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Five Star Prophet

Enemy

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Enemy
Enemy, FG-Naxos, 2010
Olli Helenius Lead Vocals
Tommi Huuskonen Bass
Janne Karhunen Guitar
Markus Mallin Drums
Ville Salminen Guitar
Länge: 48 Min 11 Sek Medium: CD
1. Save Us (From Ourselves)7. I'm Able
2. Dying To Be Free8. Enemy
3. Stay True9. Love Kills Fear
4. Surrounded10. Sacrifice
5. As Long As I Live11. Praying For Revival
6. On Fire

Einer der Vorteile unseres Redakteurs Daseins ist, dass wir mitunter jede Menge guter Musik kennenlernen dürfen. Wenn das dann noch in Form einer Livepräsentation geschieht, ist das fast schon die Krone des Ganzen.
So wiedermal geschehen letztes Jahr auf der Christmas Rocknight in Ennepetal. Gefreut hatte ich mich auf die Genregrößen DISCIPLE und FIREFLIGHT , gespannt war ich auf die mir unbekannten SACRETY (Review folgt später) und FIVE STAR PROPHET. Letztere kommen aus Finnland und hatten das große Pech, dass ihr gesamtes Equipment auf dem Flug nach Deutschland irgendwie unter die Räder geriet. So kam zur Vorstellungsshow in Ennepetal auch noch hinzu, dass man mit geliehenen Instrumenten an den Start gehen musste, was die fünf Herren aber mir Bravour meistern konnten. So überzeugten sie nicht nur durch eine mitnehmende und erfrischend lockere Show, auch die Musik konnte begeistern.

Spannend ist ja immer die Frage, ob die Bands ihr Livepotential auch im Studio umsetzten können. Wie oft habe ich es erlebt, dass ich on stage von einer Band absolut begeistert, on studio aber absolut enttäuscht war. Wagemutig ging's somit nach dem Gig an den Stand mit der Bitte eine CD ausgehändigt zu bekommen. Zu Hause den Player geöffnet, "Enemy" - das Debüt der fünf Finnen - eingeschoben und … gestaunt! FIVE STAR PROPHET können die Energie der Bühne auch im Studio größtenteils umsetzen. Schon der Opener Save Us (From Ourselves) geht nach zartem Intro ab nach vorne, bleibt mit seinem catchy Refrain sofort im Hirn kleben und verlässt dies auch die nächsten Tage nicht mehr. Olli Helenius kann mit einem kräftigen Organ punkten, die Band treibt den Sänger nach vorne und der Refrain bettelt förmlich danach mitgegröhlt zu werden. Dying To Be Free haut in die gleiche Kerbe, wenngleich auch der Mitsinglevel etwas runtergeschraubt ist. Stay True stampft so dermaßen rhythmisch durch die Boxen, dass man meinen könnte, die Bundesbahn hätte einen neuen D-Zug aufs Gleis gestellt.

Das Intro vom folgenden Surrounded ist doch von SCOOTER geklaut? Zumindest wartet man auf irgendein "Aaaaaaaaaaaah" oder "Put your hands in the air". Diese Erwartungen werden allerdings mit Sekunde 7 durch Stakkatodrums und -gitarrenriffs niedergebügelt. Klasse Verknüpfung zwischen technoiden Sounds und Metal. As Long As I Live ist die Ballade, auf die man gewartet hat und geht richtig unter die Haut. Ich bleibe begeistert. On Fire setzt die fünf finnischen Propheten dann wieder unter Strom. I'm Able gehört für mich auf alle Fälle ganz nach vorne auf der Hitskala: OOMPH meets SCOOTER meets RAMMSTEIN . Das geht richtig gut durch die Membran und durch die Beine. Der Titeltrack selbst kommt leider etwas uninspirierter aus den Boxen, ist deswegen nicht schlecht, kann nur nach dem vorhergehenden Songs nicht mehr ganz so punkten. Love Kills Fear ein Midtempostampfer, dem ich das Prädikat "Ballade" so gerade eben nicht verabreichen würde. Sacrifice wird dem diesem dann wieder gerecht, schiebt sich so bedrohlich und zähflüssig wie gutgemachter Honig durch die Boxen; der Kopf beginnt ganz von alleine das Video dazu zu drehen. Praying For Revival beendet ein Album, dass durch und durch punkten kann und man muss kein Prophet sein, um den fünf fitten Finnen eine lange Karriere vorherzusagen, sollten sie weiter auf diesem Level agieren. Luft nach oben ist wie immer und überall vorhanden, aber für den Einstieg ist schon eine mächtig hohe Latte übersprungen worden.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 06.04.2011


 
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