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Willy DeVille

Unplugged In Berlin

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Unplugged In Berlin
Unplugged In Berlin, Meyer Records, 2011
Willy DeVille Vocals, Guitar, Harmonica
Seth Farber Piano, Back Up Vocals
David Keyes Upright Bass, Back Up Vocals
Produziert von: Diethard Küster Länge: 79 Min 08 Sek Medium: CD
1. Betty And Dupree10. Introduction Of The Band
2. It’s Too Late She’s Gone11. Hound Dog
3. Spanish Harlem12. Junker’s Blues
4. Trouble In Mind13. You Better Move On
5. Storybook Love14. Since I Met You Baby
6. Big Blue Diamond15. I’m Blue So Blue
7. Shake Sugaree16. Keep A Knocking – Sea Cruise
8. Let It Be Me 17. Shake Rattle And Roll
9. The Way We Make A Broken Heart18. Heaven Stood Still

Ach, Willy, Mann. Du weißt doch, seit damals bei diesem unsäglichen Konzert in Offenbach, wo Du Dich wie eine Primadonna geriert hast und unbedingt über die Lage der illegalen Einwanderer nach Texas reden wolltest, und dann noch diese fünf Mann Schrammel Band dabei hattest und nur akustisch gespielt hast - und das nach diesem Late-60ies Pop Kram von "Horse OF A Different Colour" veröffentlicht hast, ne, also seit damals war es ja aus zwischen uns. Und jetzt kommt auch noch ein Unplugged Set auf den Markt, wo ich Unplugged sowieso nicht leiden kann, in den meisten Fällen. Warum also, warum sollte ich mir das antun, zumal der erste Track auch noch sowas von dahin geschludert ist - wohl noch am Aufwärmen, was?

Na gut, Deine Promoterin hat mich inständig gebeten, und weil ich nett bin, und sie sich immer sehr um ihre Künstler bemüht - habe ich's mir eben angehört, Dein Drei-Mann Geschrammel. Gut, dass ich auf Deine Promoterin gehört habe.
Denn auf einigen Tracks, unter anderem das wunderbare Storybook Love, aber auch Spanish Harlem, Trouble In Mind und Let It Be Me läufst Du ja tatsächlich zu so einer intensiven Hochform auf, dass man den Sinn von Unplugged neu definieren muss. Da fährt man im frühen Morgen durch den Nebel des Wintertages, und muss fast eine Träne verdrücken, weil der alte Willy sich doch so unzeitig vom Acker gemacht hat. Nun gut, nicht alles glänzt und ist so gut - Dein Hound Dog etwa ist alt, zahnlos und liegt eh' schon lange an der Kette. You Better Move On gefällt mir mit Band besser, und der Big Blue Diamond glänzt nur mäßig, und alles in allem ist das schon sehr viel Musik mit sehr wenig Band (wobei die Jungs zwar gut sind, den Boogie und Blues nur so aus dem Ärmel schütteln, aber nach der Hälfte des Sets kennt man die Piano Licks und die Bass Riffs dann auch). Aber Deine launischen Ansagen sind klasse, und Du knödelst, knarzt, stöhnst und singst Dich durch diesen Set mit Blues, Soul und Rock'n'Roll Standards das es eine Freude hat.

Und so ist dieses (in DDD! produzierte) Album sicher nicht mein Lieblingsalbum Deiner Einer, aber es hat große Momente, man erfährt aufs Neue wie sehr Du in den 60ies verwurzelt warst (und tatsächlich noch in der Musik weit davor), und somit hat man hier ein respektables Willy Vermächtnis in Händen. Man sieht sich irgendwann, und bis dahin kann man sich zumindest hören - nämlich hier.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2011

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