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Bad Habit

Above And Beyond

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Above And Beyond
Above And Beyond, AOR Heaven, 2009
Bax Fehling Lead Vocals
Hal Marabel Guitars, Keyboards
Sven Cirnski Guitars
Patrik Södergren Bass
Jaime Salazar Drums
Länge: 46 Min 24 Sek Medium: CD
1. I Don't Want You8. My Confession
2. Just A Heartbeat Away9. Let Me Tell You
3. Don't Want To Say Goodbye10. Surrender
4. Let Me Be The One11. Calling Your Name
5. A Lot To Learn12. Never Gonna Give You Up
6. I Believe13. I Need Someone
7. Above And Beyond

Sich beim Essen lautstark aus der heckseitigen Öffnung zu entlüften ist eine schlechte Angewohnheit. An den Fingernägeln zu kauen? Macht man auch nicht. Während des Konzertes zu reden, anstatt der Musik zu lauschen und andächtig die Band zu bewundern, ist auch nicht nett. Bei Schweden nur an Elche und blau-gelbe Möbelhäuser zu denken ist nicht fair. Denn Schweden hat mehr zu bieten. Keine Angst, ich werde jetzt keine flammende Rede über und für das Land nördlich von uns halten, aber dennoch darauf hinweisen, dass man in diesem Land auch etwas vom Musikmachen versteht. Ach so, das ist gar nichts Neues!?
Stimmt, spätestens seit dem Grand Prix d'Eurovision de la Chanson vom 06.04.1974 weiß die ganze Welt, dass Schweden popmusikalisch auf der Landkarte vertreten ist. Glatt poliert, leicht verdaulich, ohne Ecken und Kanten, mit ohrwurmartigen Refrains - das war das Rezept für den Erfolg - damals. Und heute? Da gilt das auch noch: glatt polierte Musik, ohne Ecken und Kanten, mit Ohrwurmrefrains - Musik die sich dem Mainstream anbiedert, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Aber dieses Mal sind es nicht ABBA, sondern BAD HABIT (was "schlechte Angewohnheit" bedeutet!), die uns mit dieser Musik konfrontieren.

Die fünf Herren sind keine Neulinge mehr im Musikuniversum, konnten sie doch bereits mit "Young & Innocent" 1987 ihre erste Schallplatte veröffentlichen. Gehört hatte ich von denen bis zum aktuellen Album "Above And Beyond" noch nichts. Angeblich sollen diese Schweden früher mal gerockt haben - also, so richtig gerockt haben. Davon ist man auf dem aktuellen Longplayer allerdings meilenweit entfernt. Sicherlich hat der Drummer Spaß an der Sache, der Gitarrist weiß auch ab und an mit einem kleinen Solo zu glänzen, im Großen und Ganzen hält man sich aber lieber im zuckerwatteweichen AOR auf, bedient sich dabei einer JOURNEY-Light-Version, gewürzt mit ein bisschen MAD MAX light, veredelt hier und da noch mit lighten BON JOVI-Anleihen, und kann so auf Dauer nicht richtig aus den Puschen kommen. Dabei hat man doch mit Jonas Reingold einen erfahrenen Kollegen an die Reglerknöpfe gesetzt, der aber wahrscheinlich nicht richtig agieren durfte.

Nicht falsch verstehen: "Above And Beyond" ist nicht schlecht, aber leider auch nicht richtig gut. Mit A Lot To Learn und I Believe hat man gute Ansätze am Start, die beiden Songs reichen aber nicht, um das Album zu einem richtig guten Album werden zu lassen. Beste Hintergrundbeschallung im seichten Midtempobereich wird uns geboten, mehr nicht - weniger auch nicht. Wem z. B. JOURNEY mit "Trial By Fire" schon zu seicht war, sollte hier auf alle Fälle den Geldbeutel in der Tasche lassen und sich von dem Geld lieber richtige Zuckerwatte kaufen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 23.01.2009

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