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| Grace And Melody, Diamond Day Records, 2008 |
| Jeff Massey |
Guitars & Vocals |
| Tod Bowers |
Bass |
| Joe Winters |
Drums |
| Marc Ford |
Guitars |
| Produziert von: Marc Ford |
Länge: 56 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. At The Fall Of The Day | 7. One Way Ride |
| 2. All The Way To Nowhere | 8. Fire Away |
| 3. Lord Knows | 9. Grace And Melody |
| 4. Healer | 10. Varoomp! |
| 5. Waiting To Be Offended | 11. World Keeps Moving On |
| 6. Roadblock | |
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Ich kann es gar nicht glauben, aber nirgendwo finde ich die STEEPWATER BAND im Home of Rock. Dabei hätte ich mir zu gern mal angesehen, wie die anderen die Musik finden, denn ich bin bislang nicht wirklich ein Fan der Band. Okay, aber so kann ich wenigstens etwas über die Band erzählen. Die Jungs der Band stammen aus Chicago. Den Namen Steepwater las Jeff Massay auf einem Frachter, der im Lake Michigan in einem Hafen lag.
Die STEEPWATER BAND gründete sich 1998 und um 2000 brachte die Gruppe eine EP heraus, seitdem jedes Jahr eine CD. Die letzen vier inklusive der Vorliegenden gibt es auch in Deutschland.
War man bislang schon uneins über die Band, werden die Meinungen der Kritiker jetzt erst Recht auseinander liegen. Die Veränderungen kann man am Produzenten festmachen: Marc Ford von den BLACK CROWES hat dem Trio um Jeff Massey im Studio jede Menge seines eigenen vertrackten Blues-Verständnisses vermittelt und auch an der Gitarre ausgeholfen, so dass "Grace And Melody" klingt wie eine Mixtur aus Fords Solo-CDs und den bisherigen vom ruppigen Blues und Rock inspirierten STEEPWATER BAND Scheiben.
Doch sofort im ersten Stück At The Fall Of The Day klingt Fords fette Slide wohltuend über dem hektischen Gitarrengeraspel von Massey. Das ganze Stück kriegt dadurch eine andere Fahrt als vorher. Vor allem, wenn Ford das ganze Gitarrengerümpel zudeckt. Noch angenehmer ist das bei All The Way To Nowhere. Hier spielen die beiden Gitarren parallel und das schreckliche Gezirpe von Massey ist kaum noch zu definieren. Ach, warum hat Ford Massey nicht gleich das Gitarrespielen beigebracht.
Es wird besser und besser. Bei Lord Knows hört es sich wirklich an, als ob Marc Ford etwas am Gitarrensound von Jeff Massey geändert hätte. Doch die Solopassagen zeigen, der Sound ist unverändert. Auch Healer klingt wieder so kaputt. Die Gitarre ist etwas tiefer und ohne Verzerrer geht's nicht. Leider scheint Massey Ford die Flötentöne beigebracht zu haben, denn das Stück geht überhaupt nicht. Danach brauche ich erstmal einen 'Healer', meine Ohren pfeifen wie verrückt und ich habe Kopfschmerzen.
So, nach einem leckeren Essen kann ich jetzt weiter machen. Ich drehe die Lautstärke etwas runter und höre das nächste Stück. Schaurig. Da ist sie wieder die alles zerstörende Gitarre. Waiting To Be Offended ist auch wieder so ein furchtbares Stück und das über 13 Minuten und ein paar kaputte. Nee danke. Nach der halben Spielzeit schalte ich weiter, obwohl Marc Ford wieder versucht, zu retten, was zu retten ist.
Oh, bei Roadblock ist plötzlich alles anders. Hier scheint nur Ford zu spielen oder er hat Jeff Massey überredet, mal den Verzerrer auszuschalten. Nur so, mal aus Spaß. Worüber gesungen wird hört man freilich überhaupt nicht, denn die Musik übertönt alles. Danke Marc Ford.
Auch One Way Ride ist anhörbar. Keine verzerrte Gitarre. Sollte sich Herr Ford durchgesetzt haben? (Entschuldigt, wenn ich von Herrn Ford rede, aber für diese Leistung hat der Herr Ford durchaus die Anrede Herr verdient.) Hört euch mal Fire Away an! Endlich ein Super-Blues von einer Kapelle die sich STEEPWATER BAND nennt. Ich hätte nie geglaubt, dass das mal möglich wäre. Herr Ford soliert freudig mit und das ganze klingt wirklich klasse. Grace And Melody klingt auch okay, obwohl da die Zerrgitarre irgendwo im Untergrund vor sich hin mauschelt. Aber so kann es bleiben. Irgendwo säuselt sogar ein Keyboard im Hintergrund. Ich hab ja kein Booklet, kann also auch nicht lesen, wer dabei ist.
So ist unter dem Strich doch noch eine recht ordentliche Scheibe dabei herausgekommen, zumindest von Nummer 6 bis Nummer 11, und das ist ja schon mal gut die Hälfte. Auch die BLACK CROWES, wenn man die Messlatte an deren unkommerziellere Werke wie "Amorica" anlegt, klingen in der zweiten Hälfte mehr als einmal durch. Kaum einer der Songs entfaltet seine Wirkung unmittelbar, hier muss man sich darauf einrichten, erst nach mehrmaligem Hören die Feinheiten von Arrangements und Texten zu entdecken, davon gibt es dann aber auch reichlich.
Fazit: Anders, ja - aber nicht schlechter als frühere Werke der STEEPWATER BAND - und das, wozu er ursprünglich engagiert war, hat Marc Ford ordentlich gemacht: die filigrane und transparente Produktion der Scheibe hat den ersten drei CDs einiges an Finesse voraus!
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