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| Come Together In The Morning, Frontside Productions, 2010 |
| Jochen W. Thoma |
Vocals |
| Manuel Elsesser |
Guitars |
| Volker Thoma |
Bass, Organ |
| Ulli Bieber |
Drums, Percussion |
| Gäste: |
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| Thomas Geiger |
Saxophone |
| Willi Thoma |
Trumpet, Trombone |
| Peter Voll |
Harmonica |
| Produziert von: Lick And A Promise |
Länge: 52 Min 08 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Dance For Me | 7. Come Together |
| 2. Hey Hey Hello | 8. Throw It All Away |
| 3. The Highway | 9. Sway Again |
| 4. Pale White | 10. Sometime |
| 5. Loser And A Fool | 11. Hard To Say Goodbye |
| 6. Once For Real | 12. Places Of The Soul |
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Mit ihrem Debut "A Bitch Is A Bitch" kam die mainfränkische Band LICK AND A PROMISE vor gut drei Jahren aus verschiedenen - und womöglich nahe liegenden - Gründen nicht recht aus dem Quark. Der etwas arg platte Albumtitel und das noch plattere Coverbild hatten nicht die Hauptschuld, eher war es die für das Jahr 2007 doch ziemlich unwichtige Ansammlung von 80ies-Style Hard-Rock-Nummern, die im ersten Moment zwar fetzig erschienen, im zweiten allerdings zu blutleer für mehr als ein paar positive Reaktionen waren. Dazu kamen die für so viele nur regional tätigen Bands tödlichen Punkte "miserable Vermarktung" und "Bandstruktur". Die CD gab es nur bei Konzerten zu kaufen und offenbar waren ein oder zwei zu viele "Coverbandschlampen" dabei, die zwar als Musiker prima waren, als Kreativkünstler aber einfach zu wenig beitragen konnten. Es kam also wie meist in solchen Fällen, die Band wurde umbesetzt, lag auf Eis - und kommt jetzt mit "Come Together In The Morning" wieder. Und zwar anders. Ganz anders.
Es gibt zwei - hier relevante - Alben aus der Rockgeschichte, die einen künstlerischen Wendepunkt für die jeweiligen Bands darstellten, und, retrospektiv betrachtet, einen kulturhistorischen für die Rockmusik. Zum einen ist das LED ZEPPELINs drittes Album von 1970, zum anderen "Exile On Main St." von den ROLLING STONES aus dem Jahr 1972. Beide LPs waren für die damaligen Kritiker Stilbrüche, denn sowohl ZEPPELIN als auch die STONES gingen neue Wege. Leisere, bluesigere, folkigere, vor allem Singlehit-untaugliche Wege. Heute, vier Jahrzehnte später, sind beide LPs sakrosankt, unangreifbar und ein Muss für die Sammlung eines jeden halbwegs ernsthaften Rockmusikhörers.
Mit den Würzburger Jungs von LICK AND A PROMISE hat das bis jetzt nichts zu tun, aber wer sich deren zweite CD "Come Together In The Morning" anhört, könnte möglicherweise auf die eine oder andere Idee kommen.
"Come Together In The Morning" hat mit der Debut-CD nichts mehr zu tun. Manuell Elsesser und Jochen Thoma, die Chefs, haben den Stil dramatisch gewandelt und auf jedes Posertum verzichtet. Entsprechend "stripped" kommt das neue Album daher. Wo vor Jahren gesanglich noch an WHITESNAKE in der Blondinenära erinnert wurde, greift sich Thoma heute das Original, Robert Plant nämlich. Wo die Gitarren in den Anfangszeiten eher POISON verströmten, zupft Elsesser jetzt den Ursprungs-Rock und braucht keinen zweiten Gitarristen mehr. Das ist dann auch der Unterschied: Zeiterscheinung vs. Zeitlosigkeit. Man muss nicht sagen wer dabei gewinnt, oder?
LICK AND A PROMISE schaffen den Spagat, den in den letzten 15 Jahren wenige Bands geschafft haben, auch nicht die allseits hochverehrten BLACK CROWES: Akustische Songs, Groove, Rock & Roll und Tradition zusammenzubringen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass "Come Together In The Morning" ein Wunderwerk von epochaler Bedeutung wäre, wie könnte es auch sein, die Wunderwerke sind längst errichtet, aber es bedeutet, dass die CD der kleinen Band aus Süddeutschland großen Spaß macht. Handwerklich sowieso, die Jungs beherrschen ihr Zeug, vor allem aber geht die Stimmung der CD in Herz und Bein. Über die vielen mehr oder weniger deutlichen Hinweise auf die Helden der Vergangenheit freut man sich, noch mehr freut man sich über gelungene Songs. Als Beispiel soll Loser And A Fool herhalten. Ganz ohne Zweifel atmet dieses Lied den Geist des großen Zeppelins aus, aber es ist eben kein Cover, es ist ein neuer Song. Und zwar ein guter. Ganz zentriert auf die Grundbedürfnisse Gitarre und Gesang erhebt sich da langsam ein echter kleiner Phönix aus dem Schatten von Page und Plant.
Von dieser halbakustischen Sorte gibt es etliche Kandidaten, manche vielleicht anfangs etwas sperrig, so wie der Opener Dance For Me, aber Klasse und Aha-Erlebnisse haben sie alle.
Natürlich ist der elektrische Rock'n'Roll bei LICK AND A PROMISE nicht vergessen, aber auch hier gilt: Vorwärts in die Vergangenheit. Den Song, den die STONES seit gut 35 Jahren nicht mehr geschrieben haben, gibt es mit Come Together hier. Das kleine Gitarrensolo nach etwa zweieinhalb Minuten macht die Gänsehaut, die guter Rock & Roll schon immer gemacht hat. Selbst bei einer etwas drögen Nummer wie Sway Again gibt es ein kleines Highlight in Form einer Trompete. Schlau und hübsch konzipiert, Herrschaften.
Zum guten Gefühl beim Genuss von "Come Together In The Morning" trägt auch bei, dass die Songs nicht zwangsweise nach drei Minuten enden, sondern je nach Bedarf erst nach vier, fünf oder sechs Minuten zu Ende gespielt sind. Fatal wäre natürlich, wenn die lange Zeit langweilig wäre, ist sie aber nicht.
LICK AND A PROMISE reüssieren mit "Come Together In The Morning" als feine Band mit Ambitionen und Potential. Groove und Soul passen, jetzt muss nur noch das Marketing optimiert werden. Dazu würden Gigs in deutschen Clubs beitragen, die ca. 10 angekündigten Shows in Los Angeles im Dezember 2010 werden wohl eher ein Fall fürs Erinnerungsalbum der Musiker. Dringender Tipp an die Band, falls sie es wirklich ernst meint: Jetzt dranbleiben und richtig Gas geben, ansonsten wird sowohl dieses prima Album als auch die Musikerkarriere irgendwo in der fränkischen Provinz versanden.
PS: Das Album wird es auch als Doppel-LP mit zwei zusätzlichen Songs geben. In diesen digitalen Zeiten hat das einen ganz besonderen Charme.
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