HoR Logo kl CD-Review:

Scythe Of Orion

X-lives

Logo Home-of-Rock

X-lives
X-lives, Eingenverlag, 2010
Antti Horttana Keyboards
Anu Kaunisto Vocals
Jani Lahnavik Drums
Petri Lamminsaari Guitar
Maarit Koivisto Violin
Kristian Wang Keyboards
Produziert von: Scythe Of Orion Länge: 22 Min 21 Sek Medium: EP
1. The Open Space Of Imagination4. Behind The Cloud
2. Shadowland5. X-lives
3. Journey

Da schlummert seit Monaten diese CD bei mir und ich habe sie missachtet. Ich weiß nicht mal mehr, wer sie mir untergejubelt hat. Nun ist das alte Jahr zu Ende gegangen und beim Aufräumen fiel mir dieser Dreher wieder in die Hand. SCYTHE OF ORION nennt sich diese finnische Band, besteht aus sechs Leuten, hat eine Sängerin und eine weitere Frau an der Violine. Damit dürfte das musikalische Spektrum einigermaßen eingeschränkt sein: Folk oder Gothic!

"X-lives" in den Player gelegt und es geht los wie bei der Petersburger Schlittenfahrt. Die Drums donnern, die Keyboards schweben, der Bass und die Gitarren nehmen Fahrt auf und mit Einsatz der Sängerin ist klar, dass Folk definitiv nicht die Richtung ist, auf die sich dieses Sextett festgelegt hat. Geschrieben wurden die Songs allesamt in der Zeit von 1995 bis 2008 vom Gitarristen, teilweise zusammen mit dem Drummer und somit lange bevor die Band gegründet wurde. Das war nämlich erst in 2006 der Fall, zwei Jahre später befand man sich dann schon im Aufnahmestudio und brannte diese EP in den Kunststoff. Warum diese dann erst in diesem Jahr an uns geschickt wurde, sei dahingestellt. Warum ich sie dann ein weiteres Jahr liegenließ, ist allerdings nicht nachvollziehbar.

Gothic mag zwar durch die Szenengrößen WITHIN TEMPTATION und NIGHTWISH mehr oder weniger festgelegt sein, aber interessant sind immer die Bands, die es schaffen, den operesken Touch aus ihren Kompositionen rauszuhalten. Das gelingt SCYTHE OF ORION sehr gut und ich würde eher auf HB verweisen, denn diese kommen nicht nur ebenfalls aus Finnland, sie spielen auch auf der gleichen Spielwiese. Interessant werden die Songs immer dann, wenn sie aus dem üblichen Schema ausbrechen und andere Wege gehen, wie sehr gut zu erleben in Journey. Ein weiterer Pluspunkt für mich ist das Weglassen von jeglichen Growls. Das ist eine Art von Gesang, den ich nun mal nicht ausstehen kann. Spannend sind auch die Parts gehalten, bei denen die Violine ins Spiel kommt. Kleine Akzente setzt sie, ohne sich nervend in den Vordergrund zu stellen. Da wurde ganze Arbeit geleistet beim Komponieren.

Für eine Eigenproduktion und als Debüt gut gemacht und man darf gespannt sein, ob von diesem Sechser in Zukunft noch mehr zu hören sein wird. Momentan kann man "X-lives" nur über die bandeigene Page bestellen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 15.01.2011


 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt