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Statement vom 21.03.2005
Diese Email von Andreas Curly Langer, dem Sänger der Band KLANG DER FAMILIE erreichte uns soeben:
Betreff: Curly ist eine andere person wie Charly....
Hallo Fred, ich habe eben mit begeisterung deinen arlikel über meine Band gelesen. Ich bin sänger der band Klang der Familie und heiße Curly.
Charly ist eine andere person, das könntest du ganz leicht vestellen in dem du nicht nur das Gästebuch ließt sondern auch mal die Bandfotos dir anschaust und vorher richtig rescherschierst.
Charly ist noch kein festes Bandmitglied.!!!Er gehöhrt nicht zu Stammbesetzung!!
Ok.
Da wir im moment mit vielen verleumnungen im Internet zu tun haben sind bei uns alle weichen auf rechtliche Schritte gestellt. Deshalb bitte ich dich schnellstens um berichtigung und klarstellung.
Im übringen , ich bin kein Fascho,und keiner unserer Familie, inc. Charly.
Verurteilt ist man schnell, ich nenne dich auch nicht linksradikal oder so. Ist das klar
Also berichtigen oder Anwalt.
Grüsse Curly
Nun denn... Berichtigt sei hiermit, daß Curly nicht BigBrother-Charly ist. Zur Kenntnis genommen sei, daß weder Charly noch ein anderes Mitglied "der Familie" Fascho ist. Richtig ist, daß die Ähnlichkeiten zwischen Curly und Charlie auf den wenigen zur Verfügung stehenden Bildern gering sind, eine Personenübereinstimmung allerdings nicht ausgeschlossen werden kann.
Ansonsten gilt selbstverständlich weiterhin alles von uns bisher publizierte Material bezüglich der Band KLANG DER FAMILIE in unveränderter Form weiter. Da helfen auch keine Drohungen. Ist klar, oder?
(Fred Schmidtlein, 21.03.2005)
Kreise schließen sich, doch Haken werden schlimmstenfalls zu Kreuzen. Seit 17.03.2005, 3 Uhr, hat uns BigBrother eingeholt. Um diese unheilige Zeit schrieb uns ein Leser ins Forum, daß ein Bewohner des kürzlich neu gestarteten BigBrother-Dorfes ein Mitglied der von uns reviewten Band KLANG DER FAMILIE ist.
Grundsätzlich ist uns egal, was Menschen tun, die irgendwann in diesem Magazin namentlich erwähnt wurden, auch wenn sie sich für ein fragwürdiges Fernsehformat zur Verfügung stellen. Diesmal ist die Situation eine andere, denn wir haben die Frankfurter Band bereits vor einem Jahr sehr kritisch beobachtet und sie auch per Mail aufgefordert, sich zu den von uns geäußerten Mutmaßungen zu erklären. Das ist nie geschehen, ein Interviewangebot unsererseits wurde ignoriert, die Band wurde uns aber von Lesern und Kollegen als politisch völlig unverdächtig dargestellt. Um einer unwichtigen Kapelle kein ihr nicht zustehendes Forum zu bieten, haben wir die Sache also auf sich beruhen lassen und seither geschwiegen.
Nun schreibt uns der angesprochene BigBrother Zuseher folgendes ins Forum: "Momentan befindet sich einer aus der Band Klang der Familie bei BigBrother im Dorf. Heute wurde im Forum (ein Fan-Forum im Internet; Red) entdeckt, daß der Sänger eine Sigrune (SS Zeichen) auf dem rechten Oberarm hat. Es verdichtet sich also doch die Annahme, die auch schon auf der Seite geäußert wird, daß es sich hier um braune Soße handelt." Grund genug, der Geschichte auf den Grund zu gehen.
Seit 14. März befindet sich in diesem BigBrother Dorf ein gewisser Sven Kasper aus Marburg. In der Fernsehserie wird der 41-jährige Maler und Tapezierer Charly genannt. Charly ist nebenberuflich Sänger der Band KLANG DER FAMILIE und nennt sich dort Curly [siehe hierzu obenstehendes Statement; Red.]. Auf dem rechten Oberarm trägt er, neben vielen anderen bunten Bildchen, eine bestens sichtbare SS-Rune als Tätowierung.
Damit macht sich Herr Kasper erstens gemäß §86a Strafgesetzbuch strafbar und zweitens für unser Magazin untragbar. Ganz egal, was er sich noch für hanebüchene Ausreden für dieses volksverhetzende Zeichen menschlicher Verachtung ausdenken mag (der Einwand, KISS-Fan zu sein ist schlecht, ganz schlecht), er und seine Spießgesellen werden bei uns keine Zeile Beachtung mehr finden. Viel wichtiger ist uns an dieser Stelle das Umfeld seines Auftritts und die Vorgehensweise seiner Auftraggeber, der Firma endemol Deutschland GmbH.
Über die Fernsehserie BigBrother wurde in den letzten Jahren alles geschrieben und gesagt. Menschen wurden in Container gesperrt, zu blöden Spielen oder Nichtstun verurteilt und der positive Aspekt an diesem Schwachsinn war, daß der freie Bürger bisher nicht gezwungen werden kann, sich solchen geisteskranken Mist anzusehen.
Zugegeben, über Figuren wie Zlatko konnte man lachen, über sich exhibitionierende Menschen den Kopf schütteln und mit etwas Glück durfte man unter Bettdecken verborgene Körper beim Kopulieren beobachten. Wer's braucht...
BigBrother V lief ein ganzes Jahr, doch es wurden kaum mehr Klagen laut, daß hier menschenähnliche Wesen ihrer Freiheit und ihres Wissens- und Informationsbedürfnisses beraubt werden. Eigentlich dachte man gar nicht mehr an diese Sendung, doch Einschaltquoten und Werbeeinnahmen waren offenbar bestens ausreichend, den Quatsch bis zum Ende durchzuziehen.
Seit Anfang März rieselt die sechste Staffel aus den Fernsehgeräten und die ist neu und "noch aufregender" gestrickt. Kein Container mit Anbauten mehr, ein ganzes "Dorf" ist Schauplatz und es gibt keine Begrenzung der Spieldauer mehr. Das heißt, theoretisch können Menschen bis zum Sankt Nimmerleinstag in diesem Panoptikum ihr Leben fristen. Gleich blieb, daß mündige Menschen den Einschaltknopf ihres Fernsehgerätes immer noch nicht drücken müssen.
Tagtäglich verfolgen im Schnitt etwa 1,3 Millionen Menschen ab 3 Jahren 60 Minuten "echtes Leben" aus dem BB-Lager. Aus der für Werber relevanten Altersgruppe 14 bis 49 sind es immerhin etwa 7 bis 800.000. Das spielt aber keine Rolle, denn wichtig ist in diesem Fall nur, wie groß die (mental) beeinflußbare Zuschauermenge ist und die dürfte gerade in der nicht-werberelevanten Altersklasse enorm sein.
endemol und RTL II gaukeln dem Konsumenten ein "Abbild des realen Lebens" vor. In diesem realen Leben tummeln sich ein gutes Dutzend Menschen, eingeteilt in Kasten wie "Chefs", "Hiwis" oder "Assistenten" und betätigen sich in verschiedenen Aufgabenbereichen. Auf den ersten Blick handelt es sich um ganz normale Menschen - Mechaniker, Friseure, Arbeitslose, ein Model, eine Tänzerin, ein Animateur und so weiter. Hört man diesen Leuten bei ihren Gesprächen zu, beschleicht einen allerdings ein bitterböses Gefühl: Dieses Freiwilligen-Zwangslager besteht aus Verhaltensauffälligen und -gestörten, aus Menschen aus bildungsfernen Schichten (unser Vorschlag an Prof. Dr. Schlosser, Uni Frankfurt, für das nächste Unwort des Jahres), aus sozial geschädigten Jugendlichen und aus hoffnungsvollen Spinnern, die sich einbilden, auf diesem Weg zu Geld, Ruhm und Berühmtheit zu kommen. Unglücklicherweise ist Runen-Charly einer der wenigen, die einen ganzen Satz wenigstens halbwegs zusammenhängend und verständlich kommunizieren können.
So weit, so gut. Ähnliches Volk kann man tagtäglich in Talkshows auch sehen. Daß allerdings endemol versucht, glaubhaft zu versichern, daß besagte Tätowierung etwas mit der Band KISS zu tun hat...
Man fragt sich, ob die Produktionsverantwortlichen wirklich glauben, was sie dem Zuschauer erzählen. Möglich wäre es, dann sitzen bei endemol allerdings Verhaltensauffällige und -gestörte, Menschen aus bildungsfernen Schichten, sozial geschädigte (ex?) Jugendliche und hoffnungsvolle Spinner. Der größtmöglich anzurichtende Schaden ist überhaupt nicht absehbar, womöglich werden in einigen Monaten/Jahren Millionen Menschen wirklich GLAUBEN, was ihnen jeden Tag als echtes Leben aus dem Fernseher entgegenblubbert. Das Ende von Sprache und sonstigem sozialem Verhalten wurde also von endemol eingeläutet. Krass, ey.
Curly-Charly wurde in der Nacht zum 18.03. (offensichtlich auf Betreiben des Hauptpartners RTL II) still und heimlich aus dem BigBrother-Dorf entfernt. endemol verordnete dem zu dieser Zeit übertragenden Pay-TV-Kanal Premiere eine Sendepause und dem parallel berichtenden Sender Tele5 während der laufenden Sendung "Nachtfalke" unkommentierte Bilder ohne Aussagekraft. BigBrother greift also ins wirkliche Leben ein, bestimmt über Sein oder Nichtsein, zensiert, enthält Informationen vor und löst gesellschaftliche Probleme durch Ausmerzen. Das betrifft nicht nur die fremdbestimmten Individuen im Camp, das betrifft ALLE.
An dieser Stelle dürfen sich unsere Leser über die grundsätzliche Bedeutung des Namens Big Brother und seine literarische und wirkliche Herkunft ihre eigenen Gedanken machen. Und über die Gefährlichkeit von Erfindern solcher Medien-Apokalypsen gleich mit.
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