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Contact - Live In Munich
Contact - Live In Munich, InsideOut Music/SPV, 2009
Michael Sadler Vocals, Keyboards, Bass
Jim Crichton Bass, Synthesizer
Ian Crichton Guitar
Jim Gilmour Keyboards
Chris Sutherland Drums
Länge: ca. 187 Min Medium: Do-DVD
DVD 1:
1. The Interview13. Piano Solo
2. That's As Far As I'll Go14. Scratching The Surface
3. You're Not Alone15. We've Been Here Before
4. I'm OK16. On The Air
5. Can't You See Me Now17. On The Loose
6. Book Of Lies18. Careful Where You Step
7. The Perfectionist19. 10.000 Days
8. Drum Solo20. Wind Him Up
9. The Flyer21. Humble Stance
10. Mind Over Matter22. Don't Be Late
11. The Security Of Illusion23. What's It Gonna Be?
12. Time's Up
DVD 2:
DocumentaryPic gallery: 30th anniversary/The farewell of Michael Sadler
Underground TV (6 tracks live from Mannheim 2007)

Mitte der 70er Jahre gründen Jim Crichton und Michael Sadler in Toronto eine Band, die erst nach vielen Umbesetzungen und daraus resultierenden Umbenennungen zu SAGA wird.
30 Jahre später geht die Band auf weltweite "10.000 Days"-Tour zu deren Beginn Sänger und, wie schon mitgeteilt, Bandgründer Michael Sadler seinen Ausstieg aus der Band bekannt gibt. Nachdem diverse Festivals in Deutschland und Norwegen bespielt werden, geht die Band auf Tour in ihre Heimat Kanada um danach zu einer ausgedehnten Konzertreise nach Deutschland zurückzukehren. Die hier stattfindenden Shows werden zu einem wahren Triumphzug der kanadischen Neo-Progger, füllen zwar nicht mehr die großen Hallen wie in den Achtzigern, aber immerhin kann man auf eine gut besuchte Tournee zurückschauen.

Seinen letzten Auftritt mit SAGA hatte Michael Sadler am 05. Dezember 2007 in der Muffathalle zu München, danach ging er den Weg des Familienvaters - so seine eigene Aussage. Vorher wurde aber der Menge, die die Halle zu einer ausverkauften machte, ein Querschnitt durch 30 Jahre SAGA mit auf den Weg gegeben.
Nichts wirklich Überraschendes ist darauf zu finden und manches davon findet sich auch auf anderen Livescheiben der Kanadier wieder. Was die DVD sehenswert macht ist die Tatsache, dass die Jungs nach 30 Jahren und diversen Aufs und Abs das Rocken nicht verlernt und auch nichts von ihrer Bühnenpräsenz verloren haben.
Michael Sadler stakst wie eine "Light-Ausgabe" von Freddie Mercury im halboffenen Hemd über die Bühne (erstaunlich, wie viele Schritte und Bewegungen er sich von dem QUEEN-Frontmann abgeschaut zu haben scheint) und führt sehr sympathisch durch den Abend, Jim Gilmour verbarrikadiert sich hinter seiner Keyboard-Burg und lässt die typischen SAGA-Sounds erklingen, ab und an wird er dabei von Mr. Sadler besucht, Chris Sutherland, der die Band in Europa am Schlagzeug vertreten hat, groovt sich sehr konzentriert durch den Set, während Ian Crichton seiner Gitarre die teilweise unglaublichsten Läufe entlockt. Sein Bruder Jim bedient in lässig grinsender Manier den Bass und greift ab und an in die Tasten des Moog. Ein übersichtlicher Bühnenaufbau und keine ablenkenden Hintergrundbilder lassen den Betrachter der DVD voll und ganz in der Musik versinken und das Augenmerk auf das Zusammenspiel der Band auf der Bühne legen.
Schön auch der Moment, als die gesamte Crew in der Zugabe Michael verabschiedet. Da wäre man schon gerne selber dabei gewesen.
Tja, wäre da nicht ab und an die leicht "rauschende" Bildqualität, es wäre ein echter Hochgenuss. Denn musikalisch braucht man über SAGA keine Worte zu verlieren, auch wenn ich den Eindruck nicht verliere, dass sich auf die Dauer die Lieder irgendwie ähneln.

Die Bonus-DVD ist meiner Meinung nach nur was für Hardcore-Fans. In einer 10-minütigen Dokumentation kann man im Splitscreen-Verfahren auf der linken Seite den Jungs beim (schätzungsweise) Soundcheck zuschauen, während in der rechten Bildhälfte erst Jim Gilmour etwas über die besonderen musikalischen Orte von Toronto erzählt und danach Ian Crichton seine Erinnerung an 30 Jahre SAGA weitergibt. Das ganze in Englisch ohne deutsche Untertitel. Dann gibt es noch 6 Stücke, die von Underground TV in Mannheim während der gleichen Tournee aufgenommen wurden und lediglich zeigen, dass man 1.) nicht an den Ton der "richtigen" Aufzeichnung rankommt, 2.) das Bild schlechter ist und 3.) die Lieder nicht anders klingen als beim Abschlusskonzert. Dann noch die übliche Fotogalerie und fertig ist der zweite Dreher.
Nun ist das bei InsideOut fast schon zur schönen Tradition geworden, dass man DVDs nicht einfach so unters Volk streut. Denn wer lieber hören statt sehen möchte, kann das Konzert in seiner vollen Länge auch auf einer Doppel-CD bekommen. Wem der Sinn aber nach Sehen UND Hören steht, der kann das ganze auch als Doppel-DVD/Doppel-CD-Ausgabe in die Einkaufstüte stecken. Damit dürften dann alle Seelen befriedigt sein.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 12.04.2009

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