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| Strange Fruits And Undiscovered Plants, REMusic Records, 2009 |
| Pablo van de Poel |
Vocals, Guitars |
| Luka van de Poel |
Drums, Percussion, Siren, Backing Vocals |
| Robin Piso |
Hammond, Rhodes, Piano, Bass, Backing Vocals |
| Gast: |
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| Peter Daemen |
Saxophone |
| Produziert von: DeWolff & Rob van Spauwen |
Länge: 51 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Mountain | 7. Parloscope |
| 2. Medicine | 8. Fire Fills The Sky |
| 3. Don't You Go Up The Sky | 9. Red Sparks Of The Morning Dusk |
| 4. Desert Night | 10. Silver Lovemachine |
| 5. Wicked Moon | 11. Leather God |
| 6. Birth Of The Ninth Sun | |
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Sehr junge Limburger mit sehr alter Musik, die sie selbst als "Psychedelichardgroovin'funkyrock'n'rollin'hotbluesdrivin'hellhounding- supersweetsixtiesexplosion" bezeichnen. Eine Frechheit, so etwas den Reviewer abschreiben zu lassen ;-)
Noch mal zurück zur Herkunft dieser drei Holländer mit dem Bandnamen DeWOLFF. Limburg heißt die Region in Süd-Holland und hat nichts mit dem unfassbar leckeren und pikant riechenden Käse aus Belgien zu tun. Aber wenn man sich den Musikstil (s.o., "Psychedelichardgroovin'funkyrock…") ansieht, könnte man leicht den imaginären Geruch von alten Socken im Kopf haben. Was die alles verwursten/verkäsen, geht eigentlich auf keine Kuhhaut. Dabei machen sie nichts anderes, als es die italienischen Kollegen WICKED MINDS seit Jahr und Tag tun: Psychedelischen Heavybluesrock in der Tradition lange verblichener Bands aus den späten 60ern und frühen Siebzigern zu neuem Leben erwecken. Und daran ist grundsätzlich nichts verwerflich, außer es geht in die Hose. Bei DeWOLFF, das sei vorweg gesagt, gibt es keinerlei Geruchsbelästigung, weder von vergorenem Käse noch aus der Büx. Diese Jungs zocken, rocken und das alles gar nicht knochentrocken. [blödes Wortspiel]
Die Liste der auf der MySpace Seite genannten Einflüsse ist so lang wie unvollständig, sagt aber vieles über die Musik von DeWOLFF. Doch die Feinheiten muss man selbst entdecken.
Bassisten, die nebenbei auch die Hammond oder ein (Rhodes) Piano bedienen, gibt es in der Rockgeschichte einige, den meisten Menschen wird dabei vermutlich zuerst John Paul Jones einfallen, allerdings ist ZEP auf "Strange Fruits And Undiscovered Plants" eher nachrangig bemerkbar. Jones hat übrigens zusammen mit Dave Grohl und Josh Homme momentan das ziemlich spannende Projekt THEM CROOKED VULTURES am Start.
"Strange Fruits And Undiscovered Plants" gründelt in anderen Gewässern, die mal doomig-düster, mal seerosig-bekifft und gerne auch trunken-dozierend wie einst der "Lizard King" ans Ufer schwappen.
Wenn man sich als Schreiber CDs grundsätzlich zuerst ohne Zuhilfenahme des obligatorischen Waschzettels anhört, hat man danach in aller Regel diverse Gedanken im Kopf (manchmal ist es nur: "Oh shit!"), bei DeWOLFF ist es in erster Linie der Film mit den Bands, die die Holländer gehört haben müssen. Die andere wichtige Nachricht vom Ohr ans Gehirn lautet: Das Teil klingt saugut. Und tatsächlich, "Strange Fruits…" ist analog aufgenommen, also mit Bandmaterial anstatt Festplatte und dementsprechendem Live- und Jam-Feeling. Das geht allen Ernstes so weit, dass man spätestens bei Wicked Moon den imaginären Film der jungen Band CREAM in einem mit dicken Wandteppichen verhangenen Aufnahmestudio sieht. Und beim darauf folgenden Birth Of The Ninth Sun meint man einen leicht verwirrt dreinblickenden Syd Barrett durchs selbe Studio irren zu sehen, derweil David Gilmour verlegen in der Ecke hockend eine erste Rohfassung von Shine On You Crazy Diamond zupft. DeWOLFF schicken den Hörer auf eine Reise, den älteren Hörer auf eine Reise in die Vergangenheit, junge und von den Dinos der Urzeit unbeleckte Menschen auf den Trip zu den Drugverdischen Inseln, auf denen alles möglich ist und nichts nicht ausprobiert wird.
Es wäre schön, wenn es heute noch Jugendliche gäbe, die so unvorbelastet wie die Kids vor 40 Jahren an neue Musik herangehen. Das ist leider nicht mehr möglich, denn es gibt schon alles und die meisten Kinder sind aufgrund der multimedialen Überlastung, der popkulturellen Verblödungsindustrie und der mangelnden musikalischen/kulturellen Grundausbildung schon im prägenden Alter von 12 bis 15 mit nichts mehr zu beeindrucken. Mancher Mittvierziger mag sich vielleicht noch erinnern, wie er seinerzeit mit offenem Mund sein erstes Erlebnis mit THE DOORS, Jimi Hendrix oder wem auch immer hatte. DeWOLFF hätte damals genau so eingeschlagen, wenn sie diesen Sound miterfunden hätten. Es ist nicht nachprüfbar, ob diese Band als Erfinder befähigt ist, aber die Reproduktion der angestaubten Töne klappt ganz vorzüglich. Sogar mit ganz vielen eigenen Ideen, also fernab von banaler Kopiererei.
Nach einer ersten halbstündigen EP aus dem Jahr 2008 ist "Strange Fruits And Undiscovered Plants" das zweite Elaborat von DeWOLFF, und es gibt wahrhaftig keinen Grund, diese durch und durch, auch optisch, gelungene CD nicht zu empfehlen. Wer es nicht glaubt, darf sich den Slide-Guitar-Rocker Don't You Go Up The Sky bei MySpace anhören. Es ist begeisternd, believe me.
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