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Mind Gone Blind

Liars And Preachers

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Liars And Preachers
Liars And Preachers, Rising Records, 2008
Gary Moyes Vocals
Shane Younie Guitars
Michael Forrest Bass
Rob Hendry Drums
Länge: 46 Min 19 Sek Medium: CD
1. Say You Will7. Chains
2. Fragile8. Die & Start Again
3. Somebody Else9. Redline
4. Liars & Preachers10. Convicted
5. Be11. Just
6. Getting Back

Es gab eine Zeit nach Jimi Hendrix, als der Fuzz im Gitarrensound verfeinert und einfach noch druckvoller zelebriert wurde. Frühe Alben von BLACK SABBATH mögen dem Guitarfreak im Gedächtnis umherschwirren. Rock pur, ohne Schnörkel, in seiner ganzen Ehrlichkeit, die er bieten kann. LED ZEPPELIN lassen grüßen. Diesem Sound hat sich die in Schottland registrierte Formation MIND GONE BLIND offensichtlich verschrieben. In einem knalligen und treffsicheren Soundgewand haben die vier Jungs ihre Songs gepackt und rocken, was das Zeug hält.

Mind Gone Blind Sänger Gary Moyes scheint der Frontmann schlichtweg zu sein. Zusammen mit den Retro-Guitar-Sounds singt er sich die Seele aus dem Leib und überzeugt über weite Strecken. Bereits im Opener Say You Will wie auch im folgenden Fragile steht ein noch unbekümmerter Ozzy Pate, noch nicht verrückt, sondern einzig darauf bedacht, das echte Feeling der Rockmusik an den Hörer zu bringen. Die Jungs scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Dafür spricht auch, dass sich der musikalische Hintergrund nicht einzig und allein auf die Insel bezieht. So mancher Blick in Richtung Staaten war wohl erlaubt. Da fallen einem die BLACK CROWES ein, als die noch nicht so langweilig wie auf ihrem letzten Output "Warpaint" über den Teich kamen. Nein, das ist sicherlich kein typischer Südstaaten-Rock, den wir hier hören, sondern eine Vielzahl aller Zutaten, die in der Geschichte des Rock immer beständig waren und stets für Stimmung sorgten, als es noch nicht um Schubladen oder ähnliches ging, sondern schlicht und einfach der Groove und die Power im Vordergrund standen.
Das ist Gitarrenmusik, mal filigran wie in Somebody Else, dann wieder einfach und straight im Titelsong Liars And Preachers. Diese Band zeigt im Grunde genommen alles das auf, wovon sämtliche Nachwuchskünstler im Anschluss an die Zeit der großen Heroen gelernt hatten. Beeindruckend, dass so etwas noch möglich ist.

Nun muss man natürlich in Kauf nehmen, dass einem der eine oder andere Moment irgendwie bekannt vorkommt. Und man möchte keineswegs glauben, dass es sich bei "Liars And Preachers" um ein Erstlingswerk handelt. Doch wer es in Be oder auch in Convicted mit seinen Riffs so prägnant auf den Punkt bringt hat gut aufgepasst und mehr als ein wohlwollendes Abnicken der Zuhörerschaft verdient. Wer sich traut, so trivial und trotzdem so genial mit einem drückenden Getting Back anzutreten, dem muss man Mut attestieren und Respekt zollen.
Wenn man sich diese Scheibe von MIND GONE BLIND in den Player legt, dann geht die Reise weit zurück, wobei sich in den allermeisten Fällen so ziemlich das Beste vom Besten ausgesucht wurde. Astrein, mehr davon!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 29.10.2008

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