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Watermelon Slim

Ringers

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Ringers
Ringers, Northernblues Music, 2010
Watermelon Slim Lead Vocals & Lead Slide Guitar
Studio Electric Band
Paul Franklin Steel Guitar
Kenny Greenberg Electric Guitar
Steven Mackey Electric Bass
Kevin McKendree Grand Piano & Hammond B-3 Organ
Gary Nicholson Acoustic Guitar
Lynn Williams Drums
Studio Acoustic Band
Charlie Chadwick Upright Bass
Kevin Malone Drums
Darrell Scott Acoustic Guitar & Mandolin
On Selected Cuts
Stuart Duncan Twin Fiddles
Lucas Leigh Organ
Kristin Wilkinson String Arrangement & Viola
Pam Sixfin Violin
Rebecca Homans, Verlon Thompson, Jonell Mosser, Suzi Ragsdale, Vivkie Carrico, Miles Wilkinson Additional Vocals
Produziert von: Miles Wilkinson Länge: 99 Min 99 Sek Medium: CD
1. Good Old Boys Never Change8. End Of The Line
2. Tight Fittin' Jeans9. Cowboys Are Common As Sin
3. Truck Drivin Buddy10. Soft Lights And Hard Country Music
4. He Went To Paris11. I Appreciate That
5. If There Is Any Heaven12. And So Our Song Ends
6. Please Take This Cup13. Living With A Lie
7. No Way To Reach Nirvana14. Letter To Stoney

Watermelon Slim's, aka Bill Homans, zehnte (oder so) CD, und hier wagt er wieder einige Ausflüge in die Country Musik; sein Heim ist ja der Blues.
Watermelon Slim ist ein Synonym, das er sich als er eben diese Früchte züchtete zugelegt hat - nachdem er davor schon alles Mögliche war - und nicht alles scheint ihm wirklich bekommen zu sein, wenn man sich so sein Gesicht betrachtet (und seine Aussprache hört, da sind wohl ein paar Zähen auf der Strecke geblieben). Also genau die richtige Vita, um Blues Sänger zu werden.
Der 'Ringer' ist ein Treffer beim Hufeisen Werfen - wenn also das Eisen sich um den Zielstab schwingt. Oder es ist jemand, der sich auf unehrliche Weise in einen Wettbewerb schleicht - also ein Blues Sänger, der Country singt; oder es ist jemand, der jemandem Anderen sehr ähnlich sieht, so wie der Country Sänger Watermelon dem Blues Sänger Slim … suche man sich seine Interpretation aus.

Zur Musik: geboten wird Country und Blues, oft akustisch, und ich will verdammt sein, wenn ich wirklich sagen könnte, was den Charme dieser CD ausmacht. Ob Country oder Blues - mühelos und unangestrengt wird beides aus den Cowboy Hüten gezaubert, mal ein Solo Schlenker hier, mal, ein Pedal Steel Gejaule dort, straight forward Drums und Bass - alles nicht iwrklich neu oder aufregend, aber sehr gekonnt und relaxt
Die Country Songs - Good Old Boys Never Change, Tight Fittin' Jeans und Truck Drivin Buddyswingen oder sind beseelte Schleicher wie Please Take This mit ebenso beseelten Soloeinlagen - aber was eigentlich wirklich den Reiz der Tracks ausmacht sind - die Texte. Ob Slim erzählt, was passiert, als er das Trinken begann ("Now when a man starts to drinkin' he screws off his thinkin' till he can't even spell his own name, and he washes away by a little each day all the love and respect he once claimed …"), oder der Blues von dem Mann, der nach Paris ging, um Antworten auf die ihn so beschäftigenden Fragen zu finden - und am Ende sagt:"It (sein Leben)was most of it magic, some of it tragic, but I had a good live all the way", und so die Antwort gefunden hat, oder?
Oder die Geschichte von der Frau, die er in einer Bar trifft, und der gleich anzusehen ist: "I married money, I am used to wearing pearls", und die trotzdem jetzt ein ehrliches Bier will, und einem Abend mit dem Truck Driver verbringt, der dann heftig bedauert, dass er sie nicht gewinnen kann … oder die vom einsamen Mann, der eine Bar mit Soft Lights And Hard Country Music besucht, um seinen Kummer über die verlorene Liebe los zu werden … Stories, mit denen man sich identifizieren kann (so wie mit Maffay's Und Es War Sommer, ahem ….) und soll, die einen hineinziehen, und plötzlich wippt der Fuß, Du singst mit … und bist gefangen

Hätte ich mir so eine CD auch nur aus der Ferne angesehen oder gehört, wenn ich sie nicht zur Review bekommen hätte? Wohl kaum - und das wäre sehr schade gewesen - den dieses Ding hat etwas von Anyplace, Anytime, Anywhere - und ist - um das oft genutzte Wort zu nehmen - sehr authentisch. Slims Stimme ist eher hoch und sehr melodisch, die Band kompetent. Und alles in allem ein sehr großes Vergnügen - nicht so blues-lastig wie Seasick Steve, aber aus derselben Ecke. Stories, die das Leben schreibt; Songs zum drin suhlen und wohlfühlen.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 12.07.2010


 
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