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The Suede Brothers

Ill New You

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Ill New You
Ill New You, Bad Breaker Records, 2009
Dylan Francis Guitars, Vocals
Kevin Naughton Bass
Mike Varga Drums
Produziert von: David Hamann Länge: 50 Min 07 Sek Medium: CD
1. Ill New You6. So Low
2. Homebreaker7. Base Tame
3. Pleaser8. You Are There
4. Charlotte Rose9. Lady Luck
5. Heart & Affection

Zweites Album der Band aus Cleveland, Ohio, am Lake Erie, ehemals Ort der Schwerindustrie und Schifffahrt, mittlerweile Heimat der 'Rock'n'Roll Hall of Fame', und fokussiert auf Tourismus. In der Periode des Niedergangs in den 60ern 'The Mistake at the Lake' genannt. Wer hier wohnt, hat die folgenden Attitüde: "We live in a region that is gritty, hard-working, and honest. In Cleveland there's a level of pride in being down, but not out and fighting with every last breathe to succeed". Stolz darauf, am Ende zu sein aber nicht bankrott - das führt zu einer Musik, die sofort in die Vollen steigt und sich nicht mit fein ziselierten Intros und anderem Schnickschnack aufhält. Dran und drauf. Genannt wird das dann 'Rust Belt Rock' und ist 'Rock'n'Roll music … low on fashion and filler and big on volume'.
Role Model könnte die Walliser Band mit dem Vogel aus den 70ern, die sich u. a. mit der Achselhöhle eines Dockarbeiters beschäftigt hatte, und wohl auch immer noch sporadisch tut, und die ihrerseits mit SABBATH (wegen des Sounds) und RUSH (wegen der hohen Stimme des Sängers Burke Shelley) in Verbindung gebracht wurde: BUDGIE. Drei wirklich gute Alben in der Karrierefrühzeit und mit Originalbesetzung, darunter mein Liebling "Squawk", führten zu einem Eintrag in der Liste der Bands, die ihre Fußstapfen hinterlassen haben. Im Weiteren wurden sie u. a. von METALLICA und IRON MAIDEN gecovert.
Die Gebrüder Wildleder erinnern hier nun aus eben denselben Gründen an BUDGIE, wie die an ihre Role Models: Sound und Voice. Hinzu kommen ein auf Retro/Vintage gebürsteter Sound und jegliches Fehlen von Modernität.

Da die Kompositionen vor allem auf die Heftigkeit und Unmittelbarkeit des Sounds setzen (und der Songaufbau öfter dem Schema Monoton-Repetitiv folgt) macht das hier, auf Laut gestellt, schon Spaß. Blues Rock ballert unvermittelt aus den Lautsprechern, ohne allerdings - wie etwa bei SUPER 400 - nur Riffs um der Riffs Willen aufeinander zu schaufeln.
So richtig tolle Hooks finden sich nicht, aber das längere Pleaser etwa bietet wuchtige Riffs und Riffgebirge, auf denen sich das Solo vom Einem zum Nächsten hangelt. Charlotte Rose kommt zuerst in der Verkleidung eines soften, melodischen Funks daher, bis auch hier die schiere Riffwucht und verzerrte Gitarren in der Bridge alles zermalmen. Heart And Affection, der wohl beste Track, bietet rhythmische Vertracktheit und ein Solo, das sich auf dem Motiv des Basisriffs weiterentwickelt. Bei So Low darf die Rhythm Section einen rollenden Teppich ausbreiten, auf dem in der Songmitte Psychedelisches stattfindet, von der Gitarre veranstaltet. You Are There erinnert mit seinem monotonen Bass und der Fuzz-Gitarre an frühe GRAND FUNK, und die Dame des Glücks, Lady Luck, macht Mike Varga so glücklich, dass er richtig fett groovt und eine tolle Dynamik aufbaut und seine ganze Kunst darbietet.

Trotz und all dem nimmt mir die ständige an SABBATH gemahnende Finstermuckenstimmung bei den gleichzeitig doch etwas monotonen Songaufbauten etwas den Spaß an der CD - sieht man mal von der eher variationsarmen Stimme Dylan Francis' ganz ab. Ein Sabbatical oder auch zwei - prima, aber wenn ich eine ganze CD davon haben will, weiß ich, wo ich die kriege. Als Fazit fehlt mit hier die musikalische Abwechslung und lichte Momente. Afficionados der genannten Finster-Altväter werden mich ein Weichei schimpfen und sich die CD mal antun, wenn sie auf Retro und Blues Rock stehen.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 25.08.2009

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