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Charlemagne

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7Hard
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Charlemagne
No Turning Back
Gynger Lynn
Conversation Piece
Charlemagne - "Charlemagne", Eonian Records/7Hard, 2009 (1994)
Raym Barrett Vocals
Scott Oliver Guitar
Lee Bryan Bass
Ken Kowalski Drums
Produziert von: Stephen Craig & Charlemagne Länge: 41 Min 39 Sek Medium: CD
1. Secret Romeo7. Chance Is Calling
2. I Don't Wanna Lie8. Last Chance
3. She's Only Young9. Wait And See
4. So Far Away10. I'm Not That Easy
5. Is It Ever Easy11. I Wish I Knew
6. I've Got You
High Noon - "No Turning Back", Eonian Records/7Hard, 2009 (1989-93)
Jim Zappa Vocals
Ken Hitsman Guitars
Sam Persons Bass
Mike Patterson Drums (1989-92)
Jaime Harris Drums (1992-93)
Produziert von: Stephen Craig, Ken Hitsman & Jim Zappa Länge: 64 Min 32 Sek Medium: CD
1. High Noon8. Just Like A Woman
2. Bad Moon Risin'9. Who Do You Think You Are?
3. Rude Boy10. Around Midnight
4. Don't Come Running11. Faith Hope And Love
5. Have My Heart12. Bed Of Lies
6. Skatin' On Thin Ice13. Weight Of The World
7. When The Night Calls14. House Of Glass
Gynger Lynn - "Gynger Lynn", Eonian Records/7Hard, 2009 (1994)
Dean Presley Vocals, Guitars
Will Hair Guitars
Jim Stuppy Bass
Frank Paul Drums, Guitars
Luke James Lorraine Drums
Gavin Jadwin Keyboards
John Hunter Piano
Produziert von: Stephen Craig, John Hunter & Gynger Lynn Länge: 51 Min 46 Sek Medium: CD
1. Dirty8. In My Heart
2. Reasons Why9. Wanna Be Your Lover
3. One And Only10. I Love The Lights
4. My, My Lisa11. Arms Around You
5. Why Is It Over12. Faces
6. On My Way13. Love
7. Tell The World
Pistol Dawn - "Conversation Piece", Eonian Records/7Hard, 2009 (1990)
Faster Freddie Brecht Vocals, Guitars, Bass
Scotti Ryan Guitar, Bass
Rob Stratton Bass
Don Ferguson Drums
Gäste:
Chip Z'Nuff Background Vocals, Bass
Jon Ster Background Vocals
Produziert von: Stephen Craig, Chip Z'Nuff & Pistol Dawn Länge: 41 Min 07 Sek Medium: CD
1. Conversation Piece6. Gone Away
2. Message In A Bottle7. Stocks And Blonds
3. Dreams Come True8. Still Running Wild
4. Be My Girl9. Talk Of The Town
5. Hard Way10. Wish Upon a Star

Mensch, waren das noch Zeiten, als die Haare der Männer länger waren als die der Frauen, zum Styling der Pracht auf dem Haupte soviel Haarspray verbraten wurde, dass das Ozonloch wusste, warum es existiert, der coolste Mucker die Hose mit den größten Löchern hatte oder aber das Beinkleid so eng war, dass man jede Falte im Gemächt des Trägers erkennen konnte. Wer dann noch richtig was auf sich hielt, trug die Weste auf der nackten Brust, band die Wallemähne mit einem Tuch zurück und schaute möglichst grimmig durch eine Nickelsonnenbrille in die Kamera. Ja, das waren noch Zeiten damals zum Ende der 80er/Beginn der 90er Jahre.
Musikalisch werden diese beiden Jahrzehnte heute noch wie damals zwiegespalten betrachtet. Der eine hat die Musik geliebt, wie der Biker seine Harley, der andere hat sie auf Grund des plastilinen (oder plastikartigen) Sounds gehasst wie der Teufel das Weihwasser. Ja, die wilden bunten 80er Jahre und die musikalisch pathetisch-triefenden 90er Jahre, das waren noch Zeiten.
Ich gebe zu, ich habe die Zeit damals geliebt. Nachdem die Neue Deutsche Welle abgeebbt war, drangen plötzlich Gitarrentöne verzerrter Art an mein Gehör und ich wusste, das ist es, was mir gefällt. Meine Rübe wurde geschüttelt zu BON JOVI, AEROSMITH, EUROPE, CINDERELLA, EXTREME, SAIGON KICK, GUNS N' ROSES, SKID ROW, WHITE LION, WHITE HEART, STRYPER und wie sie alle hießen - bis Kurt Cobain kam (aber das ist eine andere Geschichte). Ich weiß, dass sich hier manches chronologisch überschneidet, tut aber nichts zu Sache.

Nun, damit diese stilprägende musikalische Epoche nicht in Vergessenheit gerät, hat das deutsche Label 7Hard einen Vertriebsdeal für Europa mit dem amerikanischen Label Eonian Records an Land gezogen, um eine Plattform für die "gute, alte Zeit" zu bieten.
Mit diesem Vertriebsdeal hat man gleich vier "große" Namen aus dem Hut gezaubert, die es in den 80er/90er Jahren nicht geschafft haben, mit den genannten Bands auf der großen Welle mit nach oben geschwemmt zu werden. Oder klingelt es bei einem unserer lieben Leser, wenn Bands wie CHARLEMAGNE, HIGH NOON, GYNGER LYNN oder PISTOL DAWN genannt werden? Bei mir nicht. Mag sein, dass ich damals noch zu klein war, oder wirklich daran, dass man an die musikalischen Ergüsse dieser Bands hier in Deutschland einfach nicht rankam. Ganz ehrlich? Nicht schlimm. Was diese Bands von den Großen unterscheidet ist die Tatsache, dass qualitativ schon ein großer Unterschied auszumachen ist. Die Songs zünden nicht, die Soli sind nicht markant genug, stimmlich gibt es Defizite - alles in allem: nicht weiter verwunderlich, dass diese vier Bands in der Schublade verschwanden. Vielleicht tue ich den Herren aber auch Unrecht und in Wahrheit sind sie die, die das Genre eröffnet haben und die ganzen Axls, Jons, Garys, Strypers… waren nur geschickter?
Nun, wie auch immer: warum sich ein Label diesen Stress antut und so olle Kamellen wieder aus dem Hut zaubert, ist mir schleierhaft. Nicht nur, dass man das meiner Meinung nach heute nicht zwingend braucht, es kommt noch dazu, dass man sich - zumindest bei HIGH NOON und GYNGER LYNN - nicht mal die Mühe gegeben hat, die ganze Grütze auf einen technisch hochwertigen Stand zu bringen. Gerade bei HIGH NOON klingt es so, als wären die Aufnahmen direkt von der Chromdioxid-Kassette aus dem Stereoradiorecorder des Proberaums auf die CD gebrannt worden. Die Gitarre eiert, der Sound klingt dünn, leise und blechern, nee, bei aller Liebe zur Nostalgie, aber das braucht nur der Extremsammler oder Hardcore-Fan. Um jemandem Hairspray-Hardrock-Mucke schmackhaft zu machen, krame ich lieber die "Pornograffitti", "The Final Countdown" oder "Slippery When Wet" aus dem Regal.
Selbst die Booklets geben nicht viel Aufschlussreiches über die Bands her. Ein paar Fotos, je nach Verfassungslage der Künstler ein paar Auskünfte über die Band, dafür keine Lyrics, so muss man aus den Songtitel ableiten, was sie bewegt, was sie uns mitteilen wollen.

Okay, es ist nicht alles schlecht. CHARLEMAGNE können zumindest von der Tonqualität her Punkte einfahren. Einen ganzen Schritt weiter sind dann noch PISTOL DAWN, bei denen ich mich ehrlich frage, woran es gescheitert ist, dass die nicht mit nach oben gespült wurden, denn das hat wirklich schon Klasse. Faster Freddie Brecht hat eine Stimme, die der eines Sebastian Bach schon recht nahe kommt, auch wenn der richtig letzte Kick fehlt, seine Jungs von der Instrumentenabteilung verstehen ihr Handwerk, woran lag es?
Die Frage bleibt, warum die Welt das ausgerechnet jetzt brauchen sollte, wo sie es die ganzen Jahre nicht gebraucht hat. Ich kann es nicht beantworten. Wenn es auf diesem Globus Fans der vier Bands geben sollte, dann greift Euch das Zeugs schnell ab und verzeiht mir, dass ich es im Regal stehen lassen würde.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 25.05.2009


 
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