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| The Audio Guide To Happiness, Inside Out, 2011 |
| Louis Abramson |
Drums |
| Anadale |
Guitar, Vocals |
| Joe Reilly |
Keyboards |
| Anthony Rondinone |
Bass |
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Länge: 46 Min 06 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Guidance One | 7. Guidance Two |
| 2. Ends Where It Starts | 8. Still A Dream |
| 3. Joy | 9. Radiae |
| 4. Pretty Darlin' | 10. Where Everything's Perfect |
| 5. The Pattern | 11. Dorothy's Lament |
| 6. Storytime | 12. Intermission |
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Wer hätte das gedacht: Wenn man sich nicht mehr zu helfen weiß, aber auf sich aufmerksam machen möchte, dann schreibt man ab! Schreibt aber nicht dabei von wem. Aber mal ehrlich: wenn ich damals bei meinem Klassenkollegen in der Arbeit abgeschrieben habe, stand auch nicht in Klammer dahinter von dem ich das hatte. Da musste mein Lehrer schon von alleine drauf kommen oder aber es sein lassen. Meist blieb's beim Letzteren. So hab ich mich mitunter durch meine Schulzeit manövriert und darf heute beim Home Of Rock schreiben. Andere schreiben bei renommierten Leuten ab und werden (Selbst)Verteidigungsminister. So unterschiedlich können die Karrieren laufen. Warum ich das schreibe? Weil das nachstehende abgeschrieben ist! Aus dem Verkaufszettel zur neuen JOLLY-CD.
Da steht nämlich: "Dabei handelt es sich bei binauralen Tönen um eigentlich nicht vorhandene Klänge. Diese entstehen, wenn zwei leicht voneinander abweichende Frequenzen gleichzeitig abgespielt werden und das Gehirn die Differenz dieser beiden
Frequenzen als zusätzlichen dritten Ton generiert." Ja, Du liebe Güte, muss man jetzt schon Hochschulprofessor sein, um Musik noch zu verstehen? Reicht es nicht, dass Griffbrettvergewaltiger wie John Petrucci (DREAM THEATER) oder Joe Satriani mit ihren Triolen, Synkopen, Skalen und Kapriolen des Hörers Ohr herausfordern und den Genuss zu einer Vorlesung in physikalischer Hochgeschwindigkeitslehre gleichkommen lassen? Muss man sich jetzt noch mit binauralen Tönen auseinandersetzen um des Schöpfers Werk zu verstehen? Backward Masking war in den 80er Jahren des letzten Jahrtausends schon schwer zu finden, aber Töne zu erkennen, die es gar nicht gibt, obwohl es sie gibt, aber nur weil mein Hirn meint, dass es sie geben müsste, nur weil zwischen zwei Freuquenzen meinen Synapsen irgendwas fehlt - Leute, das ist mir zu schwierig. Die Steigerung dazu kann dann doch nur noch binaurales Backward Masking sein, oder?
Also, tun wir mal so, als wäre alles in bester Ordnung. JOLLY haben nach ihrem famosen Debüt "46 Minuten 12 Sekunden" eine neue Scheibe am Start, die sich "Hörbuch zum glücklich sein" nennt und wahrscheinlich ist Ghostwriter der Texte Dr. Eckart von Hirschhausen, was im Booklet aber nicht erwähnt wird und weswegen JOLLY … - oh, ich schweife ab und vom Thema weg. Die New Yorker wollen mit ihrem zweiten Output (der wiederum der erste Teil einer zweiteiligen Geschichte ist) eine Brücke bauen für Liebhaber handgemachter Rockmusik. Angefangen beim Pop-Rock-Hörer und endend beim Prog-Metal-Fan. Das ist ein breiter Spagat und ob er gelingt, werden wir versuchen herauszufinden.
Zum Einstieg wird der tiefenentspannte Hörer gebeten, es sich bequem zu machen. Wenn man dieser Bitte Folge geleistet hat, geht's ab in die binaurale Tonreise der Herren aus Amiland. Ends Where It Starts gibt allerdings gleich auf die 12, dass die Frage nach irgendwelchen fehlenden Tönen aus vorhandenen Frequenzen für mich weiter nach hinten geschoben werden muss. Joy könnte bei des Sängerseinstieg auch von MUSE geschrieben worden sein, löst sich allerdings recht schnell aus diesem weitgebundenen Korsett. Eigentlich ist es ein sehr gut gemachter Rocksong. Pretty Darlin steigt mit einem Westerpiano ein, danach geht's dann rund im Saloon. Cool gemachter Song, der das Wippen des Fußes automatisch auslöst. Es swingt und groovt, dass es eine Freude ist. The Pattern> startet mit einem treibenden Bass, der das Grundschema des Liedes vorgibt: schnell, stampfend und drückend. Richtig gut gemacht. Wobei sich bei mir so langsam der Eindruck einschleicht, dass diese Anleitung zum Glücklichsein nicht für jeden zutreffen wird. Ich bekomme das staunende Grinsen allerdings schon jetzt nicht mehr aus dem Gesicht. Mit Storytime wird es etwas ruhiger, schließlich will man den Hörer auf den zweiten Teil des ersten Teils vorbereiten (Häh?). Dieser wird von unserer netten Audition-Begleitung eingeleitet, mit dem Hinweis, dass sie jetzt von 10 rückwärts zählt und wir dann den nächsten Level erreicht haben. Cool, denn irgendwie bin ich jetzt im "diffusing coping mechanism". Was immer uns das sagen möchte, musikalisch beginnt es fast schon ambientmäßig. Wobei die Herren schlau genug sind, die Gitarren nicht zu lange im Schrank zu lassen. Radiea ist ein wunderschön schwebender Song, der einfach nur zum Niederknien ist. So hätten PINK FLOYD heutzutage klingen können. Where Everything's Perfect dachte ich immer, wäre bei mir zu Hause, aber JOLLY haben ihre eigene Vorstellung davon. So fängt man ruhig an, um dann ziemlich direkt doch etwas fordernder zu werden. Hymnischer Chorus, ein mächtiger Sound, passende Growls und fertig! Das Album macht richtig Spaß zu hören und wird zu keiner Sekunde langweilig. Dorothy's Lament ist mitnichten ein Monolog unserer netten Traineefrau, sondern das letzte Stück Musik auf "The Audio Guide To Happiness" und erinnert mich an die erste Scheibe von PURE REASON REVOLUTION. Meine Herren, ich bin begeistert, auch wenn ich jetzt nicht weiß, ob mein Hirn tatsächlich auf der Suche nach den fehlenden Tönen zwischen den Frequenzen war. Musikalisch lässt diese dreiviertel Stunde auf alle Fälle keine Langeweile aufkommen und das ist doch was.
Auffallend ist an dieser Scheibe vom Anfang bis zum Ende die äußerst warme und runde Abmischung. Obwohl alles irgendwie tiefer gestimmt ist, klingt es wohlig und warm aus den Boxen. Eine Scheibe, die vom ersten bis zum letzten Ton fesselt und fasziniert. Der Bitte zum Schluss, CD 2 zu inserten kommen wir dann beizeiten sehr gerne nach.
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