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Emir Hot

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Sevdah Metal
Emir Hot
Sevdah Metal, Lion Music, 2008
Emir Hot All Guitars, Bass
John West Vocals
Mike Terrana Drums
Gäste:
Muhamed Sehic & Anto Filipovic Accordion (World Set On Fire, Skies And Oceans & Sevdah Metal Rhapsody)
Avdija Agusi Saz (Sevdah Metal Rhapsody)
Atila Hajdarevic 12 String Guitar (Sevdah Metal Rhapsody)
Muris Varajic & Misha Nicolic Guitar Soli (Sevdah Metal Rhapsody)
Brandon Morris Keyboards (World Set On Fire, Land Of The Mark & You)
Miralem Osmic Piano (Endless Pain)
Bruno Matijasevic Piano, Keyboards (Sevdah Metal Rhapsody & Stand And Fight)
Charlie Squire Vocals (You)
Produziert von: Emir Hot Länge: 48 Min 25 Sek Medium: CD
1. Forspil6. Stand And Fight
2. Devil In Disguise7. Endless Pain
3. World Set On Fire8. Hora Martisorului (Instrumental)
4. Skies And Oceans9. Land Of The Mark
5. Sevdah Metal Rhapsody10. You

Das finnische Label Lion Music offeriert uns, nicht nur dieser Tage, einen weiteren Einblick in die Tätigkeiten von namhaften Musikern in deren Nebenamt. Dieses Mal sind es Sänger John West (u. a. ROYAL HUNT, WITCHDOCTOR) und Schlagzeug-Urgestein Mike Terrana (MASTERPLAN, Ex-RAGE, Ex-Yngwie Malmsteen, Ex-Axel Rudi Pell), die kräftig mit anpacken und so versuchen, sich ein paar Tantiemen zu verdienen. In der heutigen Zeit mehr mal als legitim.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, jeder ist für seine Namensgebung, so lange er kein Urheberrecht verletzt, selbst verantwortlich und an dieser Stelle darf der Slogan eines japanischen Automobil-Herstellers nochmals ausgegraben werden. "Nichts ist unmöglich", denn der Protagonist dieser Scheibe nennt sich Emir Hot. Oh yeah, da kann man nur gespannt darauf sein, was uns der bosnische Gitarrist hier anbietet und ob wirklich heiße Ware aus den Boxen kommt.
Inhaltlich, textlich bringt uns der Künstler nicht über Gebühr die politischen Unruhen seines Landes näher, obwohl sie Emir Hot, der inzwischen in England lebt, natürlich von der Ferne aus beschäftigen. In seinen Kompositionen verarbeitet er auf seinem Debüt dennoch heimatliche, musikalische Gepflogenheiten. Gerade im Track Nr. 5, dem Sevdah Metal Rhapsody, bekommen wir eine Aneinanderreihung von verschiedensten traditionellen Songs des östlichen Balkans zu hören. Und dazu gesellen sich diverse, bis dato eher unbekannte Mitstreiter, die sich allesamt mit Akkordeon, 12 String Guitars und Tasten beteiligen. Eine Hommage an die Heimat.
Somit sind zahlreiche gespielte Melodien vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Der Rest bewegt sich hingegen im traditionellen Metal. Kein Wunder, dass es Mike Terrana da auf sicherer Spielwiese gelingt, ordentlich Druck aufzubauen. Die Bögen werden teilweise im 80er-Jahre-Stil gesponnen, und vielleicht hätte ein Joe Lynn Turner in alter RAINBOW-Manier besser gepasst. Denn dem Sänger John West hatte ich an anderer Stelle für sein letztes Solo-Werk "Long Time...No Sing" eine etwas schwächere Performance attestiert. Und auch hier bemerkt man bei solchen Stücken wie Devils In Disguise und World Set On Fire eher ein dünnes Lüftchen, als eine tief aus den Bauch heraus wuchtende Vocal-Linie.
Die andächtig wirkende Ballade Stand And Fight ist zwar gewohnte Kost, aber dennoch recht groovy und somit passabel. Insgesamt stützt sich die Musik auf dieser Scheibe weitestgehend auf metallische Grundrezepte, die man auf viel zu vielen anderen Veröffentlichungen seit Jahren hören kann. Abwechselung besteht höchstens darin, dass in Endless Pain, welches vom umtriebigen und geilen Schlagzeugspiel lebt, schlagkräftige Boogie-Rhythmen ausgepackt werden. In den Solo-Läufen werden klassische Tonleitern verarbeitet, wie sie Herr Malmsteen nur zu gerne an den/die Mann/Frau bringt. Gott sei Dank werden diese kürzer gehalten und enden nicht in egozentrische Griffbrettwichsereien. Und noch der Hinweis, dass das Instrumentalstück Hora Martisorului vom rumänischen Violin-Spezialisten Grigoras Dinicu geschrieben wurde. Somit dürfte klar sein, was den Interessierten hier erwartet.

Diese Scheibe eignet sich für Musikfreaks, die wissen möchten, was ihre Heroen sonst so treiben. Eine Ergänzung im Plattenschrank. Ein echter Abräumer? Nö, ganz sicher nicht!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 24.03.2008

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