rest von diesem bemerkenswerten Life In The Passing Lane erinnert eher an den ganz frühen Elvis Costello, Moon Martin, Greg Kihn oder THE KNACK, also leicht waviger Power-Pop, wie versprochen. Kehrtmarsch bei Santa Ana, das wie von einer der typischen Seventies-Mainstreambands für die Charts geschrieben klingt. Da könnten die DOOBIE BROTHERS oder CHICAGO Pate gestanden haben. 1978 wäre so ein Song in der amerikanischen Hitparade nach ganz oben geschossen. 1978 hätte sich ein Rockfan auch erschüttert abgewendet, heute klingt das ausnehmend schön - und schwer verkäuflich.
Einige wenige Nummern kommen allzu leichtgewichtig daher, auch wenn "The Big Pretend" prima aufgenommen und produziert ist, aber die meisten Songs sind qualitativ ganz weit vorne, auch wenn es manchmal nur ein toller Chorus ist, der aufhorchen lässt. Apropos Produktion. Für die ist unter anderem ein gewisser Jordan Zevon zuständig. Ganz klar, der Sohn von Warren Zevon.
Land Of Canyons ist nach ein wenig Leerlauf wieder ein Knacker. Eine druckvolle Bläsertruppe, Piano, richtig begeisternde Gitarrenkaskaden von Jay Gore (cooler Gitarrist) und ein eingestreutes "Juhuuu" zum Solo machen richtig gute Laune. Fetter Song, auch wenn das "Wuoooom" der Gitarre geklaut ist.
So geht es weiter, echte Perlen wechseln sich mit gewöhnungsbedürftigen Klängen ab, in Beverly Parl wird man an den Nickelodeon-Sound von SAILOR erinnert. Dazu gibt es eine Bouzouki… The Opposite Of Suicide liefert gar richtigen Plastik-Pop, allerdings in beeindruckender Dichte und Wärme. City Of Angles (keineswegs Angels) sagt wiederum bei BLONDIE Guten Tag. Wie gesagt, für eine Pop Band machen es ALL DAY SUCKER dem Hörer nicht leicht. Unterhaltsam aber jederzeit. Sogar der Disco-Song The Man geht anstandslos durch, ist er doch ein Feger irgendwo zwischen CHIC, WEATHER REPORT und CHICAGO im Tanzfieber.
"Interessant" wäre ein Prädikat für "The Big Pretend", das ist allerdings seit Alfred Biolek eher negativ besetzt, bleibt also nur: Sehr stark mit einigen Durchhängern, wobei die Füller garantiert von jedem Hörer anders benannt werden.
ALL DAY SUCKER ist eine prima Band, die einem mit grundsätzlich simpler Musik viel zumutet. Da muss man sich hineinarbeiten, dann lohnt es sich ernsthaft.
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