|
|
| Lights And Shades, Fastball Music, 2009 |
| Stefan Fankhauser |
Vocals, Guitar |
| Raphael Nussbaum |
Guitar |
| Roger Vez |
Bass |
| Reto Gasser |
Keyboards |
| Marc Gasser |
Drums, Backing Vocals |
| Produziert von: Pat Aeby |
Länge: 54 Min 24 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Rocket Tom | 8. Bad Things |
| 2. Good Days Are Gone | 9. You've Done It |
| 3. Do You Really | 10. Beautiful Misery |
| 4. Where Can I Be | 11. Virus |
| 5. Everypart | 12. Night Of 1000 Dreams |
| 6. Supermen | 13. Duke Of Westpoint |
| 7. Gasp For Breath | 14. The Sea |
 |
Wie sagt unser Mastermind Fred immer: "Schmeiß die Dinger weg! Ich les die eh nimma durch, steht nur Schmarrn drin!" Und Recht hat er damit. Gemeint sind die meist wertvollen, manchmal peinlich, mitunter sogar albernen Promozettel, die einer CD beiliegen. Sicherlich beinhalten sie vieles an Informationen, was man sich dann nicht mühsam aus dem Internet suchen muss. Aber manchmal steht einfach auch nur "Schmarrn" drin. Wie im Falle von RICHTASTE. Da steht nämlich folgendes: "Das neue, zweite, Album "Lights And Shades" führt RICHTASTE aufs nächste Level des Rock'n'Roll." Ich gebe zu: wenn ich aus der 3. Unteretage der Tiefgarage an die Erdoberfläche mit dem Aufzug fahre, führt mich das auch einen Level nach oben. Aber es ist dann nicht wirklich eine Steigerung, weil ich dann ja erst bei Station 0 angekommen bin. Ihr versteht, was ich meine? Nein!? Okay! Wenn diese Scheibe RICHTASTE auf das nächste Level des Rock'n'Roll führt, möchte ich das Debüt erst gar nicht hören. Ich hätte mir den Zettel nicht durchlesen dürfen, dann wäre ich anders an die Geschichte rangegangen, aber so waren die Weichen gestellt.
Wenn eine Band auf ein neues Level gehoben wird, dann erwarte ich Großtaten. Die sind bei RICHTASTE außer dem Produzenten aber nicht so richtig ausfindig zu machen. Es reicht einfach nicht, sich einen ehemaligen Mann von KROKUS an die Regler zu setzen, wenn das Songwriting nicht stimmt, die musikalischen Fähigkeiten der Musiker nichts weiter sind als guter Standard und der Sänger vor lauter Emotionslosigkeit nicht weiß wohin mit des Hörers Langeweile. Dieser Promozettel tut der Band nicht gut.
Es ist jetzt nicht so, dass die Scheibe - wie man so vulgär sagt - Scheiße ist, aber sie rockt nicht wirklich. Diese Mischung aus NEW MODEL ARMY meets Schülerband haut nicht richtig aus den Socken. Stefan Fankhauser hat, wie schon erwähnt, die Emotion in der Stimme nicht wirklich erfunden und traut sich nicht so richtig raus aus seiner Haut. Würde er hier und da mal mit etwas mehr Druck an die Geschichte rangehen und seiner Stimme mehr zutrauen, es würde das ganze schon sehr aufwerten.
Was mich noch nervt ist der fast gleichförmige Songaufbau: Intro - ruhiger Strophenpart - "explodierender" Refrain - Strophe - Refrain - Solo - Refrain - Feierabend. Das macht auf Dauer keinen Spaß, es sei denn man heißt STATUS QUO - die kommen mit drei Akkorden aus und werden nicht langweilig. Die Gitarrensoli… wenn die wenigstens rocken würden, tun sie aber leider in den meisten Fällen nicht und bewegen sich eher auf gutem Gitarrenschüler-Niveau. Das ist für mich weit weg von dem was man als "neuer Level des Rock'n'Roll" bezeichnet - es sei denn, das Debüt war unterirdisch…
Nee, Jungs, ich bin nicht begeistert, was aber zu einem Großteil echt am Promotexter liegt, der Euch diesen Zettel untergejubelt hat. Sicherlich ist es toll, wenn man auf eine eigene Scheibe schauen darf und seine Gedanken und Anliegen endlich in den Kunststoff gelasert hat. Aber man sollte auf dem Boden bleiben und den Tatsachen ins Auge schauen. Vielleicht war auch Mr. Aeby an den Knöpfen am Tag des Abmischens nicht gut drauf, ich habe keine Ahnung. Dabei sind gute Ideen vorhanden, die blitzen hier und da auch durch, aber an der Umsetzung hat's bei "Lights And Shades" gehapert Warum gibt's nicht mehr Songs wie Night Of 1000 Dreams, Duke Of Westpoint oder The Sea? Schade, dass dieser Dreierpack erst zum Schluss der Scheibe auftaucht. Sollte es von RICHTASTE noch eine nächste Scheibe geben, was ich mir sogar wünschen würde, dann mehr Mut zum Experimentieren, zum Rocken und Shouten und zum Gasgeben - oder aber der Erkenntnis, dass das nächste Level doch noch nicht erreicht ist.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|