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Death + Taxes

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Death + Taxes
Death + Taxes, Eigenvertrieb, 2009
Anika Werner Vocals
Sebastian Tittel Guitar
Björn Wehrhan Guitar
Jörn Loffhagen Bass
Johannes Westendorf Drums
Medium: CD
1. Rock On8. Within Me
2. Just Like Me9. Take Me
3. Bad Day10. One More Hour
4. Six Feet Under11. Devil's Play Ground
5. Plastic12. Hurricane
6. Can't Stop The River13. Split
7. Get Over It14. Split - Piano Version

Zugegeben, bei oberflächlicher Betrachtung des Bildchens auf der Rückseite des Albumbooklets "Death + Taxes" von RESET TO ZERO könnte man auf den Gedanken kommen, bei der Musik würde es sich um Allerwelts-Görenrock handeln, gesungen von endpubertierenden Girlies, die ihren Menstruationsschmerz in die Welt herausjammern.
Reset To Zero Aber Vorsicht, alleine schon die auf dem Foto leider etwas unterbelichteten Kerle, besonders der ganz rechts - er hält seine Gitarre wie eine rauchend M60 -, wollen in dieses hübsche Bild gewaltbereiter Vorurteile nicht so recht passen. Und erst recht nicht die Songs von RESET TO ZERO!
Denn die Band mit Frontfrau Anika Werner ballert einen gewaltigen Heavy Rock ab. Die Gitarren sind ebenso schwer ausgefallen wie der Sound. Gitarist Sebastian Tittel ist für "engineered und recorded" verantwortlich. Ihm ist gelungen, den druckvollen Sound klar und differenziert rüberzubringen, wenn auch das genretypische Klacken der Bassdrum nicht mehr wirklich innovativ ist.
Gleich 13 von 14 Mal heißt es: "Volle Deckung! Alles auf Null zurücksetzten und die Breitseite verarbeiten, die den Hörer mit Death+Taxes heimsucht!" Nummer 14 geht es gelassener an, denn es handelt sich dabei um eine Pianoversion von Split, bei der ein gewisser Thomas Bode in die Tasten hämmert.

RESET TO ZERO halten sich glücklicherweise von allem Extremen fern. Sie brechen weder Geschwindigkeitsrekorde, noch verfrickeln sie sich, wie es leider die ganzen Klone von Yngwie Vai Halen in aller Regel zu tun pflegen. Im Gegenteil: RESET TO ZERO haben die Melodie für sich entdeckt und das Konzept des schweren Rocksongs begriffen, was sie erfrischend von der ultraharten Fraktion abhebt.
Ihre Songs betiteln sie mit Rock On, Bad Day oder One More Hour. Und diese Titel passen ganz gut zur Musik, die sich hinter ihnen versteckt. Durchaus erwachsen, dieser Metal insgesamt, möchte man sagen. Die Breaks akzentuieren die richtigen Stellen, die Bassdrum verursacht bei Trommler Johannes Westendorf keine Wadenkrämpfe und die oft eingestreuten ruhigeren Passagen verleihen den Stücken die rechte Dramatik. Also alles gut?
Nicht ganz, denn "Death + Taxes" benötigt schon einige Umläufe, um seine Wirkung zu entfalten. Zuerst scheint es so, als wäre die Platte aus Teflon gefertigt, weil zunächst nichts so richtig hängen bleiben will. Aber "Death + Taxes" gewinnt von Runde zu Runde. Es ist also Standfestigkeit gefragt.

Und damit kommen wir zu Anika Werner. Frau Werner verfügt über Potential in ihrer Stimme. Ihr Volumen ist nicht von schlechten Eltern. Wobei sie oft die Kopfstimme benutzt, um die hohen Tonlagen zu erreichen. Die besten Gesangspassagen auf "Death + Taxes" sind die, in denen Anikas Stimme technisch gedoppelt und verdreifacht wird. Sie singt mal gegen sich und mal mit sich, was selten seine Wirkung verfehlt. Allerdings ist vorstellbar, dass Anika die Hörerschaft polarisiert. Manch eine(r) wird sich während der Gewöhnungsphase vielleicht doch genervt von Anikas Performace abwenden. Gerade, weil sie die Kopfstimme doch etwas zu oft bemüht und die technischen Doppler-Mätzchen nicht jedermanns Sache sind.

Metaller, die nicht mehr den Kick des Extremen benötigen, werden an "Death + Taxes" Gefallen finden können. Aber Vorsicht: Schenkt die CD keinesfalls euren Freundinnen. Ansonsten wird euch der Racheengel ebenso richten, wie es schon so vielen Metallern passiert ist, als sie unschuldig damit begannen von THE GATHERING zu schwärmen.

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 01.09.2009

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