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Sons Of Alpha Centauri / Treasure Cat

Last Day Of Summer

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Last Day Of Summer
Last Day Of Summer, Underdogma Records, 2009
Sons Of Alpha Centauri:
Marlon Aaron King Guitars
Nick Hannon Bass
Stevie B. Drums
Treasure Cat:
Will Mecum Guitars
Matt Cross Bass
Roy Brewer Percussion
Länge: 54 Min 23 Sek Medium: CD
1. The Flying Dutchman (ALPHA CAT)7. Dresden (TREASURE CAT)
2. Battle Of Britain (TREASURE CAT)8. Fire (ALPHA CAT)
3. Tribute To Harmonious (SOAC)9. Crossing The Border (SOAC)
4. Valhalla (TREASURE CAT)10. On A Cleary Day (TREASURE CAT)
5. Last Day Of Summer (ALPHA CAT)11. Exhaust (SOAC)
6. Under Surveillance (SOAC)

Na sieh mal einer an - ein "Bandkollektiv" - so was hatten wir doch erst vor kurzem. Und ebenfalls mit den leuchtenden Söhnen des hellsten Sternensystems in Sonnennähe, SONS OF ALPHA CENTAURI. Mit an Bord damals die Urgesteine des kalifornischen Wüstenrocks YAWNING MAN, man firmierte unter YAWNING SONS. Nun also eine neue Konstellation mit TREASURE CAT. Während das Sternensystem in der britischen Grafschaft Kent leuchtet, glitzern die "Schatzkatzen" in West Virginia vor sich hin. Aber keine Angst - auch wenn das Trio vom Southern- und Blues-Rock beeinflusst ist, bleiben wir vom "Country Roll" verschont. Glitzern tut bei den "Bergstaatlern" noch etwas anderes: nämlich Will Mecum, vielen ein Begriff als Gitarrist der legendären KARMA TO BURN.
Hier handelt es sich um keinen klassischen Album-Split. Vielmehr steuern beide Bands je vier eigene Songs bei. Ergänzt wird das Ganze durch drei gemeinsame Werke unter dem Namen ALPHA CAT. Schubladen, in die das Dingens hineinpassen würde, gibt es viele und auch wieder keine. Zu vielschichtig ist die Bandbreite der angewandten Stile. Die einen mag's etwas stören, für die andern ist gerade diese "wilde Mischung" der Anreiz sich "Last Day Of Summer" anzutun.

Als "minimalistischen Rock" bezeichnen sich die kostbaren Bergkatzen selbst. Doch das ist totales Understatement, wenn man es falsch versteht. Minimalistisch im Sinne von "mit minimalem Aufwand größtmögliche Wirkung erzielen". Da dürfen als stilistische Einflüsse gerne ZZ TOP, Jimi Hendrix und die alten Hardrock-Recken der 70-Ära zitiert werden. Battle Of Britain beispielsweise trägt einen Hauch von Ted Nugent-Gitarren.
Highlight des TC-Parts ist On A Cleary Day. Hier vereint sich alles, was einen überragenden Instrumentalsong ausmacht: Eingängige Melodie im Downtempo mit Tiefgang, saubere Hooklines und die melancholische Erkenntnis, dass man(frau) langsam alt wird und sich das Wissen um ähnliche Gitarrenlines tief in den gehirntechnischen Erinnerungskisten der vergänglichen Jugendzeit vergraben hat. Egal - klingt auf jeden Fall einfach nur genial - thanx a lot TREASURE CAT!

Selbstverständlich haben die SONS OF ALPHA CENTAURI mit Under Surveillance und Fire gleichwertiges auf Lager. Atmosphärisch dichter Gitarrenrock kracht hier aus den Boxen, mal experimentell, mal ein fetter Alternativschinken, dann sind sie wieder da, die goldenen Sandkörner der Wüste: die Einflüsse von KYUSS, YAWNING MAN und den QUEENS OF THE STONE AGE und legen sich über oder zwischen ein Prislein BLACK SABBATH.
Mit dem Flying Dutchman eröffnet die Gemeinschaftsproduktion ALPHA CAT den Reigen der in abwechselnder Reihenfolge aufgenommenen Kompositionen. Eine Blues Harp, griffige Southern Rock-Gitarren, Wüstenstaub und scheinbar kühles Britenunderstatement versuchen schwungvoll und gutgelaunt darüber hinwegzutäuschen, dass (fliegende) Holländer nichts mit der amerikanischen Wüste zu tun haben. West Virginia hat ja noch nicht mal direkten Zugang zum Meer. Aber das nur nebenbei - es ist ja ohnehin nur eine Sage, während die Alphakatzen waschechte Realität sind. Mit Exhaust schließt ein "typisches" Werk der Briten den Kreis. HAWKWINDs Spacerock-Elektronik-Spielchen unterlegen die trockenen mitreißenden Leadgitarren, die zwischen ZZ TOP und FAITH NO MORE (beispielsmässig) herumzappen.

Ingesamt vielleicht nicht direkt ein Meilenstein in der Geschichte des Instrumentalrock, aber auf jeden Fall überdurchschnittlich guter, mitreißender und absolut hörenswerter geradliniger Riffrock zweier sich ausgezeichnet ergänzender und kreativer Bands aus zwei Kontinenten. Man darf wohl gespannt sein, mit wem sich die "leuchtenden Söhne" aus Britannien das nächste Mal zusammentun.

Maria 'Jamina' Ortner, (Artikelliste), 04.12.2009


 
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