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| Thousand Men Strong, Fastball Music/Sony Music, 2011 |
| Andy Boulton |
Guitar |
| John Wiggins |
Guitar |
| Andy Wrighton |
Bass |
| Steve Pierce |
Drums |
| Nicolaj Ruhnow |
Vocals |
| Produziert von: Chris Tsangarides |
Länge: 45 Min 58 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Black Abyss | 6. The Ambush |
| 2. Thousand Men Strong | 7. Killing Rays |
| 3. Lunch-Case | 8. Heading Down The Road |
| 4. Forged In Hell's Fire | 9. Condemned To Fire |
| 5. No Conclusion | 10. Night Of The Blade |
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Die Plattitüden von der Wiederkehr - natürlich mächtiger und härter denn je - einer dieser sogenannten Legenden der New Wave of British Heavy Metal mag man nicht mehr lesen. Aber jedes Mal wird der Nonsens kommentarlos wieder abgedruckt und in den Onlinemedien unkorrigiert publiziert. So viele Bands der NWoBHM es gab, fünffach so viele dieser albernen Ankündigungen gab es in den letzten 20 Jahren. Gehalten wurde kaum eine Versprechung, meist bekam man betrübliche Ergüsse verwirrter Mittvierziger und desolater Gesangskampftrinker zu hören, die sich an ihrem Heimcomputer gar garstige Metal-Verballhornungen einfallen ließen oder dem gerade aktuellen Zeitgeist hinterher hechelten, ihn aber wegen Atemnot und Bierwampe nicht erreichten. Da macht es dem Hörer- und Kritikerveteranen Freude, wenn anno 2011 die Aufholjagd wegen völligem Innovationsstillstand der Musikszene gestoppt wird und sämtliche Ergebnisse zwischen 1989 und 2010 annulliert werden. Endlich haben die Alten die Chance aufzuschließen und der Jugend nach dem Motto "Unser alter Metal war mal neuer Metal und ist genauso gut wie Euer moderner Metal" wieder auf Augenhöhe zu begegnen - auch wenn diese Höhe etwa auf Bodenniveau stattfindet.
TOKYO BLADE ist so eine Band, die man seit 2 ½ Jahrzehnten nur mit spitzen Fingern anfasst, weil nach dem furiosen aber gehypten Einstieg 1983 im Grunde nur Chaos verursacht wurde. Heerscharen von Sängern, Gitarristen, Bassisten und Schlagzeugern gingen ein und aus, die Veröffentlichungen wurden spätestens 1986 mit dem peinlich auf California-Poser gemachten "Blackhearts & Jaded Spades" untragbar. Spätere, teils ganz ordentliche Scheiben waren schon am Tag nach Erscheinen vergessen.
Für eine echte NWoBHM-Band war TOKYO BLADE ohnehin zu spät dran, aber wenn man die Vorgängerbands KILLER und GENGHIS KHAN mitrechnet, passt es unter dem Deckmäntelchen der Geschichte einigermaßen. Wichtig oder gar legendär war TOKYO BLADE nie, bestenfalls einen kleinen Kultstatus darf man der Provinzband einräumen - und außerdem die Vorwegnahme des schlechtesten SAXON-Albums (die heutigen Ähnlichkeiten sind wesentlich angenehmer).
Seit 2008 tourt wieder die wohl wichtigste Besetzung der Band, bestehend aus den Gitarristen Andy Boulton und John Wiggins, Andy Wrighton am Bass und Schlagzeuger Steve Pierce. Als Sänger wurde zuletzt der von den unendlichen DOMAIN halbwegs bekannte Nicolaj Ruhnow verpflichtet. Ein Deutscher als Frontmann eines "Flagschiffs" der urbritischen Neuen Welle des Heavy Metal also. Diese böse, böse Globalisierung… Andererseits ist damit der wohl wichtigste Markt für derlei Musik kompetent abgedeckt.
"Thousand Men Strong" ist keine Verzweiflungstat desperater Sozialhilfeerschleicher geworden (ein kleiner Seitenhieb auf den kürzlich eben deswegen eingekerkerten Paul Di'Anno muss an dieser Stelle sein), das darf man sogleich feststellen. Im Gegenteil, Andy Boulton hat sich sogar den teuren Chris Tsangarides als Produzenten geleistet um der Band neuen Schwung und Glanz zu verleihen. Und es wurde deutlich auf die Qualität der Songs geachtet, was in der Vergangenheit beileibe nicht immer der Fall war. Im Ergebnis bietet TOKYO BLADE heute das, was man eigentlich vor reichlich 35 Jahren erwartet hatte, nur mit einem besseren Sound. "Thousand Men Strong" ist in der Tat eines dieser Alben, die man mit vollem Recht als zeitlos-klassisch bezeichnen kann, also weit entfernt von Zeitgeist, Trend und Medienhype, dafür im positiven Sinne wertkonservativ. Einen guten Teil trägt dazu Nic Ruhnow bei, der - bei aller Manieriertheit - keinen Moment nervt und sich leidenschaftlich zu seiner Liebe zu Rob Halford bekennt. Die Band macht es ihm dabei leicht, etliche Songs sind ganz und gar im Strickmuster der guten alten JUDAS PRIEST gehalten, womit man eindeutig mehr Menschen glücklich machen kann als es die Priester mit ihren letzten Ergüssen getan haben. Ganz verschwunden ist bei TOKYO BLADE der Glam-Anteil. Noch ein Pluspunkt, denn an ihre alten Heroen SWEET und VAN HALEN kamen Boulton, Wiggins & Co. ohnehin nie heran. "Thousand Men Strong" ist Powermetal aus einer Zeit, die den Begriff Powermetal noch gar nicht kannte - und auch nicht brauchte, denn was bitte ist Metal ohne Power wert?
Es stampft und stürmt, sämtliche genreüblichen Klischees werden bemüht ohne peinlich oder abgegriffen zu wirken, die Gitarren jubilieren und darüber singt einer das Hohelied des Heavy Metal. Das passt, das ist gut, diese Veteranen dürfen weitermachen. Am Remake von Night Of The Blade kann man erkennen, dass die Herren erstens den Sprung in die Jetztzeit geschafft haben und zweitens wieder Spaß an ihrer Musik haben und den zwar hart aber unverkrampft unters Volk werfen. Ob dieses Volk allerdings 1000 Mann stark sein wird?
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