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| Live In Karlsruhe, Frontiers Records, 2009 |
| David Readman |
Vocals |
| Alfred Koffler |
Guitar |
| Dennis Ward |
Bass |
| Kosta Zafiriou |
Drums |
| Uwe Reitenauer |
Guitar |
| Gäste: |
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| Günter Werno |
Piano |
| Tommy Baldu |
Percussion |
| Silke Hauck & Diana Kloo |
Backing Vocals |
| Produziert von: Dennis Ward |
Länge: 113 Min 03 Sek |
Medium: Do-CD |
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| 1. Children Of The Dawn | 11. That Was Yesterday |
| 2. Do You Like It Like That | 12. The Spirit |
| 3. Hell's Gone Crazy | 13. Livin' My Life For You |
| 4. Lost In Illusion | 14. Welcome The Night |
| 5. The Hour Of Freedom | 15. Seas Of Madness |
| 6. I'm Not Afraid | 16. Keep Your Eyes On The Twisted |
| 7. Talk To The Moon | 17. No Way Out |
| 8. Carnaby Road | 18. Shame |
| 9. Break The Silence | 19. So Lonely / No Woman No Cry / So Lonely |
| 10. One Step Into Paradise | |
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1987 erblickte in Karlsruhe eine deutsche Rockband das Licht der Welt. Zwei Jahre später wurde das erste, selbstbetitelte Album veröffentlicht. Es gingen fünf Jahre ins Land, bis sich der Sänger aus musikalischen und persönlichen Gründen von seinen Kumpels verabschiedete und den Weg nach Hamburg antrat, wo bei einer der bedeutendsten Heavyband dieser Republik gerade der Posten des Sängers freigeworden war. Zeit also, 2009 ein dreifaches Jubiläum zu feiern: 20 Jahre seit der ersten Veröffentlichung, insgesamt 10 reguläre Studioalben (EPs und Livescheiben außen vor gelassen), 15 Jahre in der gleichen Besetzung, vor sechs Jahren um einen weiteren Gitarristen aufgestockt.
Die Rede ist von PINK CREAM 69, die ich seit ihren Anfangstagen als Fan begleite. Allerdings jetzt nicht so der "Hardcorler", sondern eher der, der alle Scheiben von denen im Schrank stehen hat. Immer wieder hat mich dieser Druck, den die Jungs im Studio auf diese kleine silberne Scheibe pressen, beeindruckt. Das geht nur nach vorne los und sorgt für gute Laune bei langweiligen Autofahrten. Am "Tag der Deutschen Einheit" 2007 hatte ich dann auch endlich die Gelegenheit, die Jungs in meiner geliebten Zeche zu Bochum live auf den Prüfstand zu stellen. Ich gebe zu, ich war enttäuscht. Vielleicht lag es daran, dass MAD MAX mit akustischen Songs und im Anschluss daran FREEDOM CALL mit ihrem Powermetal für wesentlich mehr Stimmung in der Halle sorgen konnten, vielleicht lag es daran, dass nach dem Anfangsduo ein Großteil der Leute den Saal verließ, vielleicht aber auch daran, dass es das erste Konzert der "In10sity"-Tour war und man sich noch nicht warm gespielt hatte. Keine Ahnung, ich bin zumindest danach ernüchtert nach Hause gegangen. Ich hatte es im Vorfeld fast befürchtet, denn den Dreher zur Tour fand und finde ich nicht so pralle. Nach "Electrified" und "Sonic Dynamite" konnten sie sich nicht mehr steigern. "Endangered" war schon ein kleiner Rückschritt (trotzdem noch gut), "Thunderdome" ging wieder mehr ab, aber bei "In10sity" hatte ich den Eindruck, dass die Luft raus ist und sich das Quintett aus dem wilden Süden nur noch wiederholt.
Umso begeisterter bin ich von "Live In Karlsruhe". Am 24.01.2009 in Karlsruhe in der Festhalle zu Durlach (erstaunlicherweise nicht in der wesentlich größeren Europahalle) aufgenommen, nehmen uns PINK CREAM 69 fast durch ihre ganze Schaffensphase mit und feiern das dreifach Jubiläum bei wesentlich besserer Laune und Stimmung ab, als damals in Bochum. Über David Readmans Stimme muss man keine Kommentare verlieren, der Mann gehört einfach zum Besten, was das Genre anzubieten hat. Und die restlichen Pinkies beweisen seit 20 Jahren, dass sie eigentlich im Konzert der großen Bands eine viel größere Rolle spielen müssten. Wer hat nicht schon alles auf die Künste einzelner oder der ganzen Band zurückgegriffen! Die Klasse hat sich rumgesprochen. Und ob Dennis Ward noch weiß, bei wie vielen Veröffentlichungen er hinter den Reglern gesessen hat?
Fulminant und an die "In10sity"-Tour angelehnt steigen die Fünf in den Abend ein, bieten mit Do You Like It Like That und Hell's Gone Crazy gleich zwei Klassiker in den ersten 15 Minuten. Wenn man sich so die Setlist anschaut, bemerkt man erstmal, wie viele Klassiker die Band inzwischen schon ohne Andi Deris veröffentlicht hat. Somit zeigt der Verlauf des Abends auch, wie flüssig sich das alte Material mit dem neuen verbinden lässt. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum man "Change" und "Food For Thought" (die ersten beiden Alben mit David Readman als neuen Sänger) komplett ausklammert (… und das obwohl "Food For Thought" auf der Bandhomepage als "ein wahres Meisterwerk" bezeichnet wird). Leider werden diese beiden Scheiben, die die Suche nach der Neuausrichtung belegen, immer etwas stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, denn schlecht sind sie nicht. Aber egal, hier geht es ja um den neuen Livedreher und der bietet in den knapp 2 Stunden alles das, was man von den Pinkies erwartet: Talk To The Moon, Break The Silence, One Step Into Paradise, Livin' My Life For You… - PC69er-Herz, was willst du mehr. Sicherlich würde jedem Anhänger immer ein Song einfallen, der hier vermisst wird, aber das ist nicht nur bei den Karlsruhern so. Warum man allerdings One Step Into Paradise und Better Days (uups, doch einer vom "Food For Thought"-Album) in akustischen Versionen von 2007 als Lückenfüller ans Ende setzt, erschließt sich mir nicht, da hätten es dann doch noch zwei weitere Livekracher sein können. Und warum man am Ende des offiziellen Gigs White Men Do No Reggae als Outro vom Band hört und die Jungs es sich nicht trauen, das selbst zu spielen, stattdessen diesen "wir-machen-jetzt-nochmal-Party"-Song So Lonely (wenn auch geil interpretiert) ans Ende setzt, darf mit einem Fragezeichen versehen werden! ("?" - da ist es!)
PINK CREAM 69 "Live In Karlsruhe" präsentiert die Band in absolut geiler Verfassung, gibt es als Doppel-CD und mit dem Titel "Past & Present" auch als Doppel-DVD, die neben dem Konzert auch noch den sagenhaften und hoch gehandelten Auftritt von 1992 in Japan und andere Features bereithält. Da uns diese aber nicht vorliegt, können wir dazu auch nichts schreiben. Bleibt abzuwarten, ob und wann das nächste Studioalbum das Licht der Welt erblickt und was sich die Jungs dann einfallen lassen - ein bisschen mehr Abwechslung und die Rückkehr zum alten Spielwitz wäre mal wieder angesagt. Wir warten gespannt und werden berichten, bis dahin heißt es "Live In Karlsruhe" in der Dauerrotation laufen zu lassen.
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