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John Wetton

Raised In Captivity

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All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Raised In Captivity
John WettonVocals, Bass, Acoustic Guitar, Keyboards
Billy SherwoodAll other Instruments, except as noted below
Gäste:
Steve MorseGuitar on Lost For Words
Robert FrippGuitar on Raised In Captivity
Steve HackettGuitar on Goodbye Elsinore
Alex MachacekGuitar on The Last Night Of My Life
Tony KayeKeyboards on The Human Condition, Don't Misunderstand Me
Geoffrey DownesKeyboards on Steffi's Ring
Eddie JobsonKeyboards, Violin on The Devil And The Opera House
Mick BoxGuitar on New Star Rising
Anneke van GiersbergenVocals on Mighty Rivers
Produziert von: Billy Sherwood Länge: 54 Min 23 Sek Medium: CD
1. Lost For Words7. Steffi's Ring
2. Raised In Captivity8. The Devil And The Opera House
3. Goodbye Elsinore9. New Star Rising
4. The Last Night Of My Life10. Don't Misunderstand Me
5. We Stay Together (Bonus Track)11. Mighty Rivers
6. The Human Condition

Mr Wetton hat ja schon in allen halbwegs bekannten UK Bands gespielt, die jemals Superstar Status erreicht haben - ein Traveller im Superstar Circus, unser John - FAMILY, UK, URIAH HEEP, ASIA … eine ganz beachtliche Liste. Und ab und an veröffentlicht er Soloscheiben und eine Kollaboration mit Geoff Downes (der bei der neuen YES CD mitmacht) - und jetzt war es wohl wieder an der Zeit. Und wenn einer durch die Musik reist lernt er natürlich jede Menge Leute kennen, und die kommen dann und würzen sein Menü. Die Würze allein macht es zwar nicht - aber ohne ist auch nicht.

Musikalisch, so kann man sein Schaffen hier zusammenfassen, bewegt sich das zwischen abgespeckten ASIA und YES Modellen; grundsätzlich ist Rock angesagt, Up-tempo also. Außerdem ist Melodie Trumpf - die Tracks sind darauf angelegt, ins Ohr zu gehen - popige Melodielinien und Uhuhu-Chöre eingeschlossen. Ist das noch so, dass der Titeltrack einer CD programmatisch ist, sozusagen das Showcase, best oft the best? Wenn dem so ist, dann ist vor allem für Prog Fans (und die dürften ja noch am hellhörigsten werden ob einer neuen Wetton CD) hier nicht viel zu holen - ein schneller, geradeaus rockender Track, von Robert Fripp erstaunlich angenehm soloistisch begleitet - aber nicht mehr. Da bleibt der Schunkelrocker Goodbye Elsinore deutlich mehr im Ohr haften - die wenigen, noch übrig gebliebenen Raucher dürfen die Feuerzeuge zücken. Noch angenehmer das Solo von Steve Hackett, und zweifelsohne eine radiotaugliches Werk. Kann man nicht zurückweisen. Mundorgel Gebrummel zum Anfang des trockenen, "90125"-ähnlichen, jedoch erstaunlicherweise mit Roger Daltrey Vokalismen versehen - The Last Night Of My Life - die WHO hätten sich gefreut, wenn ihnen so etwas zu "It's Hard" Zeiten eigefallen wäre; Wetton's Bass erinnert allemal an John Entwistles. Ein paar Prog Riffs, die zum Refrain leiten, und der hat wieder Ohrwurm Qualität; ASIA lässt schon grüßen; YES meinetwegen auch. Aber das ist kein YES-Alterswerk wie "Fly From Here" - das ist kurzer, knackiger, und die Reminiszenzen an vergangene Bands sind unpeinlich. We Stay Together ist dann allerdings arg AOR/Melodic Rock und hält die Qualität nicht ganz. The Human Condition beklagt eben diesen Zustand - "Everywhere I turn is war", und rettet uns wieder auf voriges Qualitätsniveau, nette Gitarrenbeiträge und wieder Erinnerungen an YES, diesmal etwa "Big Generator" Zeiten - wen wundert's ist doch Tony Kaye mit am Werk (wobei genanntes Werk natürlich mehr von Trevor Rabin bestimmt war). Steffi's Ring erinnert an JETHRO TULL - nicht wegen der Pan Flöte, aber vom Aufbau und der Melodieführung her; etwas düster und melancholisch; aber gut. The Devil … gibt Eddie Jobson Raum für stimmunsgvolle Geigenbeiträge. New Star Rising nähert sich dem Rock'n'Roll, 80ies Style. Don't Misunderstand Me bittet er da - machen wir nicht, John, aber das ist glaube ich jetzt eine Ballade zu viel; und fast wäre Mighty Rivers eine weitere Ballade zu viel, das Duett mit Anneke rettet das Ding aber gerade so aus dem Schmonzes.

Über weite Strecken ein gutes Album, sieht man von den Undnochne Balladen ab. Unterhaltsam, etwas an Prog angelehnt ohne die dem Pop zugewandten Hörer zu verschrecken - eine Gratwanderung, die ganz gut gelingt.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 24.07.2011

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