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| Now Is The Hour, Frontiers Records, 2009 |
| Bruce Turgon |
Bass, 'Background Music' (laut Waschzettel) |
| Philip Bardowell |
Vocals |
| Scott McKinstry |
Lead Guitar |
| Produziert von: Dennis Ward |
Länge: 57 Min 48 Sek |
Medium: CD |
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| 1. In Your Wildest Dream | 7. The Passage |
| 2. Make Me Believe | 8. Always |
| 3. Desire Of Our Hearts | 9. Hard To Love You |
| 4. One Day | 10. Light Of My World |
| 5. I Live For You | 11. Path Of The Last Resistance |
| 6. Secrets | 12. Places Of Power |
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Gemeinsam haben die Musiker Turgon und Bardowell Bands wie FOREIGNER, SHADOW KING, Lou Gramm, UNRULY CHILD, MAGDALEN und Peter Criss (KISS) in ihrer Historie; Dennis Ward (PINK CREAM 69) hat unter anderem für Bob Catley, ANGRA und KROKUS gearbeitet. Nun heißt das nicht unbedingt, dass die neue CD wie eine Mischung der genannten klingen muss, aber … tatsächlich sind wir im Tante-Emma-Laden des AOR.
Wir nehmen die Riffs 23, 17, 5 und 9, dazu entweder einen heftig pumpenden oder einen vereinzelte Sprenkel setzenden Bass - ja, manchmal spielt er sogar eine kleine Melodei - eine Lou-Gramm-Sirenenstimme von Format, und jede Menge Schleifpapier, um die Ecken abzurunden. Oben drauf setzen wir die Gitarrensoli Slow-fast-minor-major oder Fast-slow-fast-major, Slow-fast-tremolo oder Fast-Powerchord und pappen das alles zusammen.
So weit, so Durchschnitt. Nun hat man aber nicht in und für all diese Bands gearbeitet, und weiß gar nichts. Daher ist da zum einen einer an den Drums, der, wenn auch dezent, diese ganze Schönheit mir schöner Regelmäßigkeit und rasenden Trommelwirbeln zerballert und so für Aufmerksamkeit sorgt. Dann ist Lou Gramm ja nicht irgendwer, sondern hat den Robert-Plant-Lookalike'n'Soundalike Award 'Planter's Delight' in Platin gewonnnen; und Bardo macht seine Sache well und gewinnt nun seinerseits den Lou-Gramm-Lookalike'n'Soundalike Award 'Das Pfund'; und das ist mir allemal lieber als die 'Nöhlkanne', und ihr dürft selber überlegen, von wem das der Lookalike'n'Soundalike Award ist.
Und schon Jeff Beck (das ist so ein Gitarrespieler aus den 60ern und 70ern, na ja, auch den 80ern, 90ern und heute sowieso) hat anlässlich der Veröffentlichung von "Beck-Ola" 1969 gesagt: "Today, with all the hard competition in the music business, it's almost impossible to come up with anything totally original. So we haven't. However, this disc was made with the accent on heavy music. So sit back and listen and try and decide if you can find a small place in your heads for it."
Nun war das bei Beck natürlich Understatement, aber nichtsdestotrotz gilt es sicherlich für unser Plättchen hier (bis auf das Wörtchen 'Heavy', natürlich). Neu ist hier gar nix, aber die Tante-Emma-Laden-Zutaten sind gar gut verrührt und nett angerichtet, wobei wir über die Herz-Schmerz Lyrics am besten den Vater aller Mäntel des Schweigens breiten.
Und weil das alles so ist, kommt dann am Ende trotz Schleifpapier und eingeengtem AOR Horizont ein für das Genre brauchbares Ergebnis heraus. Das kommt zwar in keinem Augenblick an FOREIGNER in deren Glanzzeiten heran, aber das ist natürlich auch die Empire-State-Messlatte unter den möglichen Messlatten, und selbst FOREIGNER selbst schaffen das ja nicht mehr. Auch an ALLIANCE' "Road to Heaven" - die ersten Songs - oder TOTOs letztes Werk langt es bei weitem nicht ran. MAGNUM liegt in weiter Ferne.
Man hört etwa: In Your Wildest Dream; das ballert heftigst los, der Bass pumpt, die Drums treiben die Sache steady voran, und Bardo schwelgt/performt in bester Stadionrock Manier, und zum Refrain gibt's Keybordteppich satt.
Make Me Believe gibt den Vocals soviel Raum wie eine zehnstöckige Hochgarage - sehr viel; Hey, lasst mal den Gitarrero ran, wozu habt ihr den denn gemietet? Kategorie "Etwas nervig", wenn man Popsongs an sich nicht mag.
Desire Of Hearts fängt mit einem langsamen Keyboard-Intro an, und man befürchtet Schlimmstes, aber dann wird doch ein brauchbarer Midtempo Rocker mit Tempowechsel im Mittelteil und schönem Chorus im Refrain daraus. Kategorie: "Gottseidank, das ist gut."
One Day hat einen Shuffle als Basis, was im Refrain dann aufgehoben wird, um in der Bridge wiederzukommen - gebongt.
I Live For You - Junge, da musst du dich aber etwas mehr anstrengen, als so einen langsamen Schleicher ohne Hooks aufs Brett zu legen. Kann einer den Solo-Gitarristen-Sklaven wegen Anwendung akuter Langweile erschlagen? Kategorie "Tunnelbau; unterirdisch".
Secrets - pump-pump-pump da Bass, Allerwelts-Hookline. Kategorie "Gähn". Jetzt wird es langsam bedrohlich uninteressant.
Gut, The Passage mit melodischem Solo Intro geht ganz nett in die nächste Runde; warum dann das Tempo wieder rausgenommen wird - wer will das wissen (nein, Dynamik ist nicht nur einfach: hohes Tempo - geringes Tempo - hohes Tempo!). Trotzdem - der Refrain kommt gut. Fast-slow-fast-slow Songstruktur.
Light Of My World ist nun wirklich zu sehr FOREIGNERs Waiting For A Girl Like You, und auch ansonsten tut sich jetzt nicht mehr viel auf dem Rest der CD; was man bis Track 5 gehört hat, wird dann nur variiert.
Wenn man sich das dann angetan hat, und wenn man AOR mag, mag man das hier auch; allein - mir fehlt die Abwechslung. Der Solomietgitarrero verbreitet zuviel Langeweile und Jaul-jaul-Tremolo Licks, und das Songwriting ist zumeist Mittelklasse. Aber ein paar Highlights gibt's, und daher bekommt das hier auch nicht das Papierkorb-Icon.
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