HoR Logo kl CD-Review:

Logo Marshall Neely And The Deputies Of Destruction

Marshall Neely And The Deputies Of Destruction

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Marshall Neely > Marshall Neely And The Deputies Of Destruction

Marshall Neely And The Deputies Of Destruction
Marshall Neely And The Deputies Of Destruction, Outlawmusic, 2008
Kyle 'The Marshall' Neely Vocals & Guitars
'Deputy' Aaron Tucker Bass & Vocals
'Deputy' Danny David Drums
Mixed & mastered von: Andy Patalan Länge: 25 Min 27 Sek Medium: CD
1. Terror In Texas6. Two Minute Song
2. She's A Cougar7. Japan
3. Reel Good Time8. I Think She's A Vampire
4. Put It In Drive9. No One Gets Out Alive
5. Pull Over Jesus10. No Place To Go

Ja gut, sagen wir mal so, mit Southern Rock hat das Trio MARSHALL NEELY AND THE DEPUTIES OF DESTRUCTION wenig bis nichts zu tun, auch wenn es optisch möglich wäre und gemäß Promozettel so sein soll. Das Thema kann man aber getrost vergessen, die Detroiter machen bestenfalls Cow-Punk mit südstaatlichen Metal-Anleihen, das war's dann aber schon mit dem Redneck-Getue.
Wem die Gesinnungs-Punks und Überzeugungs-Southern-Hardrocker WHITE COWBELL OKLAHOMA aus Kanada mit ihrem anarchischen Lärm nicht gefallen, wer auf JASON AND THE SCORCHERS nicht kann und bei den RAMONES Ausschlag bekommt, sollte an dieser Stelle besser umschalten. Aber: Mit dem Zweiten hört man besser! Mit dem zweiten Ohr.

Die Kritik an dieser nur knapp 26 Minuten langen Debüt-CD ist schnell erzählt. Laut ist sie, nicht sonderlich abwechslungsreich, innovativ gar nicht und von Feingefühl hat der Marshall noch nicht viel gehört. Es könnte also auch die neue Platte von AC/DC sein. Ist sie natürlich nicht, also müssen wir tiefer eindringen.
Die countryfizierten Songs haben immer ein Augenzwinkern bereit, gleich der Opener Terror In Texas lädt mit einem Banjosolo à la HAYSEED DIXIE zur hartmetallischen Gitarre zum Kichern ein. Bandchef Kyle Neely hat eine astreine Drecksackstimme und kann außerdem seinen Angus auswendig.
In den späten 80ern und frühen Neunzigerjahren gab es einige artverwandte Bands, die ähnlich heavy ihre Version des damals noch nicht erfundenen Begriffs "Classic Rock" (erfolglos) zu verbreiten suchten. Die sind übrigens heute bei vielen Fans hoch geschätzt, JOHNNY LAW, COMPANY OF WOLVES, COPPERHEAD seien exemplarisch genannt.
Bei MARSHALL NEELY sind zusätzlich noch ein paar glamrockige Einflüsse zu hören. Ob das nun die amerikanischen Verdächtigen oder europäische Kapellen wie HANOI ROCKS sind, shitegal.

Das größte Manko dieser CD ist in der Tat die Kürze. Dass es um "Haudrauf und Schluss" geht ist ok, aber 10 Songs in nicht mal einer halben Stunde sind schlicht zu viele, um mehr als ein heftiges Rauschen zu vernehmen, sogar der schicke Boogie Two Minute Song geht im Sperrfeuer unter, obwohl er vier Sekunden länger als zwei Minuten dauert. Ein, zwei Momente der Besinnung hätten gut getan, vielleicht auch mal ein ausgefeiltes Solo, oder, ganz vermessen, eine richtige Jam-Passage.
Der Marshall und seine Deputies sind anständige Handwerker, die nur ein wenig mehr Augenmerk auf Minderheitenkompatibilität legen sollten, denn die kleine Gruppe der in Frage kommenden Kunden ist deutlich über 30 und nicht mehr hyperaktiv. Auch den jüngeren Fans dürfte die Hektik eher nervöse Zuckungen als Wohlbefinden vermitteln.
Eines funktioniert allerdings garantiert: Auf jede Party-Compilation einen Song dieser Scheibe packen, dann nimmt die Feier den richtigen Lauf. Zehn Partys im Jahr schaffen wir allemal. Oder?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.09.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Marshall Neely > Marshall Neely And The Deputies Of Destruction

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum