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| Heritage, Roadrunner, 2011 |
| Mikael Åkerfeldt |
Vocals, Guitar, Mellotron, Piano |
| Fredrik Åkesson |
Guitar |
| Per Wiberg |
Keyboards, Piano, Mellotron |
| Martin Mendez |
Bass |
| Martin Axenrot |
Drums |
| Gäste: |
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| Alex Acuña |
Percussion on Famine |
| Joakim Svalberg |
Piano on Heritage |
| Björn Jason Lindh |
Flute on Famine |
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Länge: 57 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Heritage | 6. Häxprocess |
| 2. The Devil's Orchard | 7. Famine |
| 3. I Feel The Dark | 8. The Lines In My Hand |
| 4. Slither | 9. Folklore |
| 5. Nepenthe | 10. Marrow Of The Earth |
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Der Herr OPETH fiel mir bisher, wenn überhaupt, dadurch auf, dass er mir den Spaß an seiner (durchaus guten) Musik auf fast allen CDs dadurch verdarb, dass er rumbrüllte anstatt zu singen (OPETHh knatterte stimmlich auf dem Moped, sozusagen ...). Bis mir einer stimmig erklärt, wozu das gut sein soll (im nächsten Leben), lehne ich das als Beitrag zur abendländischen Musikkultur - egal welchen Ursprungs - ab, und desgleichen die Beschäftigung damit. Zumal wenn auffällt, dass der Brüllenden wirklich gut singen kann; und wenn genau das jetzt der Witz an dieser Art zu singen ist, so rauscht er an mir vorbei.
Auf der CD mit dem schönen Titel "Heritage (Erbe)" (und genauso schönem und interesantem Cover) nun brüllt er nicht ein Mal, unser Mikael - er singt! Auf dann, was bietet die neue OPETH CD?
Irgendwo stand zu lesen, dass sich OPETH immer mehr an den 70ern orientieren. Bevor nun aber jemand befürchtet, dass die Band zum Retro-Akt verkommt - dem ist nicht so. Vielmehr kann man erkennen, dass die Musiker schon die eine oder andere 70er Prog Platte gehört haben, vor allem frühe YES und JETHRO TULL. Allerdings klingen sie nicht wie eine von denen, sondern benutzen Stilelemente, die die Altvorderocker auch schon benutzten, und kreieren damit Neues - es wird nicht angebiedert, wiederholt oder kopiert - kapiert?
Bei den Stilelementen handelt es sich zum einen um die von YES bekannten, aus dem Jazz entlehnten, leicht atonal-schrägen Melodieschnipsel, die als unterliegendes Riff benutzt werden. Außerdem kommen die häufige Abwechslung zwischen akustischer und elektrischer Gitarre, und das Zuspiel der Bälle zwischen beiden vor, abgesehen von den vielschichtigen Chören. Allerdings kann man OPETH kein solches Händchen für ins Ohr gehende Refrains bescheinigen wie YES - das ist hier alles etwas sperrig und nicht leicht konsumierbar.
Von den TULLern haben sie die Vorliebe für den englisch/irischen Folk übernommen - exquisite Gitarrenparts wie in I Feel The Dark zeugen davon. Auch gerne benutzt wird die Vorgabe der Melodie durch die akustische Gitarre, was dann in einem wüsten Gitarren und Keyboards Sturm des heftigen Metal, OPETH's eigentlichem Spielplatz, endet. Aber bitte: erwarte keiner, ausgedehnte Metal Riffschlachten und Frontalangriffe aufs Gehör zu finden - hier wird dynamisch kontrolliert angebaut.
Abgesehen von dem falsch falsch gespielten Piano Intro Heritage (also nicht 'falsch' wie im Jazz, sondern aus meiner Sicht hörbar falsch) und dem ebenso lyrischen, aber sich langsam steigernden Outro Marrow Of The Earth sind die Tracks vielschichtig, mehrteilig, dynamisch und eben nicht einfach zu verdauen. Eingängig sind sie nicht - es braucht Zeit. Aber letztlich will man ja als Hörer des Prog genau das - Zeit aufbringen, um sich mit intelligenten Vorgaben zu beschäftigen, und keine kurzweilige Boogie Stomp Abtanze (alles zu seiner Zeit).
Große Kunst ist's was Bruder OPETH kredenzt, obgleich mir dann nach einigen Tracks das ewig gleiche, wenn auch unterschiedlich dargebrachte Wechselspiel zwischen schnell und langsam, heftig und sanft sowie Akustischem und Elektrischem etwas auf die Konzentration schlug - da wünscht man sich dann doch öfers einen eher geradeaus rockenden Track wie Slither. Man kann nicht alles haben, wirlich gute Musik und dann noch abrocken. Sitzen machen, zuhören - dann gut finden!
Devil's orchard ist übrigens des Teufels Obstgarten, Nepenthe ein Göttertrank, to slither heißt glitschen, schlittern und marrow ist das Knochenmark, die Lebenskraft, das Wesentliche ….
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