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| Neon Nights - Live At Wacken, Eagle Vision, 2010 |
| Ronnie James Dio |
Vocals |
| Tony Iommi |
Guitar |
| Geezer Butler |
Bass |
| Vinny Appice |
Drums |
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Länge: ca. 150 Min |
Medium: DVD |
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| 1. E5150 | 9. Follow The Tears |
| 2. Mob Rules | 10. Die Young |
| 3. Children Of The Sea | 11. Heaven & Hell |
| 4. I | 12. Country Girl |
| 5. Bible Black | 13. Neon Knights |
| 6. Time Machine | Bonus Features: |
| 7. Fear | 30th Anniversary Interviews |
| 8. Falling Off The Edge Of The World | Ronnie James Dio Tribute |
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Vermutlich muss man über kurz oder lang skeptisch werden ob der noch zu erwartenden Veröffentlichungsflut von Produkten mit Ronnie James Dio. Gerade eben kam "At Donington UK: Live 1983 & 1987" auf den Markt, auch Cousin David Feinstein will auf seiner neuen Scheibe "Bitten By The Beast" ein wenig partizipieren, und schon kommt das nächste Nachlassdokument des kleinen großen Gesangswunders auf uns zu: HEAVEN AND HELL mit dem Auftritt in Wacken vom 30. Juli 2009.
Bis jetzt, und das gilt auch für die DVD "Neon Nights", wird noch nicht auf Teufel komm raus abgezockt, DIOs Konzerte beim "Monsters of Rock" in Donington wären auch ohne das Ableben des Meisters erschienen, Feinstein wäre dämlich, würde er die für ihn eingesungene Nummer Metal Will Never Die nicht veröffentlichen, "Neon Nights" ist amtliches Material. Noch ist also alles im normalen Bereich, hoffentlich lässt Wendy Dio nicht zu, dass demnächst halbgare Demos und miese Konzertmitschnitte verhökert werden.
Den Untertitel "30 Years Of Heaven & Hell" hätte sich die Plattenfirma bei "Neon Nights" sparen können, das ist dümmlich, denn alle Welt weiß, dass HEAVEN & HELL nichts anderes als BLACK SABBATH ab 1980 darstellt (bzw. 1981, denn da war Vinny Appice erstmals mit dabei). Ebenfalls weiß man, dass HEAVEN & HELL mit dem einzigen Studio-Output "The Devil You Know" vor eineinhalb Jahren nicht unbedingt höchste Kreativgipfel erklimmen konnte, und nicht wenige Konzerte seit der Wiedervereinigung litten an einer gewissen Langweiligkeit [da werden die Messer der Hardcorefans wieder fliegen]. Und, Messer marsch!, weder "Mob Rules" noch "Dehumanizer" waren jemals verdächtig zu den Klassikern der Rockgeschichte zu gehören. Das wussten und wissen Ronnie James Dio, Tony Iommi und Geezer Butler sehr genau, entsprechend eingeschränkt war bei HEAVEN & HELL auch immer die Setlist. Doch bei besonderen Anlässen konnten die Veteranen durchaus ihren alten Zauber reaktivieren. Das W:O:A 2009 war einer dieser Anlässe.
Zehntausende Zuschauer hat man als Rockband nicht alle Tage, die meisten Bands erleben dergleichen sowieso nie, viele scheitern angesichts solcher Menschenmassen kläglich. HEAVEN & SABBATH natürlich nicht. Ein Tony Iommi rifft sich bei solchen Gelegenheiten noch stoischer als sonst durch seine Werke, lächelt ab und an und spielt seine bestmöglichen Soli, Geezer Butler schwitzt ein bisschen mehr als sonst und Vinny Appice haut mit noch ein paar Kilo mehr Wucht auf sein absurd überdimensioniertes Schlagzeug. Und Dio? Na ja, der dirigiert 100.000 Hände so souverän wie andere 80. Der wohl größte Zeremonienmeister des Hard Rock zog an diesem Abend im Sommer 2009 zum letzten Mal vor einem so riesigen Publikum alle, wirklich alle Register. Ohne große Bühnenshow, nur mit ein paar Pyros, gutem Licht, der monströsen Wacken-Bühne, den üblichen Videowänden und einer schicken Backline zelebrierte Dio eine Metal-Andacht von gewaltiger Intensität. Klein und dünn wie immer, vielleicht sogar noch etwas spilleriger, optisch älter geworden und stimmlich in den "Brüll-Momenten" an der Kapazitätsgrenze, aber mit einer derart überwältigenden Ausstrahlung, dass jede Bewegung, jede Geste, jeder Hüpfer wie das endgültige Manifest des Heavy Metal erscheint. Ronnie James Dio war ein Gaukler, Schamane, Magier, ein Darsteller einer 90 Minuten dauernden Zauberwelt, die es in Wirklichkeit natürlich nicht gibt. Aber er hat diesen Job über vier Jahrzehnte so gut wie kein anderer gemacht. Zusammen mit der an diesem Abend bestens aufgelegten Band gibt das im Ergebnis eine sehr gute und vor allem wichtige DVD. Wohlgemerkt DVD, die parallel erscheinende CD ist in diesem Fall zu wenig, man muss dieses Konzert und Dio auch visuell erleben, nicht zuletzt um die diversen musikalischen Lückenfüller abseits der Klassiker vom Album "Heaven And Hell" zu kompensieren.
Die beigefügten Interviews sind mit jeweils 15 Minuten Länge sehr üppig, gut gemacht, teilweise aufschlussreich und informativ, das Gespräch mit Dio macht einen traurig, aber es zeigt ihn nochmals wie er war: freundlich, sympathisch, einnehmend, professionell und auch abseits der Bühne mit diesem Charisma ausgestattet, das ihn so einzigartig gemacht hat und mit dem er dem sinkenden Schiff BLACK SABBATH mehr als einmal den Arsch gerettet hat.
Tony Iommi sollte das Thema SABBATH/HEAVEN nun endgültig beenden, und bitte auch nicht mehr mit Ozzy liebäugeln. "Neon Knights" ist ein würdiger Abschluss, besser kann es nie mehr werden.
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