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Chet Nichols

Walking In Circles /
Prairie Harvest

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Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Walking In Circle
Prairie Harvest
Walking In Circles / Prairie Harvest, Magic Garage Records, 2009 / 2010
Walking In Circles
Chet Nichols Alle Instrumente
Prairie Harvest
Chet Nichols Vocals, Guitar, Piano, Kyboards, Drums, Percussion
Laura Allen Vocals #6,7
Buddy Cage Pedal Steel #8
Billy Berosini Bass #6,7
Spenser Dryden Drums #8
Dave Garabaldi Drums #1
Wayne Goodwin Fiddle, Guitar #6,7
Nicky Hopkins Piano #1
Zahir Hussan Tabla #3,4
Fuzzy John Oxendine Drums
Pete Sears Bass #1,8
Produziert von: Chet Nichols Länge:
62 Min 21 Sek
52 Min 36 Sek
Medium: CD
Walking In Circles
1. Tangled Up In You6. Paradise
2. Walking In Circles7. Smother You
3. I Wish That I Could Heal8. The Secrets Of Life
4. Six Feet Under9. Hollywood, Hollywood
5. Your Eyes Speak Louder Than Words10. I Have A Dream
Prairie Harvest
1. Spinning On The Time Loop9. Lucky Man
2. Electra10. Honky Tonk Rock & Roll
3. Waving Prairie11. Thank You For Breaking My Heart
4. Kites In The Country 12. Modern Progress
5. Lumbering Mountain13. Last Riders On Rr. 66
6. Taxi To Tonganoxie14.Tangled Up In You
7. You've Got The Key To My Heart15. The Beetles Are Coming
8. Paper Burns

Manchmal fallen einem so merkwürdige Dinge in die Hand, dass man sich in einer Zeitmaschine in die Vergangenheit wähnt – und wenn ein Track dann auch noch Spinning On The Time Loop ((Dreh Dich auf der Zeitschleife) heißt, macht das viel Sinn, oder wie jetzt?
Chet Nichols ist hier zulande sehr unbekannt, aber in seinem Heimatland Kansas/USA ein Inductee (klingt doch besser als ein 'Aufgenommener') der 'Kansas Music Hall Of Fame Artist' und ein Archive Artist der 'Rock'n'Roll Hall Of Fame', was immer das genau heißt. Jedenfalls ist er drüben bekannter als hier

Hemifran, der kleine, feine Promoter von Americana in Europa, hat uns nun zwei Chet Nichols CDs zur Verfügung gestellt, und um die dreht es sich heute.
Nichols hat 16 CDs veröffentlicht, ist auch sonst sehr kreativ (siehe Website) und pendelt musikalisch zwischen New Age, Singer/Songwriter und Country (Pop). Auf "Prairie Harvest" (frz. Wiese/Weide und engl. Ernte) findet sich eine Best Of Sammlung seiner Alben"Time Loop", "Waving Prairie", "Taxi To Tonganoxie", "Modern Man", "Modern Progress" und – siehe weiter unten -"Walking In Circles". "Time Loop" war sein erstes Album, ganz alleine eingespielt, und "Walking" präsentiert uns ein Back To The Roots, und das ist gut so.

Kümmern wir uns zuerst um die Prärie, denn dann wird verständlicher, was es mit dem Back To The Roots auf sich hat. Die ersten Tracks auf "Prairie Harvest" bis etwa zum Lumbering Mountain präsentieren Nichols 'raw'. Er bietet – an Leute wie Lee Michaels - den Orgel/Keyboards Solokünstler - Cat Stevens, Richie Havens und bis hin zu fast jedem Akustik Gitarre spielenden Singer/Songwriter - eindringliche Songs mit hohem Wiedererkennungswert und diesem Anteil an leicht verschrobenen Harmonien, der aus einem Tralala-Song einen genialen Popsong macht, an. Er hat eine Message, folglich wird das Versmaß in den Lyrics oft über die Maßen gedehnt; er geht eklektisch im besten Sinne vor, nimmt sich also das Beste aus vorhandenem Material und fügt es in seine Songs ein, so dass plötzlich aus dem Nichts ein Chorus ertönt, der charmant unpassend ist. Merkwürdige Texte kombiniert mit abwechslungsreichem Gitarre Spiel und stellenweise knackigen Keyboards und absolut 'klebenden' Refrains, vorgebracht mit einer ihresgleichen suchenden Naivität schaffen Kleinodien, die der Liebhaber von New Age Psychedelic Pop und derjenige, der Sinn für leicht verschrobenes hat, lieben wird.
Die weiteren Tracks sind guter Country Pop, halten aber nicht der Qualität der ersten Stand – bis dann auf das vom "Walking" Album stammende Tangled Up In You, ein 60er hippiesker Love Song, und das lange The Beetles Are Coming, wieder mit einer sehr metaphorischen, bildhaften Sprache und nur zur Klampfe und Congas.

Dieses Auf "Walking In Circles" kehrt Nichols insofern zu seinen Wurzeln zurück, dass er alles alleine eingespielt und produziert hat. Natürlich zollt er den modernen Zeiten seinen Tribut, benutzt - sehr moderat - Samples und einen Drum Computer, aber trotzdem klingt das hier alles noch sehr handgemacht.
Der Titel Track ist ein sanft treibender Rocker über die moderne Welt und wie wir uns um uns rum mit unseren Blackberrys und PDAs im Kreis bewegen ohne weiter zu kommen, und zu Hause:"We finally get home and just hit the floor!" Noch eins drauf:"We watch TV and think is real!" – die allgemeine Richtung der Lyrics dürfte klar sein.I Wish That I Could Heal hat unterliegend einen irischen Jig Rhythmus, und plötzlich flattern indianischem Rhythmen und Stammesgesänge durch den Song – das ist es, was ich ich mit Nichols Eklektizismus meine – seltsam, zusammen geklaubt, irgendwie passend, und nett. Six Feet Under und Paradise erinnern deutlich an Al Stewarts "Year Of The Cat", wobei das Paradies auf karibischem Flair und extensiven Keyboard Einlagen aufgebaut ist. The Secrets Of Life kommen als Samba daher und berichten über die Widersprüche in unsere Gesellschaft und die Unterschiede zwischen den Menschen, wobei die Lösung darin liegt: "The secrets of live are waiting if you only take the time.."

Das ganze Album ist musikalisch auf der sanften, harmonischen Seite des Lebens angesiedelt, James Taylor kommt einem noch als vergleichbar in den Sinn. Die Texte (Lyrics sind für Nichols der 'Soul' eines Songs, wohingegen die Musik für den 'Spirit' sorgt) sind wie auch auf "Prairie Harvest" lang und tragen eine Message, und auch hier wieder laufen sie manchmal gegen die Musik.
Das alles ist ungeheuer charmant, ein bisschen naiv im besten Wortsinn, total unmodern und absolut liebenswert, ohne dass man das nun jeden Tag oder zu jeder Stunde hören könnte. Empfehlenswert.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 26.08.2010

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