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Herman Frank

Loyal To None

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Loyal To None
Loyal To None, Metal Heaven, 2009
Herman Frank Guitars
Jiotis Parachidis Vocals
Peter Pichl Bass
Stefan Kaufmann Drums
Produziert von: Herman Frank Medium: CD
1. Moon II6. Kill The King
2. 7 Stars7. Down To The Valley
3. Father Buries Son8. Lord Tonight
4. Heal Me9. Bastard Legions
5. Hero10. Welcome To Hell

Herman Frank war Gitarrist bei der 'German Metal Legend' ACCEPT, hat u. a. MOLLY HATCHET produziert und hat sich jetzt wohl entschlossen, sein eigenes Ding zu machen. Seine Truppe hat auch schon bei verschiedenen bekannten Bands gespielt (VICTORY, RUNNING WILD, KROKUS etc.), so dass die Frage nach dem Können des Teams sich erübrigt.
Genre-typisch guckt er finster vom Cover, ein Logo mit den Initialen HF ziert das Cover im Metal-Look, die Tracklist liest sich wie aus dem Baukasten 'Titel-Bastelbox für den kleinen Heavy-Freak' zusammengeklaubt, und Kill The King ist nicht das Ding von RAINBOW.

Laut unseren Freunden vom Marketing ist folgendes der Fall: "Die Songs stecken voller Power und ungeheurem Spielwitz. Herman Frank steckt mit seinen Kompositionen den Rahmen, in dem er sich zukünftig bewegen wird, genauestens ab."
Recht hat Marketing zuerst mal mit dem Wort 'Power'. Moon II ballert nach einem kurzen Intro über Double Bass derartig aus den Boxen, dass schnell klar wird, wo der Hammer hängt. Im Solo von Moon II zieht er vom High Speed bis hin zum irrwitzigen Tremolo alle Register modernen Gitarrenspiels.
Und damit steht er in der Tradition von Johnny Winter (ja, ich weiß, die Bluesrock Gemeinde wird jetzt erstmal eine Teufelsaustreibung vornehmen und mich dann exmatrikulieren; oder war das woanders?), einem der Urväter des Hochgeschwindigkeitsspiels unter besonderer Berücksichtigung von Variationen (eigentlich ist Johnny der Urvater dieser Spielart, aber bevor jetzt ein Schlaumeier sagt, ich hätte diesen oder jenen vergessen…). Ultra-Gitarrenfrickler gibt es nun zuhauf, aber deshalb stehen sie nicht gleich alle in Winters Tradition.
Was mir an Hermans Spiel gefällt ist eben genau, wie er seine Soli tatsächlich songdienlich variiert und das Interesse an der Musik dadurch am Leben hält. Es geht nicht nur um reine Frickelei, wobei der eine oder andere Moment des reinen Gitarren-Overkills vorhanden ist. Es geht darum, durch das Solo den Song sozusagen auf die nächste Ebene zu heben, ohne dass das Solo einen Selbstzweck hat. Auch bei Winter verwies man immer auf die Songdienlichkeit des Solos. Vom Stil her sind beide Gitarristen natürlich unterschiedlich; ich meine aber, dass Herman einen eigenen Stil hat, an dem man ihn, ähnlich wie Clapton, May, Page oder wie sie alle heißen, erkennen kann.
Was das Songwriting angeht, erzeugt das bei mir allerdings gemischte Gefühle. Nach den ersten drei Songs, die eher an den Double-Bass Drumattacken leiden als dass sie zusätzliche Dynamik gewinnen, kommen einige hier dem klassischen Hardrock zuzuordnenden Songs, von denen mir das geschmeidige Hero am besten gefällt; die in der Mitte versteckte Lusche heißt Down The Valley.
Bei Hero zeigen alle Musiker exemplarisch wie gut sie sind und was das songdienliche Solospiel angeht. Auch Kill The King ragt heraus, gefolgt von Bastard Legions.

Kann man den Spagat zwischen Heavy und Hard auf die Dauer durchhalten, oder wird immer eine Fraktion die Ohren auf Durchzug stellen? Wie auch immer, das ist im Augenblick für beide Seiten ein feines Plättchen, wobei Herman auch alles selbst geschrieben und produziert hat. Hochachtung. Unschwer zu erkennen allerdings, dass mir die Hardrock Seite besser gefällt. Die Songs stecken tatsächlich voller Power und Spielwitz, aber das mit dem genauen Abstecken sehe ich nicht so ganz. Where do you go from here? Na ja, erstmal hat hier einer ein feines Werk vorgelegt.
Während ich das hier schrieb, hörte ich Badge von CREAM im Radio. Das wäre mal eine Idee - ein Tribute Album, um zu sehen, wie einer wie Herman solche Songs behandeln würde.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 26.01.2009

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