HoR Logo kl EP-Review:

Logo Hellsongs

Lounge

Logo Home-of-Rock

Link Homepage:
Offizielle Hellsongs Homepage
Link Homepage:
Hellsongs @ MySpace.com
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Lovely Records
Link Promotioncompany:
Starkult Promotion
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Lounge
Lounge, Lovely Records, 2006/2007
Harriet Ohlsson Vocals, Hands
Johan Bringhed Keyboard, Vocals
Kalle Karlsson Guitar, Banjo, Vocals
Gäste:
David Wertén Double Bass (Paranoid & Jump), String Arrangements
Johannes Bergion Cello (Paranoid & Jump), String Arrangements
Johan Reivén Percussion, Add. Guitar
Produziert von: Johan Reivén Länge: 24 Min 56 Sek Medium: EP
1. Seek & Destroy4. Run To The Hills
2. Paranoid5. Jump
3. Breaking The Law6. Orgasmatron

Dieser Tage beim Käsekuchen. Ein sommerliches Lüftchen durchs offene Fenster, der Kuchen auf perfekt lauwarme Temperatur gebracht, Kaffee fertig, CD aus dem Stapel aufgelegt (wohlweislich eine mit einer akustischen Gitarre auf dem Cover, man will sich beim Genuss eines Käsekuchens schließlich nicht von Krawallmachern ablenken lassen), ein Band Asterix zur Hand, Mahlzeit.
Lauwarmer Käsekuchen ist eine Sensation. Rosinen haben übrigens entgegen landläufiger Meinung nichts darin verloren!
Nach 5 Minuten eine sublime Mitteilung aus den leisen Lautsprechern: "Can you help me, occupy my brain?" Klar kann ich. Aber warum? Die singende Fee säuselt zwar nett zur zarten Gitarre, aber sie dürfte nicht mein Fall sein. Zu ätherisch, zu elfig. Kriegt der Schneider Martin morgen zugeschickt.
Nach 8 Minuten eine Hiobsbotschaft aus den still quengelnden Boxen: "Break - ing the law, break - ing the law." Was soll denn an Käsekuchen ohne Rosinen ungesetzlich sein? "Breaking the law"?

An dieser Stelle rückt der Käsekuchen in den Hintergrund, das flache Pappcover dieser CD ist wichtiger. Was ist das? HELLSONGS mit einer EP namens "Lounge". Drei Menschen im Wald, offenbar von den Pfadfindern beim letzten Ausflug vergessen, im Hintergrund ein VW-Hippie-Bus.
Lachanfall. Sechs Songs sind drauf: Seek & Destroy, Paranoid, Breaking The Law, Run To The Hills, Jump und Orgasmatron (die Bands sparen wir uns, wer diese Songs nicht kennt hat sich eh nur verlaufen). Gespielt als "from the woods" Akustiktrio in treudoofer Folk-Bar-Hintergrundmanier. "Lounge" eben. Köstlich.

Okay, das Prinzip ist nicht ganz neu, aber doch immer wieder lustig. Die drei Schweden nehmen Metal-Klassiker und arrangieren sie sphärisch und elegisch um, machen daraus süße kleine Miezekätzchen-Kraulsongs und warten auf den ziemlich sicheren Verkaufserfolg.
Musikalisch ist das simpler Akustik-Pop mit ein paar bedeutungsschwangeren Streichern und dezenten Pomp-Keyboards oder Klimperklavier oder Kinderorgeln. Fräulein Harriet Ohlsson singelsangelt sich süß naiv und halbwegs sexy durch die textlichen Abgründe - man muss sich nur ihre Wallekleidchen wegdenken - und Kalle Karlsson, vermutlich aus Lönneberga, wanderklampft dazu. Fürchterlich unspektakulär das alles, aber wirklich irre amüsant.
Bleibt nur zu hoffen, dass die drei von HELLSONGS sich auch einen Spaß daraus machen und ihr Treiben selbst nicht ernst nehmen, sonst droht uns ein nicht enden wollender Zyklus weiterer Verballhornungen bis ins Jahr 2034. Die bald erscheinende Komplett-CD dürfte den Bedarf an solcher Gaudimusik ausreichend decken. Und außerdem ist mein Käsekuchen jetzt kalt. Aber Harriet ist eine ganz putzige Blonde. Nehm ich eben die und singe mit ihr im Chor "I am the one, Orgasmatron, the outstretched grasping hand. My image is of agony, my servants rape the land..."

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 12.05.2007

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:


 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum