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| Miss Understood, Ruf Records, 2008 |
| Carolyn Wonderland |
Vocals, Acoustic & Electric Guitar, Lap Steel Guitar, Piano, Mandolin, Trumpet |
| Ray Benson |
Electric Guitar, Acoustic & Baritone Guitar, "bad ass" Guitar, Tambourine |
| Lloyd Maines |
12-String & Acoustic Guitar |
| Sam Seifert |
Electric Guitar |
| Jon Blondell, Glenn Fukunaga |
Bass |
| Jamie Oldaker, Barry "Frosty" Smith |
Drums |
| Dave Sanger |
Drums & Tambourine |
| Cole el Saleh |
Keyboards |
| Guy Forsyth |
Harmonica |
| Tim Curry |
Choir & Harmonies |
| Shelly King |
Harmonies |
| John Mills |
String Arrangement |
| Leigh Mahoney, Tracy Seeger |
Violin |
| Ames Asbell |
Viola |
| Sara Nelson |
Cello |
| Produziert von: Ray Benson |
Länge: 44 Min 40 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Misunderstood | 7. I Don't Want To Fall For You |
| 2. I Found The Lions | 8. Trouble In The City |
| 3. Bad Girl Blues | 9. Throw My Love |
| 4. Walk On | 10. I Live Alone With Someone |
| 5. Still Alive And Well | 11. The Farmer Song |
| 6. Long Way To Go | 12. Feed Me To The Lions |
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Vorn auf dem Cover sieht Carolyn Wonderland aus wie eine Mischung aus Janis Joplin und Mama Cass von THE MAMAS AND THE PAPAS (falls sich noch jemand erinnert). Auf einem Foto innen wird der Eindruck allerdings relativiert. Im Gegenteil, Carolyn Wonderland ist sogar eine recht schlanke, aparte Erscheinung. Außerdem hat sie eine tolle Stimme, die im Blues ebenso zu gebrauchen ist wie im Rock und auch ein wenig an Janis Joplin erinnert.
Sie kommt aus Houston in Texas und lebt inzwischen in Austin, soweit man hört. Ob sie wirklich mal Bob Dylan getroffen hat oder ob das lediglich ein Gerücht ist, ist ungeklärt. Jedenfalls trägt sie einen "Ban the Bomb"-Anhänger und einen Parka auf dem irgendwas mit "No War" steht.
Die missverstandene Carolyn Wonderland hat's mit den Löwen. In der zweiten Nummer hat sie die Löwen gefunden und in der letzten Nummer will sie an sie verfüttert werden. Dazwischen passiert so einiges, unter anderem Johnny Winters Still Alive And Well [eigentlich von Rick Derringer; Red.], J.J. Cales Trouble In The City und Terry Hendrix' Throw My Love. All das singt Frau Wonderland so glaubwürdig und ungekünstelt, dass man mit den Ohren schlackert.
An Walk On kann man sich kaum überhören. Carolyn Wonderland bringt nicht nur alle möglichen Saiteninstrumente zum Klingen, nein in dem Track bläst sie glatt auch noch die Trompete. Dank Glenn Fukunagas Bass und Dave Sangers Drums kann man mitwippen ohne Ende. Das Stück hat einen heißen Groove und den Rest besorgt Guy Forsyth mit seiner Blues-Harp.
Wo Carolyn Wonderland mit Lap Steel Guitar harmlos loslegt, wird die Stimme aggressiv und nimmt sogar einen Touch Reibeisen an wenn sie Still Alive And Well anstimmt. Bei I Don't Want To Fall For You wird der Gesang dagegen jazzig und sauber - auch das kann die Wonderland. Und bei Trouble In The City wird direkt wieder die Janis raushängen gelassen. Alles scheint ungekürzt und wie aus einem Stück auf die CD gebannt.
Das Stück I Live Alone With Someone braucht ebenfalls die ganze Frau: Sie singt Passagen gemütlich-countrymäßig, während andere Passagen ihren ganzen Einsatz brauchen. The Farmer Song läuft wieder ruhig und jazzig.
Bei Feed Me To The Lions stimmt John Mills das Tosca-String-Arrangement an. Es werden Geigen, Viola und Cello gespielt. Die Wonderland singt dazu und spielt Piano - ein Blues-getränktes Stück der anderen, eher klassischen Art, das dem Hörer diebische Freude macht. Überhaupt spielt Frau Wonderland einige Sachen, die die männliche Gilde der Bluesrocker nicht so ohne weiteres hinbekommt. Zum Beispiel die mühelosen Ausflüge in den Jazz oder Country. Ganz abgesehen von der genreübergreifenden Stimme und der Multiinstrumentalität.
Umso schlimmer, dass ich Carolyn erst jetzt kennen gelernt habe. Ist sie doch auf dem Gebiet des Texas-Blues-Rock schon seit einiger Zeit tätig und hat auch einige CDs auf den Markt geworfen. "Miss Understood" soll bereits die siebente sein. Keine eine hat bisher mein Gehör erreicht, keine eine ist bisher bei den typischen Händlern gesehen und besprochen worden - dieses ist die Erste. Aber mit Sicherheit nicht meine letzte. Ich werde peu à peu auch die früheren Exemplare aufkaufen. Das gönn ich mir.
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