|
|
| Long Way From Home, Eigenvertrieb, 2010 |
| Alessandro Alessandrini |
Vocals, Guitar |
| Luigi Ridolfi |
Vocals, Bass |
| Rodolfo Ridolfi |
Drums |
| Gäste: |
|
| Carlo De Signoribus |
Harp (What It's Worth, Let Me Be Your Man & Dust In The Wind) |
|
Länge: 55 Min 02 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Dangerous Behaviour | 6. Far Away |
| 2. What It's Worth | 7. Dust In The Wind |
| 3. Long Way From Home | 8. Tryin' Not To Fall |
| 4. To Save Myself | 9. Long Way From Home (Acoustic Version) |
| 5. Let Me Be Your Man | |
 |
Diese zweite CD der Band aus Italien lässt einen, wenn man die ersten Takte hört, schmunzeln. Nicht weil wir hier eine Fun-Band hätten, sondern weil das so retro ist, dass man gar nicht anders kann.
Stilmäßig gesprochen bewegen wir uns hier im Blues und Bluesrock, einmal im Reggae (To Save Myself; nicht unbedingt E.Z. RIDERs Stärke, die Rhythmusband macht ihre Sache zwar ok, aber man merkt - so ganz ist das nicht das ihre), und einmal (Far Away) bin ich kurz an Zigeunermusik erinnert (darf man das heute noch so nennen? Oder heißt das jetzt sint-romanischer Musikeinfluß?).
Ansonsten wird gebluesrockt. Aber - und da kommen wir auf meine Einleitung zurück - sehr an klassischen Vorbildern orientiert, vielleicht an Peter Green, die MACs, John Mayall oder ähnliche Klassiker des britischen Blues (jaja, Eric meinetwegen auch). Dabei ist das Ganze sehr sauber produziert, nichts klingt verzerrt oder übersteuert.
Jeder moderne Einfluss fehlt, die vielen Gitarrensoli sind lang und werden zelebriert, aber so, dass man verfolgen kann, wie Allessandro das jeweils entwickelt - da wohnt durchaus Logik inne. Vor Jahren hörte ich mal ein Interview mit GREAT WHITEs Mark Kendall, und der sagte, wenn man bei anderen Bands meint, jetzt ist das Stück vorbei, ist das bei GREAT WHITE noch lange nicht so; es passiert immer noch etwas zusätzlich. So ähnlich ist das hier auch - man nimmt sich Zeit, die Dinge darzustellen.
Was nicht heißt, dass man seine Lektion in Sachen Drive nicht gelernt hat - der Shuffle Dust In The Wind zeigt das gut, aber auch der Boogie Tryin' Not To Fall (mit schönem Chorus) zeugt davon.
Wie auch von einer anderen Stärke EZR's - dem Abwechslunsgreichtum. Genauso lehrbuchmäßig wie die gesamte Musik angelegt ist, sind natürlich auch die Breaks und Rhythmuswechsel durchstrukturiert - man höre sich auch Dangerous Behaviour an. Junger Mann, willst Du lernen, Rockmusik zu machen, höre Dir dieses Stück an (danach kann man ja einen auf wilder Mann machen).
Das könnte sich zu einer CD 'Anyplace, Anytime, Anywhere' entwickeln. Gerade weil sie bei aller Vielfalt und großem musikalischem Potential völlig unaufdringlich bleibt - keine Allüren, kein Gekreische, keine überdimensionalen Powerchords - man ist wohl temperiert. Sehr nett. Vor allem auch deshalb, weil man so etwas heutzutage gar nicht mehr erwartet hat.
|