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Elektradrive

Living 4

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Living 4
Living 4, Valery Records, 2009
Elio Maugeri Vocals
Simone Falovo Guitars
Stefano Turolla Bass
Alex Jorio Drums
Länge: 61 Min 43 Sek Medium: CD
1. Evil Empire8. Dirty War Of Bloody Angels
2. Feed The Ground9. The Water Diviner
3. What We Still Don't Know10. You Are Always On My Mind
4. Living 411. W.Y.S.I.W.Y.G
5. Do It For Everyone12. In A Superficial Way
6. Get Power From The Sun13. Fake News
7. Pain14. Son Of The Universe

Beim Home Of Rock werden die italienischen Wochen eingeläutet. Hatten wir in den letzten Reviews die Band VISION DIVINE unter die Lupe genommen, haben wir heute die Ehre unserer wehrten Leserschaft die Band ELEKTRADRIVE näher zu bringen.
Die vier Herren aus dem Südstaat von Europa sind keine Unbekannten, und Neulinge schon gar nicht. Bereits 1986 und somit 3 Jahre nach Gründung erblickte mit "Over The Space" die erste Schallplatte der Jungs das Licht der Öffentlichkeit, welches allerdings größtenteils in Italien schien. 1989 wurde bei einem anderen Label Album #2 der Welt präsentiert und konnte in einigen europäischen Magazinen Lobeshymnen hervorrufen. "Due" wurde so dann auch zum ersten größeren Erfolg der Truppe. 1990 ging ELECTRADRIVE das erste Mal auf Amerika-Tour und brachte 3 Jahre später mit "Big City" den größten Wurf der Bandhistorie ans Tageslicht.
So far, so good. Ab jetzt wird die Vita der Band etwas eigenartig, denn bereits 1995 setzte man sich gemeinsam hin, um an neuem Material zu schreiben. Danach verliert sich auf der Homepage der Band aber auch jeglicher weiterer Werdegang. Und jetzt - 13 Jahre später - kommt mit "Living 4" das neueste Scheibchen der Jungs aus Bella Italia aus dem Studio gerollt. Das erinnert mich im ersten Augenblick an die chinesische Demokratie eines gewissen Herrn Rose, hat aber ansonsten höchstwahrscheinlich keine weiteren Parallelen aufzuweisen.
Erwähnenswert sei noch zu sagen, dass bis auf den einen Abstecher über den großen Teich scheinbar keine weiteren Auftritte außerhalb des Heimatlandes stattgefunden haben, trotz der Tatsache, dass zumindest "Big City" weltweit Erfolge verbuchen konnte.
Wie auch immer und was die Jungs auch geritten haben mag, ich höre mit "Living 4" zum ersten Mal von ihnen und bin überrascht.

Schon der Opener Evil Empire kann mit einer drückenden Gitarre aufwarten, die mich schier verzweifeln lässt, weil mir das irgendwoher verflixt bekannt vorkommt. Feed The Ground haut in genau dieselbe Kerbe und ich werde das Gefühl nicht los, auch das schon gehört zu haben. What We Still Don't Know - diese Gesangsmelodie, die Stimme und die Gitarrenarbeit, das erinnert mich sehr stark an … genau, jetzt hab ich's! Das klingt wie eine Mischung aus THUNDER und PINK CREAM 69 zu Zeiten, als der Sängerwechsel gerade stattgefunden hatte. Kann zwar beiden das Wasser nicht reichen, ist aber trotzdem saugut, zumal es die einen bald nicht mehr gibt und somit eine Lücke zu füllen ist und die anderen schon länger nichts mehr von sich haben hören lassen.
Munter rocken oder auch balladeskieren sich die weiteren Nummern durch die Boxen und mit jedem Durchgang macht das Album mehr Spaß. Hier und da ist noch ein Retrohauch 80er Jahre eingestreut, was mich persönlich aber eher anzieht als abschreckt. Insgesamt hat das den Vorteil, dass man nicht jedes Lied extra erwähnen muss, denn es ist mit den beiden genannten Bands erweitert um die Zeitepochen die Referenz gelegt, mit der jeder Freund guter Rockmusik sich ein Bild von diesem italienischen Quartett machen kann. Stimmlich braucht sich Elio Maugeri auch hinter den beiden Referenzsänger nicht zu verstecken und die Kompositionen können sich wirklich hören lassen. Ob sie damit diesmal mehr Erfolg haben werden als in der Vergangenheit, bleibt abzuwarten, erfreulich wäre es zumindest, die Herren mal live zu erleben, denn nur dann kann sich zeigen, inwieweit die sie in der Lage sind z. B. die Lücke der Donnerbrüder aus dem Inselreich zu füllen - zum Ausfüllen reicht es noch nicht.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 24.03.2009

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