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| Smokehouse Sessions, Grooveyard Records, 2009 |
| Mike Onesko |
Guitar, Vocals |
| Bill Gressock |
Guitar, Keyboards |
| Kier Staehili |
Bass |
| Emery Ceo |
Drums |
| Gast: |
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| John Leanord |
Rhythm Guitar |
| Produziert von: Mike Onesko |
Länge: 64 Min 58 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Little Red Rooster | 6. Hoochie Coochie Man |
| 2. Rock Me Baby | 7. Same Old Situation |
| 3. Dirty Double Dealer | 8. Who Knows Jam |
| 4. Sweet Little Angel | 9. Crossroads 69 |
| 5. Ramblin' On My Mind | 10. Albatross |
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Manchmal komm es eben anders, als man denkt. Kein Wunder, denn ein Bandname wie BLINDSIDE BLUES BAND klingt ziemlich harmlos, fast bieder. Deswegen vermutet man höchstens altbackenen Allerweltsblues, schön geschliffen, extra mainstreamig, damit die vermeintliche Zielgruppe ihre Hinter-dem-Ohr-Geräte nicht zu weit hinunter regeln muss. Der Name des Albums "Smokehouse Sessions" deutet zwar an, dass es richtig qualmen könnte, aber er lässt keinen wirklichen Rückschluss auf den Inhalt zu. Aber genau der hat es in sich. Von wegen Allerweltsblues, von wegen altbacken, mainstreamig, geschliffen. BBB liefern über weite Strecken der 64:58 Minuten Spielzeit Power Blues ab (trifft die Sache eher als Blues Rock, ehrlich) - so dreckig wie Mississippi-Schlick, so kantig wie ein Alligatorengebiss und so rau wie eine Erfurt-Tapete.
Die Mannen um Mike Onesko metzeln mit ihrem messerscharfen Axtsound gleich zu Anfang Willie Dixons Little Red Rooster nieder. Der arme Vogel hat keine Chance. Er wird von der Slideguitar regelrecht gebraten und von Mr. Oneskos Organ gar gegrölt. Eine fetzige Version des Bluesklassikers. Jede Wette, das Hähnchen wird, angesteckt durch diese kernige Interpretation, demnächst gesichtet mit einer Filterlosen im Schnabel, Sonnenbrille und einer ausgefransten Jeansweste über der speckigen Lederjacke mit dem Emblem der BLINDSIDE BLUES BAND auf dem Rücken.
Sicherlich ist es fast unmöglich, über die gesamte Spieldauer eine solche Dampfquote aufrecht zu halten. Manchmal liegt das schon in der Semantik des Songs begründet. Wie bei der letzten Nummer des Albums: Ein anderer Vogel, nämlich Peter Greens Albatross, schwingt sich majestätisch über die Blues-Gefilde der BBB. Wie beim Original liegt auch bei dieser Version der Schwerpunkt auf dem Flug des Vogels und nicht etwa auf dessen stilvollen Starts und Landungen. (Schon so mancher WDR 2-Fanatiker musste nach Kauf einer alten FLEETWOOD MAC-Scheibe mit großen Augen feststellen, dass diese Truppe entgegen allen Gerüchten als reinrassige Bluesband gestartet ist.)
Ein leibhaftiger Hardrock-Riff eröffnet das treibende Rock Me Baby (B.B. King/Joe Josea). Mike Onesko und Bill Gressock brennen an den Gitarren ein höllisches Feuerwerk ab. Die Missiles starten zweistimmig, gegenläufig und/oder abwechselnd. WOW!
Als ein Höhepunkt im streckenweise nicht mal ansatzweise traurigen Bluesgeschehen auf "Smokehouse Sessions" entpuppt sich widerspruchslos die Onesko-Eigenkomposition Same Old Situation. Derbe stampfen die vier Trippel-Bs durch den Klasse-Riff. Die Fill-Ins sind wieder mal eine Klasse für sich. Der Blues bietet keine Spektakel? Höret selbst!
Wie es sich für eine anständige Session gehört, wird auch in der vom Smokehouse ausgiebig gejammt. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Gitarristen fast alle Töne des Griffbretts in diversen Tempi und Reihenfolgen ausprobieren dürfen. Die einzige Grenze rammt die Harmonielehre in den staubigen Boden. Freunden dieser Exkursionen seien die Willie Dixon Nummer Hoochie Coochie Man und der Who Nows Jam (based on Jimi Hendrix) empfohlen.
Gleich im Doppelgewand wird der Klassiker Crossroads dargeboten. Auf der einen Seite der Kreuzung slidet sich eine eher traditionelle Interpretation unplugged über den Silberling. Doch damit ist nach knapp vier Minuten Schluss. Die Verzerrer werden angewärmt und Emery Ceo gibt an der Schießbude richtig Gas. Power Blues at it's best!
Insgesamt bietet "Smokehouse Sessions" einen ordentlichen Mix aus Coversongs, Eigenkompositionen, dreckigen Riffs und ausufernden Soli - gespielt auf Räuchergitarren mit Lautstärke. Diese Platte bringt Schwung in jede Familienfeier. Denn solcherart Arrangements schlagen noch jede Schwiegermutter in die Flucht, außer vielleicht die von Walter Trouts besserer Hälfte.
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